Falk Dübbert

ein privates blog

1 Tag zuvor
von Falk Dübbert
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Ich kann "Digitalisierung", "Automatisierung" und "Agil" nicht mehr hören!

Achtung: Alter-Weißer-Mann-Rant voraus!

Seit etwa vier Jahren sind zwei Buzz-Words wieder oben auf jeder Liste der wichtigen Veränderungen der kommenden Jahre: "Agil", "Digitalisierung" und "Automatisierung"

Sie sind das neue "2.0", "flache Hierarchie", "Dialogmarketing", "Interaktion" und "Beteiligung" oder "Cyber".

Wenn ich Texte lese, dass die Digitalisierung -beliebige Zahlen von 20% bis 80% - der Arbeitsplätze kosten oder verändern wird, schaue ich auf den Hintergrund der Autoren und entdecke ausschließlich Businesskasperle-Theater. In der Regel haben die Wiederkäuer dieser Meldungen keinen oder nur wenig Hintergrund in der IT / Technik oder im operativen Management, sondern sind aus der Schule direkt über Unternehmensberatungen in der Medienwelt gelandet.
Wenn ich "Agil" höre, schalte ich in meinem Kopf Fahrstuhlmusik ein und streiche den Hersteller aus meiner Lieferantenliste

Ich habe noch kein agil entwickeltes Produkt gesehen, das keine Banana-Ware war.

Beispiel VMware: Mit dem Übergang von VSphere 5.5 auf 6.0 kam der Web-Client aus dem Reich der toten Projekte zurück.
Er ist immer noch schlecht. Die ersten Versionen waren einfach gänzlich unbrauchbar. Entweder waren sie so langsam, dass die einfachsten administrativen Aufgaben ewig brauchen oder geradeweg unzuverlässig. Der C#-Client war schnell, kompakt und zuverlässig. Aber VMware tötete ihn und kündigte eine Flash-freie Version des Web-Clients an.
Nur: die Flashfreie-Version ist auch nach fast 3 Jahren keine echte Realität. Sie ist einfach nicht brauchbar. OVF-Deployments führen mehrheitlich zu defekten Maschinen, wenn man überhaupt einen Upload hinbekommt. Die Anzeige kritischer Zustände ist im HTML5-Client noch veralteter als im Flash-Client und dessen Anzeigen werden erst dann aktualisiert, wenn das Ticket mit den User-Beschwerden schon bis zum Operator eskaliert ist.
Nach jedem Browser-Update zerlegt sich das "Client Integration Plugin" der Flash-Version und die HTML5 Version verschluckt die Hälfte der Oberflächen.
Mittlerweile haben die Browserhersteller allesamt die NPAPI-Integration und damit für den Flash-VSphere-Client notwendige Java- und Flash-Integration über Bord gehen lassen. Man kann sich mit einem portablen Firefox 50 behelfen, aber in der Tendenz, kann es nicht angehen mit unsicheren oder kleinen Browsern wie waterfox arbeiten zu müssen, weil VMware nicht auf die User hört und sich nach der vTax wieder an der Bevormundung der Kunden probiert. Es sagt viel aus, wenn die Admins selbst bei komplexen Strukturen die grafische Oberfläche komplett links liegen lassen und gleich zur Kommandozeile übergehen. 

Beispiel Microsoft: Muss man das nach Windows 8 eigentlich noch weiter ausführen? Bei mir kotzen sich CIOs in semi-öffentlichen Foren über Microsoft aus. CIOs aus Branchen, die sonst für ihre absolute Zurückhaltung und Verschwiegenheit bekannt sind.  Windows 7, Office 2010 und Server 2008 R2 waren die letzten guten Produkte ohne Cloud-Nudging oder heimlich per Update getöteter Funktionalität. (Ja - Die Widgets in Windows 7 wurden per Update getötet.). Mit Server 2016 hat der Admin nun sechs Oberflächen zur Konfiguration seiner Umgebung auf jeder Maschine. Einiges ist nur per SCCM oder Powershell erreichbar. Anderes wurde einfach abgestellt. Es sagt viel aus, wenn die Admins selbst bei komplexen Strukturen die grafische Oberfläche komplett links liegen lassen und gleich zur Kommandozeile übergehen.  Dazu kommt im Falle Microsoft eine grandios schlechter gewordene Code-Qualität. Ich will hier nicht den Barnacules machen, aber wenn man sich anschaut wie viele toxische Updates seit 2015 gekommen sind und wie viele davor, kann ich vor einer zeitnahen Installation von Updates nur warnen. 

