Falk Dübbert

ein privates blog

vor 1 Tag
von Falk Dübbert
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Wochenrückblick KW 46: Planübererfüllung

Bei mir ging es damit weiter, zunächst die Möglichkeiten, danach die die Fortschritte und am Ende die zu lösenden Probleme zu erkennen.

Beim Krafttraining hatte ich endlich den ersten echten Durchbruch.

Das sind 140kg und sie machten auch bei längeren Sätzen keine echten Probleme. Außerdem konnte ich viele Übungen, die ich bislang aus Unsicherheit an Maschinen durchführte, an die Lang- bzw. Kurzhanteln verlegen. Dazu kommt dass ich jetzt ohne Probleme so lange schnell laufen kann, dass mir die Puste ausgeht. Bis vor einigen Wochen war das Knie noch der limitierende Faktor.

Das Rennrad werde ich im Laufe der übernächsten Woche auf Winterbetrieb umbauen. Es bekommt Schutzbleche, Winterräder und -Bremsbeläge und in Sachen Triathlonrad verdichten sich die Anzeichen, dass ich Ende April ein „Chinarello“ bauen werde.
Die Mountainbikes fahre ich jetzt erstmal so, wie sie jetzt sind, durch den Winter. Da kommen höchstens je noch ein Laufradsatz.
Dem Alltagsrad drohen im Frühling allerdings Hydraulikbremsen und Rennrad-Schaltung, damit Rennrad, Triathlonrad und Alltagsrad ähnlich abgestufte Schaltungen haben und ich wirklich blind schalten kann.

Mein IT-Plan ist nun auch in der Detail-Phase angekommen. Da ich im kommenden Jahr eher non-territorial leben werde, plane ich, das letzte NAS stillzulegen und die Daten daraus in eine oder mehrere Clouds zu verlagern und der Webserver wird über den Jahreswechsel sein großes Update und die GIT-Integration bekommen.

vor 6 Tage
von Falk Dübbert
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Zeit-Budget 2019

Ich dampfe, wie ich schon öfter erwähnte, meinen Besitzstand ein. Das Ziel ist nicht, am Ende zwei leere Pop-Zen-artige de facto leere Wohnungen zu haben, sondern die gewünschten Funktionen mit so wenig Aufwand wie möglich besetzen zu können. In meiner Mini-Mid-Life-Crisis Mitte diesen Jahres, habe ich noch daran gedacht, „Hobbys“, die bei mir immer wieder Gastspiele geben um kurz darauf wieder für ein halbes Jahr in der Versenkung zu verschwinden, richtig aufzugeben. 

Persönliche Krisen haben den Reiz, sehr klare Konzepte abzuwerfen, weil man in seiner Verzweiflung bereit ist, alles in Frage zu stellen. Als Beispiel kann ich meinen Kaffee-Kult erwähnen. Ich kann meine Kaffeezubereitung regelrecht Regel-gerecht zelebrieren mit Mahlen, Tampern, Ansetzen, First-Shot und Bildern im Milchschaum, falls Rorschach-Figuren zählen.
Ich kenne auch etliche Leute, die in einer Sinn-Wiederfindungs-Phase ihre Kapsel-, Pad und Vollautomaten abstießen, für 6 Wochen mit italienischen Barista-Maschinen experimentierten und am Ende bei einer Kapselmaschine landeten, die kleiner ist als das Gerät im Ursprungszustand. Kaffeegenuss spielt bei den Leuten dann keine Rolle mehr und sie trinken Nachmittags „Wasser“, so, wie man aus der Stadt mit der gescheiterten oder unglücklichen Liebe auszieht, um die Exposition zu minimieren. 
So etwas möchte ich nicht. Ich behalte meinen Vollautomaten. 

Trotzdem ist Zeit bei mir ein, wenn nicht der kritische Punkt.

Eine Woche hat 7×24 = 168 Stunden.

