Falk Dübbert

ein privates blog

2 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Allen reden vom Wetter

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Ja; Friederike war der schwerste Sturm seit Kyrill. Aber liebe Bahn:

Bei schönem Wetter kann jeder fahren.

Die Frage, die ich mir stelle, ist ob die Einstellung des Bahnverkehrs also die Individualisierung des Risikos, die richtige Entscheidung war. Normalerweise kommt von links der Spruch "Privatisierung der Gewinne bedeutet Sozialisierung der Verluste."


Die Bahn ließ acht ICEs in Fulda stranden und stellte den Bahnverkehr um 16.00 Uhr bundesweit ganz ein, obwohl der Sturm zu dem Zeitpunkt bereits in Südpolen (nicht am Südpol) war und man die Hauptstrecken (Hamburg – München, Berlin- Frankfurt) noch am selben Tag hätte freiräumen können. Stattdessen zog man sich zurück. Der Reichsfunk äh die öffentlich-rechtlichen Sender lobten in jeder Sendung, wie toll die Bahn das im Griff gehabt hätte, was ich aus der anderen Perspektive nur als zynisch bezeichnen kann. Die Auskünfte vor Ort waren falsch oder unzuverlässig und die Anzeigen widersprachen sich selbst. Wer sagt “informieren Sie sich vor Antritt der Fahrt” und dort bis 14.00 Uhr unter “aktuelle Informationen” noch was von “bis zu 40 Minuten Fahrtverlängerung” behauptet, obwohl die Einstellung des Verkehrs bereits im Gange war, der hat seine Glaubwürdigkeit nachhaltig beschädigt. Allein der Begriff “Hotelzug” ist ein PR-Stunt, denn “ICE, der nirgendwo anders mehr Platz gefunden hat” wäre wesentlich passender gewesen.




Ich habe im ICE eine Notgemeinschaft mit unglaublich netten Leuten gebildet und wir haben uns auf das soziale Netz verlassen, was immer funktionieren wird: Familie.


Das bedeutet, dass aus der umweltfreundlichen Zugfahrt von 762km in einer Nacht fast die doppelte Autostrecke wurde.


Ich habe auf der Rückfahrt nicht einen einzigen umgestürzten Baum, aber 14 Schwertransporte gesehen.


Als Student hatte ich die Zeit, bei wichtigen Klausuren zwei S-Bahnen pro Umstieg als Reserve einzuplanen, aber im Alltag waren es zwei Tage in der Woche, an denen ich zwischen Uni und zu Hause entweder die erste Vorlesung verpasste oder zwei Busse später nach Hause kam. Wohlgemerkt, dieser Wert fiel bei 40km Fahrstrecke an und das erste Jahr, in dem die S3 bis Buxtehude fuhr, war eher schlimmer. Auch hier war meist der Gleiskörper das Problem, Weichenstörung hier, Signalstörung da und bei den Herbst- und Winterstürmen eigentlich immer Sturmschaden, obwohl S-Bahnen eine Stromschiene und erst hinter Harburg eine Oberleitung haben.


Diesen Luxus habe ich nicht mehr. Ich habe Verpflichtungen einzuhalten. Kein Kunde lässt sich mehr als einmal mit der Bahn-Ausrede abspeisen.


Man könnte ja meinen, dass man seit der Fahrt 1835 der aus England importierten Adler-Lok gelernt haben könnte, dass schnellwachsende Fichten, Pappeln und Birken oder kronenlastige flachwurzelnde Bäume an und in der Nähe von Bahndämmen nichts verloren haben. Die Zeiten, in denen man sich mit der Handsäge schnell noch Brennstoff holen muss, sind ja vorbei und auch damals war Holz in der Feuerbüchse für den Wärmetauscher eher ein Problem, aber der Vorstand für Infrastruktur hat bislang keine Expertise in Bauwesen oder Logistik nachgewiesen und leidet seiner eigenen Aussage nach auch unter einer Seh- (wörtlich "Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen.") und Hörstörung (wörtlich „Ich kann den Scheiß nicht mehr hören“).