Agile Methoden funktionieren neuen Projekten, in Startups oder im "gewissenlosen" Management in Projekten die nach der Deadline niemanden interessieren, so lange man keine technischen Schulden angesammelt hat. Agile Projekte, die ich aus der Innenperspektive kenne, fielen entweder auf den Wasserfall zurück oder das Personal zog einfach weiter zum nächsten Projekt weiter und hinterließ eine Ruine. In der Theorie besteht ein agiles Projekt aus Transparenz, Rückblick und Anpassung. In der Praxis hat man es mit Projektleitern oder SCRUM-Mastern ohne technischen Hintergrund zu tun, die keinerlei Gefühl für technische Schulden haben, oder in der Vergangenheit gut damit gefahren sind über die Meldungen solcher Schulden hinwegzugehen und Fortschritte zu erzwingen.
Einige Firmen flüchten sich in die "bimodale IT", allerdings führt das dazu, dass alles neue und das Budget in dem einen Bereich landet und man in dem anderen mit den Ruinen oder technischen Schulden klarkommen muss. Diese Situation wird dann gerne fehlinterpretiert. In der nächsten Stufe werden die technischen Schulden ausgelagert und allerhand Cloud-Services genutzt, damit man mit der Rumpfmannschaft seine IT noch stemmen kann.
Das ergibt eine Zeit mit tollen Fortschritten im Luftleeren Raum und man kann Inklusion und Diversität feiern  um das Kasperle-Theater glücklich zu machen - schließlich ist das ein Agiles Projekt, die Ziele zu den Due Dates werden eh immer wieder geshiftet werden, am Ende bekommt man gerade mal das Minimum Viable Product hin.

Nur: eine Organisation kann die Infrastruktur-Apokalypse so allerhöchstens verschieben, aber nicht aufhalten.

Sie rückt nur näher an die Enden der IT oder -schlimmer- in die Produktion. Wer sich ansehen will, wie eine agile-Software-Zentrierung richtig schief gehen kann, kann jederzeit nach Wolfsburg fahren, wo ein Autohersteller ein fremdes Simulink-Modell lizensiert hat und so versuchte, seine technischen Schulden mit der daraus resultierenden Software zu lösen. Am Ende war traffen Überheblichkeit der Business-Kasperles und karrieregeile Programmierer aufeinander. 

Ich will nicht den fefe machen, aber ich ahne schlimmes. Wenn die alten Hasen alle gegangen sind, entnervt aufgaben oder der innerlichen Kündigung nahe mit einem Auge auf den frühest möglichen Austrittstermin eher schicksalsergeben als begeistert in ihre Agile-Cloud-Projekte gehen, weil der Fisch von Kopf bis ins mittlere Management keine Meritokratie ist, dann wird es noch viel lauter krachen. Mit den Safe-Space-Cry-Babies, die aktuell in die Firmen gespült werden, ist nicht zu rechnen, wenn es darum geht eine Maschine schnell wieder hoch zubekommen oder Tür zuzuschlagen durch die der Wurm kommen kann. Ich sehe immer öfter Diversity-Hires und -Promotions fraglicher Qualität, Verwässerung der Skillsets und viele Cargo-Cults.

Letzlich verhält es sich ähnlich mit "Digitalisierung" und "Automatisierung". Man ersetzt Filialen durch Weboberflächen oder Automatisierung, Mitarbeiter durch Apps und tauscht teures Personal gegen prekär beschäftiges und am Ende wundert man sich, dass die Kunden immer weniger Markentreue zeigen. Die schöne neue Welt bringt nichts, wenn das eigentliche Produkt weiterhin mangelhaft bleibt. Und immer wieder ergibt sich das gleiche Bild: öffentlich verkündete Cloud Projekte zeigen nahezu sicher an, dass die Firma auf dem Infrastruktur-Auge ein Problem hat. Diese Firmen haben auch meist ein Problem mit dem Personal - die teuren alten Hasen wurden von Hipstern verdrängt, denen Java bereits zu formal ist. Dann gehen halt solche Sachen, die man nur richtig machen und nicht in eine Cloud auslagern kann, in die Hose