Ich schlafe etwa 7 Stunden und gönne meinem Körper etwa eine Stunde Aufmerksamkeit am Tag, worin die tägliche Wartung eingeschlossen ist. Ok. Aktuell liege ich bei unter 5 Stunden – allerdings arbeite ich daran, wieder in gesunde Fahrwasser zu kommen. Also bleiben 112 Stunden, von denen 14 Stunden für Pausen und Essen wegfallen, 45 Stunden nimmt die Arbeit ein, im kommenden Jahr kommen 18 Stunden für Wegezeiten pro Woche hinzu. Es bleiben 35 Stunden Frei-Zeit pro Woche. In 2019 rechne ich mit Brutto 2,5 Stunden Sport am Tag, was die Freizeit schon wieder halbiert und mein Lese- und Film-Backlog wird immer länger. 

Burn-Outs sind bei mir ein geringeres Risiko als Bore-Outs. Ein „Hobby“ muss vor allem im Gehirn stattfinden. 

Als gesetzt gelten:

  • Fahrradbasteln an Mountainbikes und Triathlonrädern
    Für die MTBs kommen je neue Laufradsätze und beim Fully die Umstellung auf 1×11.
    Das Triathlonrad bekommt ein schwarzes Geschwister aus Carbon. (Der Vater ist der gleiche.)
  • Amateurfunk
    Eigentlich ein totgeglaubter Zombie, weil er für mich ein „toxisches“ Hobby ist, bei dem ich einsam in der stillen Stube versauere, aber in der Tendenz ist der Zwang zur inneren Ruhe und Konzentration beim Morsen für mich sehr wichtig und richtig. Der Amateurfunk tritt an die Stelle des Pistolen-Schießens und Schwertkampfs, die sonst diesen Zwang zur absoluten Konzentration ausübten.
    Die Gefahr, wenn man mit zuviel Gedanken im Kopf in den Dojo oder den Schießstand tritt, ist nicht, dass man sich oder andere verletzt, sondern die, dass man zu schlechte Leistungen zeigt, was man wieder zu kompensieren versucht und was dann wieder zu schlechtem Stil und noch schlechterer Technik führt.
  • Fotografie und Videos drehen. 
    Mal sehen. Ideen sind da. 
  • Podcasting
    Hier bin ich schon deutlich weiter. Da sind es nicht nur Ideen. 

Das Training, also Sport, hat sein eigenes Budget und gilt als sakrosankt. Bei den Hobbys kann es durchaus Ereignisse geben, für die ich das Zeitbudget nulle.

vor 11 Tage
von Falk Dübbert
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Jetzt habe ich eine Nähmaschine

Ich war heute wieder im Fitness-Studio. So langsam komme ich wieder in die Sache hinein. Noch bin ich ewig weit entfernt von alter Form und Fitness aber es sieht zunehmend gut aus.
Heute konnte ich meine Übungen mit Ausnahme der Freihantelübungen bis an die Erschöpfung der jeweiligen Muskelgruppe treiben. Im Ergebnis habe ich eine Nähmaschine mit nach Hause genommen. So nannten wir beim Klettern einen überanstrengten Muskel der beim leichtesten Versuch der Anspannung grobmotorisch zittert.

Da ich mir relativ wenig Zeit für das „Fitwerden“ gegeben habe, müssen die Reize beim Training schon recht deutlich sein. Daher führe ich die am jeweiligen Tag belasteten Muskelgruppen jeweils weit aus ihrer Komfortzone heraus.  Das Ziel ist, bis Ende Januar hier eine Spalte weiter zu kommen und trotzdem weiter Gewicht zu verlieren. Meine Idee dabei ist, dass, wenn ich einen Grundstock an Muskulatur aufgebaut habe, ich „nur“ noch Ausdauer und Kraftausdauer trainieren muss.

