Falk Dübbert

immer noch ein privates blog

23. Februar 2019, 11:04
von Falk Dübbert
Keine Kommentare

Das Konzept der neuen Wohnung

Habt ihr schon mal – außerhalb von 2001 – Atmospheres von Györgi Ligeti gehört? Ich finde die Stelle bzw. den Teil, an dem sich aus dem undefinierten Urklang so etwas wie Ordnung herauskristallisiert und man feststellt, dass diese Ordnung schon immer da war, einfach beeindruckend.

Genau so verhält es sich mit dem Konzept hinter meiner Wohnraumgestaltung.

Ich habe sage und schreie 104 Inspirationsbilder allein von Wohnzimmern in meiner Notiz, die ich für die Planung verwende.

Jetzt muss ich „nur“ noch die Gemeinsamkeiten feststellen und durch Ordnung zu Richtlinien verdichten. Das ist keine einfache Aufgabe, weil man in diesem Prozess gerne dazu neigt entweder ein zu fundamentalistisches Konzept zu verfolgen, das die eigenen Bedürfnisse nicht abbildet oder an der entscheidenden Stelle im Interesse einer schnell verfügbaren Lösung das Konzept zu sehr zu verwässern.

Also schreibe jetzt noch mal die grundlegenden Ideen meiner Pläne beiseite. Ursprünglich wollte ich den letzten Artikel dazu überarbeiten, aber habe mich entschieden, den alten Artikel auszublenden (die Links bleiben erhalten) und diesen hier zu posten.

Wohnzimmer
Grundidee und Ziel des Raums: Abstand zum Tag herstellen aber nicht zu beruhigend wirken
Wände und Holz-Möbel: geometrisch und solide.
Polstermöbel: freundlich, warm und einladend.
Dekoration, Bilder und Technik: lebhaft und fröhlich

Deutschland ist das Mutterland der weißen Raufasertapete, weil persönlicher Mut und Unabhängigkeit hier stets mit Argwohn betrachtet werden. Mut, nach vorne zu treten und den Kopf abgebissen zu bekommen, wird schon im Kindergarten bestraft. Das Ergebnis ist: Die Kinder passen sich an oder bauen narzisstische Verhaltensweisen als Selbstschutz auf. (Die andere Möglichkeit: sie zerbrechen an der Erwartungshaltung anderer und den eigenen Ansprüchen.) Daher sind „Macher“ stets Narzissten oder haben so ein geringes Selbstwertgefühl, dass sie „Nein“ einfach aus dem Sprachschatz verloren haben.

Zurück zum Thema: Ich wohne viel in Hotels und zum Glück, erlaubt mir meine Arbeitgeberin zwar bei weitem nicht die Spitzenklasse, aber immerhin die Klasse Hotels, in der das Design nicht muffig alle 20 Jahre für eben 20 Jahre stehen bleibt. Es gibt sie noch: Die Häuser, die versuchen, viel zu schwerfällige Chrom- und goldfarbene Applikationen in viel zu kleinen Räumen unterzubringen. Dazu werden gerne rundliche Steckdosen in warmweiß genutzt und die Wände sind dazu dann auch warmweiß oder gar gelblich abgestimmt. Febreze kämpft tapfer gegen die Vergangenheit als Raucher noch nicht für die Renovierung herangezogen wurden, wenn sie das Schildchen neben dem Telefon ignorierten.
In Gegenden, in denen die Hotels eben Teil eines Konzerns sind, und dessen internationales Mindset auch das Design erreicht, sieht die Sache anders aus: in erster Linie findet man man Mut zu Farben (aber nie Grün) und stellt fest, dass in Zeiten wo man überall Licht haben kann, dunkle Wände eigentlich nur Vorteile bieten. Gerade, wenn man den Raum aktiv gestaltet und nicht durch schiere Masse von Dingen versucht, eine Aussage zu treffen tritt eine dunklere Wand stärker in den Hintergrund.

Weiße Wände in Wohnzimmern werden eigentlich immer von vollen Bücherregalen und hohen Schränken begleitet. Ich will das nicht auch noch pathologisieren, aber: das beides will ich auch nicht. Genau genommen will ich in der neuen Wohnung keinen Nippes, kein Gerödel und vor allem keine Bücher. Kennt ihr vom Glauben abgefallene Veganer, die sich dann Chuck-Norris-Burger mit extra Bacon bestellen? Genau so.