Die Digitalisierung findet seit den 60ern statt und die Automatisierung läuft seit James Watt eine Dampfmaschine zu einer Drehbewegung überredet hat. Da ist keine Disruption. Das ist ein normaler, permanent laufender Vorgang, der mal schneller oder viel langsamer läuft. Aber in der Tendenz fegt da kein neues Internet durch die Welt. Als innerhalb von vier Jahren alle deutschen Autohersteller erst auf moderne Schweiß- und dann Montageroboter umstellten. DAS war eher eine Disruption als das Definitionsschwache und seit vier Jahren an mangelnder Evidenz krankende Disruptionsgespenst. 

11 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Nachhaltigkeitsprojekte

Momentan geister ich am Wochenende durch die Wohnung, suche Standby-Stromverbraucher und schraube an meiner Heizungssteuerung.
Die Funde sind zum Teil recht… interessant.


Zum Einen waren und sind da „die üblichen Verdächtigen“, die vermutlich in jedem Haushalt vorhanden sind. Der bereits erwähnte Kühlschrank, die Mikrowelle und die Kaffeemaschine mit Uhr, das steinalte Mobilteil mit NiMH-Akkus und Konstantstromlader dafür ohne Eco-DECT, die Waschmaschine mit Soft-Off, zwei 8-Port-Switche und der Router mit Military-Grade Firewall und Dauer-WiFi über drei Access-Points.

Wer behauptet, Master-Slave-Steckdosen-Leisten würden bei modernen Geräte nichts außer einen weiteren Stromverbraucher bringen, liegt ganz klar daneben. Es gibt immer weniger Geräte, die über einen erreichbaren mechanischen Ausschalter verfügen und die Slave-Leiste hat nur einmal 0,2W, statt der 0,2W mal Anzahl der angeschlossenen StandBy-Verbraucher.
Beim Kauf der Master-Slave-Dose sollte man jedoch auf ein Modell achten, das mit üblichen Schrauben verschraubt ist und dessen Arbeitsrelais mit vertretbarem Aufwand tauschbar ist, denn die Arbeitsrelais darin sind nicht sonderlich haltbar, wenn man primär Schaltnetzteile schaltet. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mir die NTC-Vorwiderstände in Schaltnetzteilen zurückwünsche oder nicht.

  • Auf jeden Fall bekommen Computerplatz und Fernsehecke eine Master/Slave Dosenleiste und die Drucker bekommen eine Funksteckdose.
  • Die nächsten Stromfresser auf meiner Liste sind das NAS und der Home-Server.
    Das NAS bekommt neue, deutlich sparsamere, Festplatten und der HomeServer wird bis auf RasPi-Reste „in die Cloud“ verlagert.
  • Ein vom Aufwand her etwas größerer Brocken wird das „Radio“ in der Küche werden. Hier möchte ich die interne Endstufe stilllegen und das externe Netzteil gegen ein kleineres mit hohem Wirkungsgrad tauschen, während das 150W MeanWell für den Übergang den LiteCoin-Miner befeuern kann, der als neue Anti-Schimmel-Heizung die kalte Nordwand erwärmt. Als neue Endstufe wird irgendwas in Class D oder Class T zum Einsatz kommen.
    Ggf. tausche ich die Radios auch einmal durch. Blaupunkt ist ja schon eine weile lang im Zombie-Modus und meine blauen Punkte kommen noch aus Portugal.
  • Beim Weinkühlschrank warte ich noch auf das Ergebnis der Strommessung dieser Woche und muss testen ob der Krups-gelabelte Chinese nach Abschaltung sicher wieder auf die eingestellte Temperatur zurückkehrt. Allerdings muss er innerhalb der Woche für die mehrheitlichen Rotweine nichts tun, denn momentan senke ich bei mehrtägigen Abwesenheiten die Temperatur in der Wohnung auf 18°C. Es ist also die Frage, ob die LED und die Steuerung nennenswert Strom verbraucht. Bei dem Kühlschrank ist die Messung und die sich daraus ergebende Optimierungsaufgabe noch relativ einfach.
  • Die eigentlich komplizierte Aufgabe ist die Optimierung der Heizungsabsenkung. Es gibt zu Sinn und Unsinn der Absenkung gegenteilige Aussagen. Grundsätzlich kann ich einfach meine Wohnung entrümpeln und leichtere Möbel aufstellen um die benötigte Wärme runterzubekommen, was auch ein Stück weit mein Ziel ist, aber im Grunde die Aufgabe nur verlagert. Der erste Ansatz war die Temperatur von Innen- und Außenwand miteinander zu vergleichen und so den Wärmeverlust abschätzen zu können, was aber dann schnell zu irgendetwas nichtlinearem führte, das ich nicht berechnen möchte. So gesehen versuche ich nun ohne Änderung ein Modell zu erzeugen, dass die von den Wärmemengenzählern ermittelte Heizleistung in Bezug zur Außentemperatur setzt.