Auch bei der Fehlerkultur und der persönlichen Integrität könnte man sich anhand des Lebenslaufs durchaus eine andere Besetzung an dieser Stelle wünschen und man fragt sich schon, welche Qualifikation man vom Parteibuch abbgesehen für einen Vorstandsposten beim DB-Konzern mitbringen muss.


Schließlich waren seit Oktober und damit seit der letzten Kapitulation ein paar Tage vergangen und Fa. Stihl hat ja jüngst mit 100 Millionen die Produktionskapazitäten vergrößert. Passiert ist aber: “ “.

Die Bahnseite mit dem Maulwurf zeigt diesen Winter keine zugenommene Fällaktivität an, dabei ist Fällen im Winter eigentlich leichter, weil die Bäume weniger Laub tragen.


Aus einer ökologischen Trendwende wird solange nichts, wie man glaubt, in der Bahn einen “global Player” mit 579 Beteiligungen und Töchtern zu haben.

Die Bahn ist auf den meisten Strecken ein Universaldienstleister und muss zuverlässig funktionieren.

Das ist das einzige Kriterium.

Sie muss dabei keinen Gewinn erwirtschaften.

In der Tendenz sollte man auch überlegen, ob das Gleisnetz nicht in eine öffentlich-rechtliche Gesellschaft überführt werden sollte oder man das Modell der Stromnetze übernehmen sollte. Denn, dass die jetzige Betreiberin das Bahnnetz nicht betreiben kann und bei fast allen Großprojekten (Pünktlichkeit, Budgeteinhaltung) versagt hat, ist nun offenbar. Sie hat nicht mal das eigene Pünktlichkeitsziel erreicht, bei dem ausgefallene Züge nicht als unpünktlich zählen. Wer mal versucht hat, ab Altona den ersten ICE des Tages nach München zu nehmen, weiß wie lachhaft diese Ziel-Definition ist.

Selbst bei den stattfindenden Verbindungen ist die Bahn mit 80% zufrieden. Was ich mit einem Mitarbeiter machen würde, der dauerhaft einen Tag pro Woche unpünktlich ist, kann man sich sicher denken.

8 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Plan für KW3

Montag:

  • abends Laufen 1h
  • Star Trek! 

Dienstag:

  • abends Badminton 1,5h
  • Bloggen

Mittwoch:

  • morgens Laufen - abends Kraftsport

Donnerstag: 

  • (Reisetag)

Freitag:

  • morgens Laufen
  • Bloggen

Samstag:

  • Schwimmen

Sonntag:

  • Rennradfahren
  • Bloggen

27 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Feinplan 2018

Januar:

  • 1 weiterer Litecoin-Mining-Pods für 19"
  • Beide Webserver aktualisieren. 
    Das wird ... "spannend". Denn der große Webserver ist in etwa so aufgesetzt, wie ich Webserver in den Nuller-Jahren aufgesetzt habe. Das ist nichts schlechtes, aber heutzutage fährt auch keiner mehr freiwillig einen Diesel-PKW, deswegen bekommt zunächst der Virtuelle Webserver ein Upgrade und der physische: 
    • Deduplication für das Cloud-gedöhns
    • Automatisierung!!!11elf! 
    • blutende Ecke Netz- und Wolkentechnik
    • Es wird eine Test-Instanz (VM) geben, die exakt gleich konfiguriert ist. Da kommt dann viel Git-Magie zum Einsatz 
    • Nein. Bislang sehe ich kein Docker bei einem Server mit einer einstelligen Zahl an Services.  
    • Modernes forever incremental Backup für die Daten. 
    • Am Ende soll der große alles abfackeln, was ein NGINX (das ist der arbeitende Teil darin) abfackeln kann und der andere dient primär dazu, die Anwendungen, die der große nicht aufnehmen kann, zu stemmen. 
  • Suzuki - kleine Umbauten

Februar:

  • Trainingsanfang Triathlon 2018 (technisch gesehen beginnt das Training im Januar)
  • Änderungen an der Küche (Boden, Herd, ein paar Schränke)
  • Überholung altes Triathlonrad
  • Reparatur der Hausgeräte (Teppichwascher, Bohnermaschine, ...)
  • Bäume fällen...