Mein neues Wohnzimmer wird durch seine Länge und die Tatsache, dass die Fenster an der Schmalseite nach Ost-Süd zeigen, abends kaum natürliches Licht abbekommen und um dieses dann zu verteilen, müsste ich schon Alufolie tapezieren und auf dem Boden auslegen. Ich kann oder muss daher der Wand eine harte Farbe verpassen und viel künstliches Licht einsetzen.
Grundsätzlich will ich in der Wohnung immer einen Kontrast zwischen den feststehenden, den weichen und beweglichen Dingen erschaffen.
Da ich bei den bislang kurartierten Bildern und Objekten im Wohnzimmer extrem ins Bunte oder besser formuliert ins extreme Bunte gehe, nehme ich die depressivste Farbe, die ich kenne, an die Wand: neutrales Grau – um genau zu sein Fehgrau – und kombiniere es mit fast schwarzen Möbeln und weißen Hochglanz-Fronten. Konventionell gestaltende Menschen würden jetzt „Das nimmt Licht weg!“ sagen, aber es hat wenig Sinn, meine Wohnung nach deren Geschmack einzurichten.
Die eine Wand wird von der TV-Aufbewahrung dominiert – ich bin ein Nerd und in der Wand werde ich viel Nerdzeug einbauen.
Allerdings plane ich mit Ausnahme des Verstärkers, der seine Wärme loswerden muss, und natürlich der acht Boxen eine sehr zurückhaltende Aufstellung in den Möbeln und die Geräte sollen dabei klein und smart sein und dürfen auch mit Displays und LEDs um Aufmerksamkeit heischen. Signalkabel werden im Wohnzimmer so dünn wie möglich und in Textilschläuchen gebündelt sein. Mit Verlaub: wir sprechen von TOSLINK-Verbindungen mit 2m Länge. Das ist digital und im Wesentlichen kennt SPDIF und TOSLINK nur „geht“ oder „geht nicht“. Jitter, Bit-Error-Rate und andere Scherze sind bei den Kabellängen, Frequenzen und Pegeln eher theoretische Probleme. Bei den Lautsprecherkabeln kommen im Gegensatz dazu textile Rundkabel zum Einsatz, weniger weil sie besser „klingen“, sondern eher weil sich bei 7.1 sichtbare Kabel doch nicht vermeiden lassen und die Billo-Lautsprecherkabel sind ungefähr das, was ich nicht sehen möchte.
Im Wohnzimmer-Bereich will ich auch keine hohen Schränke haben. Die Gefahr, dass ich da etwas hineintun würde, das mich dann „festhält“, ist schlicht und einfach zu groß. Alle Holzmöbel werden mit ausreichend Abstand zum Boden (wird vom Center-Lautsprecher bestimmt) an der Wand festgeschraubt.
Gegenüber der TV-Kombination ergibt sich der Platz für das Sofa etwas abgerückt von der Wand mit Platz für Decken und Kissen in Körben dahinter Eine Wand-montierte Trockenbauwand mit Lücke zur Decke und zum Boden dient zwischen Sofa und Küchenbereich als Raumtrenner und Aufhängemöglichkeit für ein kleines Wandregal als Couchtisch und löst das Problem, dass die rechte Surround-Box sonst „mittenmang im Salon“ stehen müsste.
Rechts und über dem Fernseher sorgen LED-Panels mit einstellbarer Farbtemperatur für flach stahlendes Licht, das die großen Bilder und Objekte an der Wand mit dem Sofa schön zur Geltung bringt.
Die Bilder werde ich in bunten Rahmen oder auf Leinwand gekeilt aufhängen.
Ein flach gewebter Teppich sorgt zusammen mit späteren Deckensegeln für Auflockerung und kurze Schall-Laufzeiten. Die Lichtbox hat es nicht mehr in den endgültigen Plan geschafft und weicht einer „Sichtinstallation“ für die beiden Deckenlampen und die Kameras.

Schlafzimmer
Grundidee: Energie tanken, ruhen und abschalten
Wände und Holz-Möbel: freundlich, warm und einladend
Polstermöbel: lebhaft und fröhlich
Dekoration, Bilder und Technik: geometrisch und solide.

Das Schlafzimmer soll das Kontrastprogramm zum Wohnzimmer werden. Die Wand wird mit Pastellorange (RAL 2003) sehr – nennen wir es – intensiv sein. Daher sollen die Möbel relativ normal in hellem Holz bleiben und etwas Natürlichkeit verbreiten. Als Stoffe denke ich an helle Grün-, Blau und Gelbtöne, und ich traue meiner Waschmaschine und will daher nach Möglichkeit einfarbige Textilien haben.
Das Schlafzimmer hat die große Terrassentür als morgendliche Lichtquelle. Ein Sichtschutz sollte also Blicke zwar draußen bei den Kännchen, aber Licht an sich durchlassen, weil ich dieses Licht am Morgen unbedingt haben möchte. Ich denke daher an eine Decken- oder hoch an der Wand montierte Schiebegardine mit weißen und hellgrünen Paneelen.
Objekte und Deko in diesem Raum nehmen daher die Orientierung an geometrischen Grundformen und die Idee der Reduktion auf, die im Wohnzimmer von den Möbeln eingenommen wird. Aktuell denke ich an japanische Kalligraphien, harte SW-Fotos und schlichte Objekte.
Zu diesen Objekten kommt die monolithische Aufstellung der Stereo-Anlage auf einem Glasrack an der Wand und damit hat der Raum auch schon mehr als genug.
Schwarzbraun und mattschwarz sind die dominierienden Farben für Rahmen und kleine Objekte wie Lampen oder Regale.
Das Licht wird das einzige „smarte“ sein, das sich dauerhaft in diesem Raum befindet. Ich werde zwei LED-Paneele anbringen. Eins kommt an die Decke und eins an die Wand. Dazu kommen noch vier Regalspots über dem Kleiderschrank und die Lampen am Bett.