22 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Nochmal zu den Kettensägen

Im allabendlichen Gruppenchat gab es ein paar Fragen zu meiner Kettensägensammlung. Da die meisten nur eine kleine  oder elektrische K-Säge zum Brennholzmachen haben, war das Interesse oder aber auch das Unverständnis für meine Wahl etwas größer. 

Der Hintergrund, warum ich trotz Ermangelung eines Hauses mit Garten nochmal durchtausche, liegt in den Aufräumarbeiten am Elternhaus und daran, dass, wenn ich im Freundeskreis um Fällarbeiten gebeten werde, der Baum entweder ein hausnaher Hänger oder z.B. eine Fichte aus der Zeit der Fichtenpest (ich nenne das mal so) der sechziger und siebziger Jahre ist. Fichten oder andere Nadelbäume halte ich allenfalls in neuen Gärten als Gartenbaum geeignet. Bereits nach 10 Jahren sind sie freistehend bei Stürmen gefährlich und engstehend wachsen sie zu hoch und sind dann in der Regel in den unteren zwei Dritteln astlos und nicht schön. 

Normalerweise habe ich immer großen Respekt vor Bäumen, die älter sind als ich. Gerade alte Obstbäume fälle ich höchst ungern. Aber in letzter Zeit erbt oder kauft der Freundeskreis Häuser aus den fünfziger bis frühen achtziger Jahren mit Nadelbäumen, die entweder bei und nach Sturm mit Nadeln und Ästen um sich werfen oder die Einfahrt hoch- oder Wände eindrücken.  Solange er gefällt noch auf das Grundstück passt, ist alles gut. 

Beim Sägenkauf gibt es drei Strategien:

  • Kleine Säge oder nur eine Elektrosäge selbst haben und zum Fällen jemanden fragen.
    Wenn ich das Sortiment der Baumärkte so sehe, scheint das neben gar keine Säge zu haben der gängige Weg zu sein. Selbst bei Hornbach, der sich mittlerweile (wieder) mehr an (semi-)professionelle Heim- und Handwerker richtet, gibt es keine Säge, die ich in einen größeren Baum stecken würde. Es ist weniger die Leistung als das Plastikgefühl der angebotenen Sägen aus dem Markenkanon von Einhell über Atika und Hitachi bis Dolmar. Schneidgarnituren sind - wenn überhaupt in den Baumärkten - auch nur in den Originallängen erhältlich. 
  • Eine mittlere Säge haben. 
    Das war bis vor ein paar Tagen meine Strategie. Meine 031AV war aufgrund ihres Alters und Zustands eine Säge mit geringer Verkaufserlöserwartung, also behielt ich sie. Sie ist stark genug um auch mittlere Bäume zu fällen ohne jeden Schnitt keilen oder immer mit Band fällen zu müssen. Auf der anderen Seite kann man bei einzelnen Bäumen auch mal mit ihr entasten. 
  • Eine Kombination aus großer Säge und kleinen Sägen haben. 
    Das ist mein kommendes Ziel. Eine große kräftige Säge kann auch lange Ketten mit mehr als hundert Gliedern mit größerer Geschwindigkeit durch einen Baum ziehen und mit einer kleinen Säge geht das Entasten und die Baumpflege leichter von der Hand. Da ich bei der kleinen Säge sowohl auf eine Akku-Säge als auch eine leichte Benzin-Einhandsäge zurückgreifen kann, schone ich wenigstens eines: meine Ohren oder meine Arme.  

 

 

30 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Wir ziehen keine voereiligen Schlüsse.