März

  • PA Stufe 1
    • Lichtstative
    • DMX-Merger (endlich wieder basteln!)
    • neue Kabel
    • L-Rack für das Licht
    • Topteile und (kleine) Subwoofer
    • Transportracks und Kisten für alles
  • Solar-Anlage am CarPort (lädt: Auto)

April

  • Solar-Anlage am Haus (Übung macht den Mais da!)
  • Werkzeug in L-Boxxen

Mai

  • Auf- und Zusammenbau neues Triathlonrad

Juni

  • keine Zeit - Triathlon wird HART

Juli

  • Triathlon

Weiter plane ich nich.

 

 

43 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Technologien 2018

Techniken und Technologien, mit denen ich mich 2018 (intensiver) befassen möchte:

Zivilisationstechniken
(Techniken, die zur Verbesserung der Zivilisation dienen können.)

  • Solartechnik / Photovoltaik
    (Aufbau, Betrieb, Optimierungen, Nutzung)
  • Kryptowährungen
    (Schürfen SCRYPT, Schürfen SHA256, Handeln, Verkaufen)
  • E- und Mikromobilität

IT-Gedöhns, infrastrukturnah

  • Virtuelle und alternative Soft-Storages (nicht nur von VMware, also auch Opendedup, Open vStorage oder PetaSan), ob und wie man sie per bereitstellen kann und wie man sie schnell ins Backup bekommt)
  • Neue Datenbanken, wie MongoDB oder Hadoop und wie man sie (effizient) virtualisiert und schnell sichert
    Da ich von SQL keine Ahnung habe, interessiert mich dieser non-SQL-Kram brennend.
  • Automatische Bereitstellung (containerbasierter) Services
    Mir blutet das Herz, aber ich denke, dass man sich mit "treat it like a pet" nur noch als "alter Mann mit Kugelschreiber" qualifiziert. 
  • Kubernetes und Microservices
  • Docker in Photon OS unter vmware, gerne auch mit Git-Integration

Web-Zeugs

  • Template-Sprache von Textpattern (bislang bin ich da mit Trial and Error unterwegs) 
  • Git-Automatisierung und NGINX
  • HTML5 und CSS3
  • mobiles Bloggen mit iphone / ipad

Cloud-Techniken / Web-Apps / Apps / Anwendungen / Rapid Deployment / Hipster-Kram

  • Jenkins
  • Tracmor
  • Kolab
  • Bitfarm
  • Mailpiler
  • Jasper

Medientechnik

  • Digitalisierung!!!111elf!
    Ist ein größerer Brocken. Im Grunde digitalisiere ich alles.
    • Aufnahmetechnik
    • Schnitt- und Editiertechnik
    • Mischpulte
    • Signalprozessoren
    • Verstärker
  • Horn-Lautsprecher (PA)

Heimwerken

  • Möbelbau (nein! nicht nur Ikea zusammenschrauben)
  • Akku-Technik
  • smartes Licht

Gadgets

  • Drohnen
  • autonomer Modellflug

Sport und Fitness

  • quantified self
  • Laktatgesteuertes Training

45 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Neues Mining Setup

Aktuell baue ich an zwei neuen Asic-Minern: Einer für Litecoin und einer für BitCoin

Der eine Pod soll Gridseed-Blades und einen Raspi in einem 4HE - Servergehäuse aufnehmen, das macht ihn kompakt und mobil.  
Die Gridseed-Blades sind momentan recht preiswert zu bekommen, da auch im Bereich Scrypt-Mining mittlerweile zunehmend dichtere Systeme mit 500W bis 1,2kW Stromaufnahme pro Blade dominieren. In China, wo weltweit am meisten geschürft wird, ist momentan eher Platz als Strom ein Thema. Die Chinesische Regierung versucht seit 2013 den Djinn der Kryptowährungen wieder in die Flasche zu bekommen und hat die großen BitCoin-Firmen unter strenge Überwachung gestellt. BTC-Minen in China werden daher zunehmend kleiner und verstreuter, was den Platz angeht. 