Das hat etwas mit „Serialisierung“ der Probleme zu tun. Nach dem kleinen Zusammenbruch im September, bei dem sich die persönliche braune Masse einfach zu hoch auftürmte, habe ich eine strikte ein-Problem-zur-Zeit-Regel. Ich betrachte mein Leben momentan ein bisschen wie das Überleben auf einem Schiff. Man löst das Problem, dessen Lösung man angefangen hat. Auf einem Schiff stopfe ich zunächst die Lecks damit der Kahn nicht weiter vollläuft (= Umstellung der Ernährung), dann lenze ich den Maschinenraum (= erste Gewichtsreduktion), sorge dafür, dass die Maschine läuft (=Wieder-Anlage der Muskulatur) und nehme anschließend Fahrt auf (= Kraftausdauertraining). Wenn man genug Probleme löst, überlebt man und erreicht den nächsten Hafen.  Ich habe aber nichts davon, mit halbgestopften Lecks den Maschinenraum zu lenzen und man kann nicht alle Freunde retten.

Bis Ende Januar lege ich also Muskulatur an. Die Ausdauereinheiten dienen dazu, die Kaloriensalden sauber im Minus zu halten und nicht ganz rauszukommen.
Die Trainingszeit ist vorerst auf 6 × 90 Minuten pro Woche begrenzt, von denen maximal 30 Minuten „hart“ sind. Diese Zeit mit maximaler Anstrengung wird bis Ende Januar schrittweise länger aber hauptsächlich wird die Belastung härter. Momentan stecke ich den Bolzen bei Maschinentrainings pro 14 Tage ein Loch weiter und auch bei den Hanteln lege ich jedes mal mehr auf. Wenn ich bei der Gewichtssteigerung an meine Grenze stoße, steigere ich die Anzahl der Wiederholungen, bis ich wieder das Gewicht steigern kann. Aktuell sind es 4×10, allerdings als 12, 10, 10, 8  ausgeführt. Ergolungsphasen ergeben sich dadurch, dass jede Muskelgruppe nur einmal pro Woche „dran“ ist und selbst das Ausdauertraining am nächsten Tag diese Muskelgruppe in Ruhe lässt. 

Ab Ende Januar ziehe ich das Krafttraining in die Morgenstunden und trainiere Ausdauer am  Abend.

Die wichtigste Schraube, an der ich jetzt gedreht habe, ist die Umstellung auf das Trainings-Saldenmodell. Es besagt, dass man ausgefallene Einheiten vor der nächsten Fälligkeit nachholen muss. Dadurch bleiben die Kaloriensalden schön im Minus. Für mich bedeutet das, dass ich Sonntags das an Reisetagen, die der Job mit sich bringt, liegengebliebene Training nachholen muss. Ab Februar sollte der Saldo kein Problem mehr sein, daher muss ich dann nichts mehr nachholen, aber der Sport-Frei-Tag wird der Montag sein.

vor 13 Tage
von Falk Dübbert
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Technik und Technologie

Mit den ganzen Umstellungen, oder, wie ein guter Freund es nannte, der "Häufung drastischer Maßnahmen" würfel ich auch ein paar Dinge in meinem Technik-Stack um.
Zum einen stelle ich meinen Home-Storage gerade um, er dient nur noch als Backup-Ziel für die Cloud. Die Zeiten, dass ich Terabyte-Weise-Filme vorhalten musste, sind ziemlich genau seit Netflix vorbei. Selbst meine eigenen "Produktionen" habe ich online. 

Auch die Testserver zu Hause haben ein neues Zuhause gefunden. Mein Arbeitgeber nahm sie bei sich in dem Rack-Platz auf, der durch Verlagerung der eigenen IT in die Cloud frei wurde. Dadurch, dass die Testumgebung jetzt auch mal länger laufen kann, bieten sich ein paar neue Möglichkeiten für aufwändigere Tests. Bei mir zu Hause war die Testdauer immer durch den Bedarf an der Waschmaschine limitiert, weil sich alle Steckdosen eine 16A-Sicherung teilten und Testrack und Waschmaschine oder Mikrowelle zusammen mehr als 16A Strom gezogen hätten. 