In Deutschland sind die Insekten auf dem Rückzug und zwar alle. Angesichts der Magnitude dieser Entwicklung wäre es schon erstaunlich, WENN es eine monokausale dafür gäbe. 

Die deutschen Landwirte fallen vom Jammer- in den Verschwörungsmodus und zeigen deutlich an, dass sie an ihrer Art zu wirtschaften nichts ändern wollen. Ein paar Allgemeinplätzchen:

  • Anders als meine Lieblingspartei es nun behaupten wird, ist VW und der Diesel zunächst mal unverdächtig. 
  • Der Klimawandel würde eher zu mehr Insekten führen bzw. die Artengrenzen nach Norden verschieben. 
  • Die Vergrößerung der Flächen pro landwirtschaftlichen Betrieb führt zu allen möglichen Problemen. Die meisten haben mit der Uniformität und der Monokulturisierung zu tun.  Die Aufgabe der Zuckerquote ist so gesehen ein Schritt in die falsche Richtung. 
  • Es ist in der Landwirtschaft viel zu viel Stickstoff im Rennen. Selbst wenn es brachliegende Streifen gibt, dominieren dort (zumindest in Norddeutschland) Brennnesseln, Disteln und Brombeeren
  • Aktuelle Insektizide haben (völlig beabsichtigt) Depot-Wirkungen. 
  • Die EU hat bislang keinen Standard zum Nachweis der Bio-Selektivität der Insektizide durchgesetzt.
  • Die Verstädterung führt zum Wegfall vieler Gärten und selbst auf den Dörfern sind die meisten Gärten seit etwa 20 Jahren zunehmend pflegeleicht. 

Genau wie die Häuslebauer, Stadtkämmerer, Autofahrer oder Bausparer kommt erscheint da ein Licht am Ende des Tunnels für die Landwirte nur ist es in allen drei Fällen der entgegenkommende Zug und der Tunnel hat keine Fluchtnischen. 

Ich finde eher schon erstaunlich, dass die Landwirtschaft mit 25% der bestäubenden Insekten noch funktioniert und sogar durchschnittlich 2% Ertragssteigerung pro Jahr erzielte, wobei im Gemüse- und Obstbau mehr Geld in z.B. Hummeln gesteckt werden muss - und wird. Aber ich fürchte, dass es sich mit den Insekten verhält wie mit der Herzleistung oder Karies - wenn die Symptome offensichtlich werden, ist es viel zu spät. Wir haben noch das Glück, dass bislang "nur" der Messwert der Insektenmasse auffällt.  Um bei der medizinischen Analogie zu bleiben: Es ist egal ob die Insektizide ursächlich sind oder nicht; sie sind in jedem Fall jetzt nicht förderlich und außer für die wirtschaftlichen Interessen der Landwirte auch nicht notwendig. 

Ich rede weder den Grünen, ATAC noch der AfD gerne das Wort,  aber ich denke, dass wir in vielen Dingen die Schraube zurückdrehen müssen. Eine harte Re-Regionalisierung muss her. Es kann nicht sein, dass unveredelte Produkte wie Milch aus Italien nach Bayern transportiert wird. Damit würde auch der neuerlichen Konzentrationswelle, die durch die Lebensmittelwelt rollt, Einhalt geboten werden. 

Ebenso wird man prüfen müssen, ob man einseitige Betriebe noch fördern will. Der wichtige Punkt ist aber, dass man, egal ob es Glyphosat oder die Nervengifte in Pestiziden, hier mit ganz anderen Maßstäben anrücken muss. Es ist ja nicht mehr so, dass der Maikäfer oder Heuschrecken ganze Ernten vernichten und die Versorgung gefährden. Vielmehr handeln die Bauern in einer selbstgestellten Konkurrenz-Falle. Wenn alle auf die Pestizide verzichten, werden die Produkte entsprechend teurer und Umsatz und Gewinn sind wieder die gleichen. Natürlich werden die Landwirte dann wieder mit so unangenehmen Themen wie Personalbedarf konfrontiert werden, was sie in der jüngsten Zeit weggesprüht hatten.

34 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Ein lauter Knall!

Heute war es mal wieder so weit. Mir ist ein Auto in die Seite gefahren. Zunächst es ist weniger unangenehm in einem Auto als auf einem Fahrrad. 

Aber ich kann beides nicht wirklich empfehlen. 