Andererseits sind durch das Medienfeuerwerk zu den Kurshöhenflügen im Bereich Kryptowährungen alle dedizierten Komponenten arg überteuert.
Vor einem Jahr konnte man Gridseed-Blades noch für 30,- € pro Stück kaufen, jetzt liegt der Preis doppelt so hoch und steigt weiter.

  • Ein Blade benötigt 60W. 
  • Es kommt ein 12V Netzteil mit 300W pro 4 Blades zum Einsatz.
    Die meisten Hobby-Miner in Europa hängen an PC-Netzteilen, was aber in vielerlei Hinsicht keine gute Wahl ist. Zum einen sind PC-Netzteile nicht wirklich gut, was den Wirkungsgrad angeht. Oft reichen maue 80% schon für ein tolles Effizienz-Logo und wenn man nur den 12V-Teil, davon aber viel, braucht, sind die Leistungsangaben für die Katz. Zum anderen sind gut aufgebaute PC-Netzteile richtig teuer. 
  • Die Netzteile, die ich ausgesucht habe, gibt es unter vielen Namen. Das Design ist genau das, was man im ET-Studium als "Schaltnetzteil" durchnimmt und erreicht 96% Wirkungsgrad. Ich werde erstmal einen Satz einbauen und die anderen mit besseren Dioden tunen und neu abgleichen. 
  • Ich habe erst überlegt, zwei Netzteile richtig parallel zu schalten, aber dann wären da wieder Leistungsdioden erforderlich und bei 20A tun die 0,51V (wenn ich DSSK80-006B nehme) also 10W richtig weh. 

Der andere Pod ist ein richtig großer Dragon Miner mit 6 Blades, der fast zwei Tera-Hashes pro Sekunde ausrechen kann. Auch hier möchte ich das Gerät in 19"-Technik unterbringen.
Die Möglichkeit, die Einheiten schnell und einfach in Racks zu bauen ist mir wichtig. 

Später, wenn ich das Schürfen professionalisieren sollte, werde ich sicher zu open frame oder gar Split-Air-Aufbauten wechseln. 

53 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Bitcoin ist das neue Darknet

Parallel zu den Meldungen über das Kursfeuerwerk des Bitcoins, kommen immer mehr Meldungen, dass Bitcoin gefährlich sei und man Bitcoin verbieten müsse. 

Das mit der Gefahr des Verlusts ist bei jedem Finanzgeschäft so. Man könnte ja mal an dieser Stelle das Mikro an die geprellten Maschmeier-Kunden reichen. Allerdings kann man mit Bitcoin in wenigen Jahren auch mal 20000% plus machen. Bei der aktuellen Zinslage, bei der Lebensversicherungen Probleme haben ihre Garantie-Renditen zusammenzubekommen, ist es kein Wunder, dass Anleger auch mal in komplett unregulierten Märkten zocken gehen. 
Der Hauptpunkt ist jedoch ein anderer. BitCoin braucht keine Zentralbank sondern nur Mining-Pools, zur Not täte es auch ein eigener Miner. Von Verbindung zur Blockchain abgesehen, kann man alles selbst abbilden und das zur Not auch komplett anonym. BitCoin ist vom System her die Antwort auf die Bestrebungen, Bargeld einzuschränken oder gar abzuschaffen. Das Interessante ist, dass Bitcoin gerade dort stark ist, wo man es weniger vermuten würde.

In Südostasien ist Bitcoin zur Haupt-Metawährung geworden und die Kursschwankungen eher ein Problem als ein Segen. Er ist ausreichend sicher, dass ein Großhändler seine Ware bei der Fabrik mit Bitcoin bezahlen kann. Er ist klein genug, um in steganographischen Nachrichten versteckt zu werden und so an den chinesischen Behörden vorbei durch die "goldene Firewall" hindurch geschickt werden zu können. Das sind großteils legale und ungefährliche Geschäfte. BitCoin erfüllt die Funktion der Templer im Frühmittelalter - eine verschwiegene Transfermethode mit universeller Einlösbarkeit. 