Diesen Monat möchte ich einen ZFS-Storage und einen Veeam-Server in Betrieb nehmen, so dass alle Elemente (WAN, LAN, Storage, Compute, Management, Monitoring, Logging, Backup, Archive) einer konventionellen IT vorhanden sind. Dann beginne ich damit, dem leeren Template die Wesenszüge einer bimodalen-IT zu verpassen. Also Dev intern mit Push-to-Production. Ab Dezember kommt das erste Testnetz mit Automatisierungen und Containern und ich möchte mich mit ein paar DevOps-Frameworks und -Techniken auseinandersetzen. 

vor 14 Tage
von Falk Dübbert
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Noch mehr Mitnahmen aus dem Trail-Workshop

  • Systematisches Vorgehen beim Bike-Check (3/5)
    Die gerissene Speiche, die mir erst auf dem Parkplatz auffiel, war unnötig. Hier muss ich mir eine Prüfliste vorbereiten. Das gezeigte Vorgehen war schon besser als mein bisheriges, aber so eine Hauptuntersuchungsliste, die man abstreichen kann, würde den Zeitaufwand für eine Tour-Vorbereitung zum einen senken und zum anderen abschätzbar machen.
  • Das Bike in Taschen zu transportieren ist meiner Ansicht nach eine gute Methode um das Auto vor dem Bike und das Bike vor dem Auto zu schützen. Im Flugzeug, Zug oder Reisebus werde ich um einen Koffer nicht herumkommen.
  • Bike-Prepping (2/5)
    Ich werde den oder die Bike-Werkzeugkoffer in Ordnung bringen und etwas nachbestücken
  • Laufräder, Reifen und Wetter
    Die Felgen haben schon ganz schön einen eingeschenkt bekommen und die Wild'n'Rock'r in 2,4 Zoll sind ordentlich schwer. Ein zweiter, besserer Laufradsatz steht schon länger auf der Liste. Damit könnte ich auch bei wechselndem Wetter dann vor Ort reagieren und ggf. auf Schlammreifen wechseln oder bei einem Defekt am Vormittag den Nachmittag retten.
  • Das Rad ist gut!
    Vor dem Workshop hatte ich gedacht, dass das Ausbleiben von Fortschritten an meinem veralteten Fahrrad lag und ich bei meinem Gewicht, das jetzt mal ungeschönt gesagt, noch im oberen Bereich der Skala von "sportliche Menschen" liegt, außer Runterhungern keine Möglichkeiten habe, da etwas zu ändern. Die Minute Pro gilt in Tests von 2014 als etwas lahm und zur Überdämpfung neigend. Der FoxFloat-Dämpfer ist mit mir noch an der Grenze zu "überfordert". Aber bei den Schussfahrten und in den technischen Passagen konnte ich dank der vermittelten Fahrtechnik etwas am wahren Potenzial des Focus Thunder AM 130 riechen, das andere freilegen können. Ein 27,5er würde aktuell zu wenig Vorteile bringen und bei den neuen 29er AMs will ich noch abwarten. In der Tendenz dürfte das Thunder in der aktuellen Konfiguration mehr als reichen. Aufgrund der Leben-an-mehreren-Orten-Situation kommendes Jahr wäre da argumentativ noch Platz für weitere Räder, nämlich ein Rennrad und ein MTB, aber in der Tendenz halte ich die Plätze mit einer Ausnahme für gut belegt. Denkbar wäre, das Thunder mit ein paar Updates entweder mehr in Richtung Downhill oder Richtung AM zu schieben. Aber eigentlich wurde es auch von Focus genau da platziert, wo es ist. Diese Auslegung passt sehr gut zu mir und ich würde bei Updates jetzt in erster Linie den Zugang zu guten Verschleißteilen wiederherstellen wollen.