Es war aber das erste Mal für mich, dass ich einfach meinen Wagen abgeben konnte, da es der Firmenwagen war. Ich bin sogar wieder mobil. Der Ersatzwagen ist sogar (deutlich) größer als meiner, jedoch werden Opel und ich keine Freunde. Immerhin hat dieser Wagen zwei Hebel, aber die Bedienung des Tempomaten ist seltsam. Ich hoffe mein Leon ist bald wieder fertig, denn zwischen "ich fahre manuell" und "der Wagen fährt" mag ich keine Halbherzigkeiten. 

 

51 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Vorhaben in 2018

Erst mal: Sorry! Der Post sollte noch gar nicht raus. Aber im Zuge des Vivaldi-Updates hat Scribefire sein Verhalten geändert. "Fortschritt speichern" bedeutet nun "Veröffentlichen". 

 bis 2017ab 2018 (unvollständig)
ITnach akuten Bedarfen
zusammengestellte Computer
  • neues IT-Sicherheitskonzept
  • neuer Home-Server und NAS
  • neues Testrack
Sport & Fitnessaus "Resten" zusammengestellt
  • neue Schuhe
  • neue Winterlaufklamotten
  • neues Triathlonrad
 Foto & Video
gesammelte Ausrüstung
  • neue Kamera
  • neue Objektive 
  • Speicherkarten
  • 3 Funkstrecken
  • Mikrofone
  • neue Scheinwerfer
  • Akkus! 
  • Transport-Kisten
Drohnen & Modellflugnoch am Anfang
  • Akkus
  • evtl. neue Photo-Drohne
  • ein kleines Flächenmodell
  • evtl. eine Horten mit Impellern
Elektronik, Messtechnik  & FunkAnaloge Geriatronik
  • neues Oszi
  • neues Netzteil
  • neues LSR-Meter
  • ein paar Dev-Boards / Arduino
  • zwei Carbonmasten 
  • /p-Aufbau
  • Microcont wieder in Schuss bringen
  • (was digitales)
PAAnaloge Geriatronik
  • neuer DJ-Tisch
  • 2 digitale Endstufen
  • neue Boxen
  • neue Kabel
  • Stative für Lichteffekte
  • Kiste mit Ersatzleuchtmitteln etc.
  • Transport-Kisten 
FahrräderWiederaufbau abgeschlossen
  • neuer Laufradsatz für das Fully
  • Transportkoffer
Wohnung noch nicht ganz eigenständig
  • neuer Kühlschrank
  • neuer Herd
  • neuer Küchenboden
  • etwas "SmartHone" 
  • Einige Möbel im Wohnzimmer 
Werkzeuggesammelte Werkzeuge
  • Vervollständigung Messtechnik
  • Umstellung auf 12V- und 18V-Akkusystem
  • Systematische Aufbewahrung
  • neue Handwerkzeuge 

IT

Die Umstellung des primären Notebooks auf Apple hat mir gezeigt, dass es "DAS" perfekte Betriebssystem nicht gibt. Bei Apple ist zuviel Fassadenfarbe im Spiel. Während das Betriebssystem und einige wenige Software für MAC OS noch sehr gut sind, wäre das meiste , was Mac-Usern als Software geboten wird, im PC-Bereich schlicht nicht konkurrenzfähig. Erstaunlicherweise betrifft das insbesondere Bild- und Videoverarbeitung, Web-Authoring-Tools und Editoren.

Zu Windows führt jedoch ab 2020 kein Weg zurück. Bis dahin muss ich also meine Bedürfnisse bestenfalls auf Webanwendungen oder Anwendungsvirtualisierung unter BSD umgestellt haben, denn Lennartware kommt erst recht nicht in Frage - da schon eher Windows 10 mit ShutUp.

Zusätzlich will ich ein paar moderne Konzepte und Technologien - genaugenommen kranken Shice - ausprobieren.  

Sport & Fitness

Sport soll mein Schutzwall dagegen sein, dass mir im Außendienst die Hotelzimmerdecke auf den Kopf fällt. (Diese Gefahr ist real!)

Ich habe mir eine Reihe auf einander aufbauender Teilziele gesetzt und werde dieses Jahr mehr Daten gewinnen und mein Training präziser steuern, da ich die Daten selbst "hoste" und auswerte. Die erste zu beantwortende Frage wird sein, warum ich immer wenn ich Trainingsbeginn in den Kalender eintrage, erkältungsbedingt drei Wochen Pause machen muss. 