Natürlich können alle Mitspieler des alten Systems nicht schweigend zusehen, wie sich ein Fiskalsystem außer jeglicher Kontrolle aus dem Nichts erzeugt und dabei so wenig angreifbar ist, weil eine Fork jederzeit möglich ist und diese Abspaltungen auch noch funktionieren und der gleichen Erfolgskurve unterliegen wie einst BitCoin. Also wird Angst geschürt. 

Banken rechnen mit über 8% Kapitalrendite pro Jahr und dieser Wert ist fast nie eingebrochen. Zum Vergleich: ein Landwirt rechnet mit unter 3% und ein Handwerker mit um die 4%. Diese Pfründe sind natürlich absolut in Gefahr, wenn die Banken nicht mehr benötigt werden. Und es erinnert mich an die Tappeure (Kinoklavierspieler und Geräuschemacher), die in den 30ern versuchten, den Tonfilm zu verhindern.  

BitCoin oder Kryptowährungen allgemein sind ein bedeutender Baustein in der neuen Wirtschaftsordnung, in der Innovation und Unternehmertum mehr zählen als Kapital. (Nein Tesla ist kein gutes Beispiel, aber SpaceX schon.) Es wird auf die richtige Idee zur richtigen Zeit ankommen. Kapital wird immer weniger entscheidend.

Herstellungsprozesse anrollen lassen ist kein Ding von Monaten oder Jahren mehr, wenn 3D-Drucker die ersten Produkte schon ausspucken können, bevor der Werkzeugmacher überhaupt über Formenbau nachgedacht hat. Ich muss keine Fabrik mehr bauen sondern kann irgendwo Zeit auf 3D-Druckern mieten. Ich brauche kein Rechenzentrum mehr, sondern miete eine Cloud. Im zweiten Schritt ziehe ich dann eine klassische Produktion hoch und gehe mit der IT on-premise, wo ich meine Kosten jeweils um 20% absenken kann. Aber ich kann mit kleinem Budget anfangen, wirklich neue physische Dinge zu bauen und Kickstarter zeigt, dass zum Teil Banken keine wesentliche Rolle spielen müssen. 

Beim Goldrausch in den USA verdienten vor allem Holz- und Werzeugindustrie und Handelsketten, die ihre Läden in den Goldsucherstädten aufmachten und eine Lieferkette aufrecht erhalten konnten. Diese Umarmung wird es auch bei dem Industrie-4.0 Wandel geben. Eine Zeit lang werden es die großen Logistik-Häuser sein, die von 4.0 profitieren. 

Unberechenbare neue Player sind das, was Politik, Industrie und Banken gleichermaßen fürchten. Es ist keine Ent-Industrialisierung, sondern eine Zerstörung der Konzentration. Wenn der BitCoin kaputt ist, weil chinesische Großmineure die Blockchain gefüllt haben, auf einem Berg BitCoins sitzen und die Transaktion zu einer quälend langsamen Operation gemacht haben, kann die Karawane weiterziehen zu LiteCoin, Monero oder BitCoinCash. Wobei: eine Bitcoin-Transaktion braucht etwa drei Stunden. Wer das Wort Bankarbeitstag googeln musste, hat da vielleicht andere Vorstellungen von langsam, aber das soll das große Problem mit BitCoin sein. 

Der Knackpunkt ist der: erst Kryptowährungen machen echte Globalisierung möglich und sie sind nicht auf Rahmenbedingungen angewiesen. Wer ein Beispiel sucht, wie eine technische Disruption einen Boom aus dem Nichts erzeugt, kann nach Indien gehen. Dort schossen die Filmproduktionen in die Höhe, als man nicht mehr auf die Kopierwerke angewiesen war. Sicher wird man angesichts der üblichen Bollywood-Qualität etwas ratlos bleiben, aber in Indien gibt es nicht vier oder fünf große Studio-Konzerne wie in den USA sondern eher 100. Da es sich im Wesentlichen direct-to-web oder direct-to-disc -Produktionen handelt, gibt es kaum Gatekeeper. 