Rolle

Rad

Plan

Fully-MTB

Focus Thunder AM 130

Neue Laufradsätze

Hardtail-MTB

Focus Bold^2 29

Neuer Laufradsatz

Alltagsrad

Eigenbau

Neue Rennrad-Schaltung,

Maguras,

Rennrad

Cannondale

neuer Sattel, neue Bremsen

Triathlonrad

Wheeler TT2

neues Rad

  • Üben! Üben! Üben! Gut; dass dürfte selbsterklärend sein. Mit dem Kurs wurde mir die Tür gezeigt, durch die ich gehen kann. Ich habe jetzt fünf Monate Zeit, zweimal im Monat einen Trail zu finden, mich einer Gruppe anzuschließen und mich weiter zu entwickeln.

vor 16 Tage
von Falk Dübbert
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MTB-Anfänger-Workshop von Trailtech in Bad Harzburg: Uff! …aber schön!

Ich war am Samstag zum Level1 Workshop nach Bad Harzburg gefahren. Technisch habe ich recht viel Ahung von Fahrrädern. Ich bin ja kein Fahrer sondern ein Schrauber. Überspitzt gesagt mache ich das mit dem Fahren nur, damit wieder was kaputt geht und ich es reparieren kann. Nein: Fahrradfahren ist schon ein großer Punkt in meinem Training und die jetzigen Umstellungen sind Teil des großen Programms mit einer dichten Folge drastischer Maßnahmen. Ich will mich vom gefühlskalten Berechner zum Erleber wandeln, aber ich kann mir keinen Cuba-Aufenthalt leisten und plane noch lange auf diesem Planeten zu wandeln. (11 Bonuspunkte für die, die diese Referenz entschlüsseln könnten.)

Außerdem soll das Mountainbike die Plattform für das Radtraining im Winter darstellen. Zumindest solange es halbwegs trocken bleibt und nicht absolut kalt ist.

IMG_3921Der Leon ST ist eigentlich ein bisschen klein für einen MTB-Transporter, aber 300km pro Weg Autobahn im Vitara mit Heckträger, der jeder Bodenwelle hinterherläuft und sich bei mehr als 120km/h deutlich über 15 Liter Superplus genehmigt hätte, hätten die Aktion zur drei-Tage-Nummer aufgeblasen.

Also habe ich den Montageständer, eine Tasche mit Werkzeug und mein Fully in einer etwas zu kleinen Fahrradtasche verpackt in den Leon gelegt und  bin am Samstag in aller Frühe losgefahren. (Die Notfalltasche ist immer im Auto und ihre Anwesenheit hat nichts zu bedeuten.) Für Bike-Transporte werde ich in Zukunft eine andere Lösung finden müssen. Insgesamt steht mir der Sinn mehr nach festen Koffern oder deutlich größeren Taschen mit Rollen, da "zu Hause" zumindest im kommenden Jahr wohl nicht nur ein räumlicher Begriff ist und ich einiges von meinem Inventar in einer "Cloud" aus Selfstorage-Lagern halten und meine Fahrräder mehr quer durch die Republik bewegen werde. Der Thule Roundtrip Transition sieht schon vielversprechend aus, aber irgendwie habe ich den Verdacht, dass er für ein 29er Fully immer noch zu klein sein wird und die kommenden 29er Enduros sind noch länger. Bei den 700 Flocken, die Fa. Thule dafür gerne hätte, kann ich mir aber keinen zweiten Schuss erlauben. 

IMG_2332Der Aufbruch um 05.30 war für mich schon unmenschlich, aber so war ich in drei Minuten durch den Tunnel und als alter Geizkragen bin ich (anfangs) mit Tempo 120 über die Autobahn geschlichen. Im zweiten Teil ab Hannover Garbsen habe ich mich entschieden doch richtig zu frühstücken und die Zeit dann wieder reingefahren. Die Menschenleere A7 lud auch ein bisschen zum Rasen ein. Also gab es Tempo 240 (lt. Tacho) und später bei Tempo 50 eine kleine Besichtigung der Stadt, in der ich das erste mal hochgefahren wurde.

Einige werden nun sich wundern, warum ich den Anfängerworkshop gebucht habe und mich zusammen mit Leuten, die nie auf einem MTB gesessen haben, die Behsicks und das 101 des Mountainbikings erlerne, wo ich doch schon Drops und andere Dinge fahre.