Auf der Kaufliste stehen Schuhe, Lauf- und Fahrradkleidung, 1 Fahrrad, Messtechnik und E-Bücher.

Viel schwerwiegender und schwieriger wird der Eingriff in meine Ernährung. 

Foto & Video

Das wird erstmals ein scharfer Schnitt. Die neuen Kameras lösen diesmal die vorhergehenden wirklich ab (die bisherigen Gehäuse werden verschenkt oder verkauft) und sollen die Bereiche Fotografie und narratives Filmen abdecken. Bei den Camcordern findet im Gegensatz dazu nur eine "milde" Erweiterung statt. 

Drohnen und Modellflug

Drohnen sind ein sehr Außendienst-kompatibles Hobby. Sie passen in eine Plastikdose oder einen Rucksack und verlangen absolute Konzentration, was den Beruf und private Probleme für eine halbe Stunde (vier Akkus) aus dem Kopf drängt. 

Funk & Elektronik

Hier ist eine Modernisierung fällig. Ich meine - ich habe so etwas wie digitale Übertragungsverfahren mal studiert und auch über besondere Codierungsverfahren in der Langstreckenkommunikation ein paar Texte verfasst. Also sollte ich vielleicht nicht einen weiteren Sargnagel im Amateurfunksarg darstellen und mich an SSB und FM festhalten oder alttestamentarisch streng an Nur-CW-ist-richtiger-Funk glauben. Nach der Reorganisation auf dem Dachboden wird dort Platz für eine Werkbank sein, die hauptsächlich für Elektronik und kleine Reparaturen dienen soll.

PA

Meine PA entstand durch Sammeln und Reparieren von Schrott. Hier muss, wie beim Werkzeug, Struktur und Effizienz hergestellt werden. 

Wohnen und Wohnung

In der Wohnung passiert nicht viel. Ich tausche ein paar Möbel und Fußböden aus. Ansonsten kommt etwas neue Videoüberwachung. 

71 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Zirkelschluss

Bei dem aktuellen "offenen Brief" * ** zur Zukunft des Öffentlich-Rechtlichen Runkfunks erinnere ich mich an eine Situation, als Dieter Bohlen bei irgendeiner selbstinszenierten Preisverleihung der Musikindustrie seine Dankesrede hielt und darin der Satz fiel, dass er schon immer nur gute Musik machen wolle. Ein Spaßvogel im Publikum rief laut "Dann fang endlich damit an!" und hatte die Lacher für sich.  

Bei allen Thesen fehlt es an Deduktion. Es strotzt dafür aber Wunschdenken und dem Fakt-durch-Meinung-Muster. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk bot in den vergangenen 67 Jahren keine "journalistisch-redaktionelle Selbstbeobachtung der Gesellschaft im öffentlichen Interesse". Dazu war der Meinungskorridor stets zu eng. Der Vorwurf ist natürlich billig, aber ich fand zum Beispiel in der Geschichte der ARD einen einzigen Vorsitzenden ohne Parteibuch (einige waren anscheinend für die Wikipedia nicht relevant genug), während in der realen Welt die Verhältnisse genau andersrum sind. Da haben etwa 98% kein Parteibuch.

Insgesamt trieft das Pamphlet ab der ersten Silbe von einer Überhöhung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. An der Stelle, an der die Verfasser mit den Zwangsgebühren im Rücken über die privaten Medien "von denen es durchaus auch zahlreiche qualitativ hochwertige Angebote gibt" mit Ihrer Jovialität nur notdürftig ihre Geringschätzung gegenüber denen überdecken, die mit ihren Medienprodukten entweder um die Zeit oder das Geld ihrer Konsumenten kämpfen müssen, fällt mir eher was ein, dass man getrost als nicht sendefähig bezeichnen könnte. 

Die geforderte Erweiterung des Online-Auftrags schlägt der Sache im Grunde den Boden aus. Um die Sache kurz zu umreissen: Der 12. RÄStV lässt programmbegleitende Online-Auftritte zu. Tendenziell behindern aber Öffentlich-Rechtliche Online-Medien die Entwicklung von anderen - wirklich unabhängigen - Angeboten, weil sie den Markt verzerren. Das ist der Grund für die Beschränkung und diese ist sinnvoll. Ein Blick auf die Zahlen zeigt bereits, dass die Freiheiten des 12. RÄStV eigentlich schon viel zu weit gehen. 