Hier im Westen sind wir gewohnt  überall Gatekeeper zu haben. Bevor ich eine Produktidee umsetzen kann, brauche ich Geld von einer Bank, die wird einen Businessplan von mir verlangen, der über mein Produkt hinaus geht. Dann brauche ich eine Fabrik, eine Genehmigung, Mitarbeitersuche, Berufsgenossenschaft, Krankenkasse, Ausbildungspflichten, ... das ist großteils nichts schlechtes, aber dennoch ist die Realisierung von allen diesen Stellen abhängig obwohl die meisten mit meinem Produkt gar nichts tun haben. 
In der Zukunft kickstarte ich mein Produkt und bekomme hoffentlich genug Geld, um eine Nullserie fertigen zu lassen. Meine Lohnfertiger in einem fernen Land bezahle ich mit BitCoin, außer Internet und der Möglichkeit einen 20-Fuß-Container zu empfangen, brauche ich genau gar nichts. 

Ich muss mich eventuell mit dem Zoll herumschlagen und das Finanzamt wird ein paar Fragen haben, wo das Geld herkommt und hingegangen ist, aber in der Tendenz kann ich mich mit BitCoin bewegen wie mit Bargeld - sogar freier. Eine kleine Textdatei reicht um gewaltige Guthaben um die Erde zu transferieren. Der Bargeld-Suchhund am Flughafen riecht nix.

57 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Firefox Quantum, oder wie man seine restlichen User auch noch verprellt.

Firefox war in der Opera-Falle: Außer High-Profile Usern, die richtig hohe Ansprüche stellen, aber nur klitzekleine Marktanteile bieten und auch noch auf Werbung oder Marktforschung extrem allergisch reagieren, hatte die Mozilla-Corp niemanden mehr. Zunehmend bekam Firefox das alte-weiße Männer-Image.

Jetzt soll ein “Riesen-Update” Firefox wieder cool machen.

Ich habe mir Quantum sowohl in meiner VM als auch auf dem Windows 7 Notebook angetan und wieder deinstalliert.

Ich habe Firefox vor ewiger Zeit in die Tonne getreten. Eigentlich war Firefox, seitdem die Menüs verschwanden, bei mir unten durch und ich wechselte zu Oper – später zu Vivaldi.

Ich nutze Firefox nur noch als unverbastelten Browser für VSphere, Veeam, Oszilloskope, Kibana usw.. Das ging bis Version 52 gut und danach nicht mehr. Typischerweise habe ich mittlerweile für obige Zwecke einen Firefox 50 im Einsatz, bei dem ich die Proxy-Einstellung vermurkse, damit der Paläo-Browser kein zu große Security-Loch in die IT reisst.

Alles was mich an Firefox störte, ist mit Quantum schlimmer und fast nix besser geworden:

  • Von der Geschwindigkeitssteigerung habe ich nichts mitbekommen. Im Gegenteil: ebay.de, Spiegel online oder Sputnik sind deutlich langsamer. Ansonsten kann ich auf einem i7 mit 64GB RAM und SSD an 50Mbit DSL keinen Unterschied erkennen.
  • Die gebotenen Optionen in about:config sind ein schlechter Witz. Wenn ich Nannying will, nehme ich edge.
  • Die neue Rendering-Engine sieht aus wie Webkit von vor einer Ewigkeit.
  • Die Cliqz-Seuche ist immer noch da. Wenn ich an Datenschutz denke, fallen mir immer deutsche Verleger als allererstes ein.

Insgesamt ist Firefox weiter gesichtsloser geworden. Da bei der Umstellung auf Quantum eh fast alles (Bookmarks, Plug-Ins) über die Wupper geht, kann man sich auch mal eines der Chromium-Derivate wie z.B. Opera oder Vivaldi antun.