Das Problem, dass ich erkannt habe, ist aber, dass mir die falschen Basics eben nie ausgetrieben wurden und meine Fahrtechnik sich trotz viel Training nicht mehr entwickeln konnnte. Ich fing den Unterschied zwischen Anspruch und Möglichkeit dann mit einem für 2014er Verhältnisse und Norddeutschland viel zu Enduro-artigen Fahrrad auf. Habe also ein Struktur- und “Software”-Problem mit Hardware zugekippt. Damit habe ich mich auch über drei Jahre in der IT gerettet, indem ich eine verkorkste Datenbank auf Allflash-Storages legte, als es Allflash noch gar nicht gab. 

Nur ist das, wie in der IT, auf Dauer keine gute Idee.

Also bin ich zurück zu den Erstklässlern und musste feststellen, dass ich vieles flasch angegangen bin.

  • Meine Haltung auf dem Fahrrad ist falsch.
  • Bei der Pedalstellung bin ich sloppy.
  • Meine Kurventechnik limitiert mich.
  • Meine Blickführung bremst mich aus. 
  • Ich brauche nur einen Finger zum Bremsen und nehme trotzdem zwei. Genaugenommen könnten die  Bremsen mit den großen Scheiben mich auch mit einem Finger mit dem Gesicht voran in den Boden vor mir rammen.

IMG_3247Ich habe auch meine Deifizite im Gleichgewicht und der Koordination vor Augen geführt bekommen und werde später hier noch viel üben müssen. Der Workshop ging vom Kleinen ins Große und jeder konnte soviel mitnehmen, wie er wollte. Die einzige hohe Stufe in der Lernkurve war ein großer Stein mitten auf der Spur mit einem Geländer am Hang. Da war mir mein Kopf im Weg und ich nahm den Fuß auf den Boden.

IMG_0255Marcel, unser Guide, war echt geduldig mit uns, vor allem mit uns Hamburgern. Dass er die ganze Tour mit einer Bremse fuhr, zeigt mir aber, wie überlegen er fahrtechnisch im Vergleich mit den Schulungsteilnehmern ist.

Ich hatte beim Abschluss, einer Schussfahrt (Downhill), fast ein bisschen Probleme mein Enduro-AM-Fully bei der Geschwindigkeit auf dem Boden zu halten. Einmal bin ich sogar gesprungen, weil ein Absatz unter dem Laub mir einen gehörigen Kick ins Vorderrad gab. Ich merkte deutlich die Nachteile der kleinen 26”-Räder gegen über den 29er und sehr breiten 27,5ern, die mit erheblich weniger Luftdruck fahren konnten.

IMG_5802Meine Waden wurden dabei ordentlich hart, weil ich mit dem Sattel tief im Sattelrohr und den Füßen im Klick das erste mal ohne Möglichkeit die Beine zu entlasten länger unterwegs war. Anhalten hätte ein Unfallrisiko mit dem wenige Sekunden hinter mir nachfolgenden Fahrer bedeutet. 

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Danach merkte ich meine Schultern, denn soweit vorne auf dem MTB war ich noch nie unterwegs – schon gar nicht bergab. Zurück habe ich zwei Pausen eingelegt, weil ich erstens schon 12 Stunden auf den Beinen und zweitens von den Eindrücken und den Adrenalinkick am Ende des Workshops echt gefordert war. Aber jetzt habe ich den Harz entdeckt und die Harburger Berge und die Gegend um Stuttgart schau ich mir in den kommenden Wochen genauer an. Rentner-Erschrecken am Steilufer in Blankenese reicht ab jetzt nicht mehr aus.

vor 18 Tage
von Falk Dübbert
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Wohenrückblick KW44

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Diese vergangene ist eine ereignisreiche Woche gewesen. Ich habe zwei Erschütterungen in der Macht gespürt. Zum einen hat Angela Merkel den Abschied auf Raten gewählt. Fired-rich (haha! Wortspiel) dachte, er hätte lange genug am Flussufer gewartet* und ist von seinem Aufsichtsratssitz aufgestanden. Die für mich heftigere Entwicklung ist der Kauf von RedHat durch IBM. 