Im Grunde entwickelt sich der Öffentlich Rechtliche Rundfunk aber zu etwas, das bei der Festlegung der Struktur und beim Runkfunkurteil mit der "dienenden Freiheit" gar nicht denkbar war. Mit zunehmender Entgrenzung steigt aber der Legitimationsbedarf und der wurde angesichts der zunehmend offen verfolgten (pro-transatlantischen, anti-russischen, pro EU-) Agenda der öffentlich-rechtlichen Sender oder dem Versagen um die Ereignisse in 2015 immer weniger erfüllt. 

Somit sehe ich eher eine Besinnung auf einen Rundfunk-Begriff, der die rechtliche Seite der Realität wieder näher bringt, angezeigt. Die Entwicklungs- und Bestandsgarantie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kann auch innnerhalb der Bahnen des Rundfunks im Sinne der per Funkwelle durch einen Draht oder durch die Luft übertragenen Sendung ohne abgeschlossenen Empfängerkreis stattfinden (Das war mal die Rundfunk-Definition die dem Amateurfunkgesetz und der AfuV zu Grunde lagen. Internet fällt nicht darunter, da jedes Paket einen Empfänger hat.). Dass aus dem Rundfunk-"Auftrag" aus dem Urteil mit der dienenden Freiheit jemals ein Telemedien-Auftrag geworden wäre, kann ich nicht erkennen und dieser Grad der Entgrenzung bedarf auf jeden Fall einer Neuverhandlung, vor allem einer Grenz-Setzung. 

Ich hätte mal einen Alternativvorschlag: 

These 0: 

Das Internet ist von sich aus durch seine grenzenlose und frei Struktur unabhängig und vielfältig. Es braucht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht um dieses zu leisten. 

These 1:

Der öffentliche Rumfunk braucht abgeschlossene Definitionen für die Begriffe Rundfunk, Grundversorgung und Auftrag.
Das heißt, dass das, was nicht in den Definitionen enthalten ist, kein Rundfunk ist, und der Rundfunk nicht ewig weiterwuchern kann.

These 2: 

Der Grundversorgungsauftrag könnte auch, wie die Müllentsorgung oder Universaldienstleistung für Post und Telekommunikation, öffentlich ausgeschrieben werden. 

These 3: 

Entwicklungsgarantie kann auch bedeuten, dass ein einziger Sender, der acht Stunden am Tag sendet, ausreicht und man die jetzt dreistelligen Fernseh-, Radio und Social-Media-Kanäle in dieser Richtung entwickelt. Das kann zum Beispiel angezeigt sein, wenn man zu 85% der Gruppe unter 29 Jahren den Kontakt verloren hat. In den 50er Jahren gab es außer Papier und Rundfunk keine zu Hause konsumierbaren Medien, die Sugestivkraft entfalteten und der Meinungsbildung zutrugen. Somit kann ich nicht erkennen, warum das, wenn das Internet und im Speziellen soziale Medien mehr Zeit binden als damals die Zeitungen, heute nicht ausreichen sollte. 

These 4: 

Eine Finanzierung durch einen steuerfinanzierten Fonds unter Kontrolle der KEF wäre ebenfalls staatsfern. Und die Menge der Steuerpflichtigen geht nicht mehr restlos in der der Beitragspflichtigen unter. 

These 5:

Die KEF sollte weniger den Status einer Eigentümerversammlung als den einer harten Kontrolle haben. Hier sollten die die ÖR-Medien im Sinne eines Monopolanbieters einen Günstigkeitsnachweis bringen müssen mit der Möglichkeit für die Beitragszahler bei nachgewiesener Untreue oder Verschwendung diese Summen zurückzufordern. 

* hier sehe ich schon das erste Problem: Als Brief hätte dieses Thesenpapier allenfalls Absender aber keine Adressaten

** Das zweite: Obwohl jede Menge Was-mit-Internet und Was-mit-Medien bei den Unterzeichnern sind, nutzen sie eine umlautkodierende URL, was zumindest bei meinen Browsern zu Probleme mit dem Phishing-Schutz führt, daher der Link zu einem Transkript