Für mich wirkt die Entscheidung etwas wie eine Verzweiflungstat und fügt sich in die Art wie die drei weiblichen Kapitäninnen Whitman, Mayer und Rometty ihre Unternehmen führ(t)en. Während Yahoo allerdings bereits gesunken sind HP(E) und IBM tun sich mit der Transformation schwer. Während Medien und Businesskasparles immer noch das Cloud- und Agile- Lied singen, ist die Entwicklung in Europa seit dem 25.5. langsamer und in Ausstralien und Asien rückläufig. Aber auch in Europa werden die ersten Stimmen, die nicht "Cloud first - Bedenken second" sagen, laut und zumindest in der Fachpresse ernstgenommen. 

IBM übernimmt RedHat und reiht sich damit endgültig in die Reihe der Unternehmen ein, die Innovation kaufen müssen. Das Problem mit dieser Entscheidung ist, dass man wenn man es einmal getan hat, ein Klima der Wirt-schaft erzeugt, die Innovation erstickt oder vertreibt und den Zukauf wiederholen muss. Schumpeter hatte bei HPE stets recht bekommen und ich denke nicht, dass IBM sich da anders entwickeln wird. Schumpeters Aussage, dass die Originalität eines Unternehmens an sich ein wichtiger Wert ist, ist an IBM schön zu sehen. IBM hat das Hardware-Geschäft erst fremdbeauftragt und dann zu großen Teilen abgestoßen. International Business Machines stellt immer weniger machines her. Ich habe nach schlechten Erfahrungen darauf geachtet nur noch für Firmen zu arbeiten, die einen "Geist" haben, für den sich die Mitarbeiter begeistern können. Wachstum großer leerer Zombie-Hüllen zeigt in der Regel auf kommende große Veränderungen.

Ich kann aber nicht sagen von wo sie herkommen werden, genau wie ich in der Politik nicht wirklich davon überzeugt bin, dass ein Vorsitzender Merz positive Effekte auf die CDU hätte. Sicher hätte er positive Effekte auf die SPD, aber die Hoffnung der CDU die 10% bis 20% von der AfD zurückzugewinnen, dürfte irrig sein. Ich habe eher die Sorge, dass eine Teilung der Macht dazu führt, dass zuviele in der zweiten und dritten Reihe Morgenduft wittern, lange Messer auspacken und die CDU auf Niveau der Handlungsunfähigkeit der SPD stürzt und - nachdem das gesamte Spitzenpersonal beschädigt wurde - auf deren Niveau, was die Führung angeht. 

Meine Woche war auch *spannend* allerdings habe ich nun Klarheit für das kommende Jahr und im Grunde eine schöne Basis, auf der ich gestalten kann. Meine "Dienstgipfelhöhe" muss ich allerdings noch mal deutlich steigern. 

Am Wochenende gibt es noch mal Intensiv Sport. 

 

* "Setze dich an einen Fluss und warte bis die Leichen deiner Feinde vorbei treiben." wird gerne Laozi zugeschrieben und ist seit "Rising Sun" und der pop-Zen-Bewegung der 00er Jahre ein zu Tode gehyptes Zitat. Tatsächlich stammt der Ausspruch von Konfuzius (im Original: "子 在 川 上 曰, 逝者 如 斯夫,不舍 昼 夜" und könnte nach "Konfuzius sprach am Ufer: 'So fließt alles wie dieser Fluß, ohne Aufhalten, Tag und Nacht'" übersetzt werden.) Laozis Taoismus ist immer handlungsorientiert aufgestellt und würde daher auch nicht passen. 

Wer viel Spaß an IT hat, versucht mal die Übersetzung von Google "Die Verstorbenen wie Steve geben nicht auf" irgendwie ein einen Kontext zu bringen.