Küchenbereich
Grundidee: Kaffee, Kochen & kommunizieren
Wände und Holz-Möbel: Teil der Wohnung
Polstermöbel: nicht vorhanden
Dekoration, Bilder und Technik: Smart.
Die Küche wird nicht sonderlich gestaltet. Schließlich ist sie gar nicht meine. Außer dass ich mein Geschirr und meine Kochutensilien einräume erhält sie eine LED-Deckenlampe und ein LED-Linienlicht über der Arbeits- und Kochfläche. Musikalisch bleibt es erstmal bei meinen vorhandenen Bluetooth-Lautsprechern. Als Tablethalter für die Küche werde ich die weniger hochpreisige Version mit dem Schlitz im Holzbrett nehmen.
An der Wand gegenüber der Küche plane ich viele kleine Fotos von 10×15 bis 20×30. Bei allen Bilderzonen plane ich Galerieschienen zu benutzen, damit meine Nachbarn und Vermieter mich auch nach der dritten Umdekoration noch mögen.

Arbeitszimmer
Grundidee: Arbeiten und produzieren
Wände und Holz-Möbel: Zweckmäßig
Polstermöbel: Zweckmäßig
Dekoration, Bilder und Technik: Zweckmäßig
Im Schnelldurchlauf erzählt kommt ein höhenverstellbarer Schreibtisch mit einem Halter für das Notebook und zwei Bildschirme mitten in den Salon. An die Wand gegenüber kommen zwei 40“-Bildschirme, darunter platziere ich lieblos ein Rack und ein IVAR-Regal läuft den Rest der Wand entlang bis zum ebenso lieblosen zweiten Computertisch mit dem Produktionsarbeitsplatz. Je ein flacher Teppich unter den beiden Tischen schützt das Laminat und sorgt für eine nicht allzu hohe Schalllaufzeit beim Telefonieren.
Plätze für den 3D-Drucker, Laserdrucker, Tintenstrahldrucker, Schneideplotter und den Flachbettscanner finden sich auf oder in dem Ivar. Stahlfächer neben der Tür nehmen Notebooks und Unterlagen auf. Diesen Raum nehme ich mir im kommenden Jahr vor, wenn ich weiß, was ich tun werde.

Flur
Grundidee: Leute empfangen und ersten Eindruck vermitteln
Wände und Holz-Möbel: Freundlich
Polstermöbel: nicht vorhanden
Dekoration, Bilder und Technik: klein und zurückhaltend
Außer einem Brett mit ein paar Haken an der Wand und einem Schlüsselkasten möchte ich nur ein paar SW-Fotos aufhängen. Hier allerdings bleibt es bei Nägel bzw. Schrauben in der Wand. Das Licht soll kaltweiß von der Decke kommen und per Bewegungsmelder geschaltet werden.

Abstellraum
Grundidee: Putzutensilien und Schuhe und Jacken lagern
Wände und Holz-Möbel: zweckmäßig
Polstermöbel: nicht vorhanden
Dekoration, Bilder und Technik: reinigend und überwachend
Im Abstellraum gibt es nicht viel besonderes: eine Lampe kommt an die Decke und eine LED-Röhre neben die Tür. Platz für Router, Alarmzentrale und einen großen Stahlschrank. Eine Mini-USV sorgt für Versorgungssicherheit und

Keller
Grundidee: Werkzeug, Technik und Sportausrüstung lagern, Fahrräder aufladen
Wände und Holz-Möbel: zweckmäßig
Polstermöbel: nicht vorhanden
Gorm-Regal und eine Werkbank – mehr stelle ich kaum auf. Die zu lagernden Dinge kommen zunächst in Plastikboxen und später in angepasste Koffer.

Plan
März:

  • Umzug

April:

  • Umzug

Mai:

  • Umzug
  • Schreibtisch

Juni:

  • Wohnzimmer Raumtrenner, Farbe und Licht

Juli:

  • Wohnzimmer Möbel 1
  • Farbe Schlafzimmer

August:

  • Gestaltung Schlafzimmer

September:

  • Lichtkonzept
  • Teppiche

Oktober:

  • Küche

11. Februar 2019, 00:38
von Falk Dübbert
Keine Kommentare

Dinge, die sein sollen.

In der neuen Wohnung will ich positiv handeln, also planen was ich tun möchte und nicht feststellen, was ich nicht mehr hinbekomme (= negativ handeln). Dazu habe ich alle die Dinge zusammengetragen, die in der neuen Wohnung sein und stattfinden sollen. Allgemein gibt es jetzt für alles einen festen Ort und der Boden bleibt nach Möglichkeit frei. In der Tendenz möchte ich auch mehr Mut zu „Farbe“ haben und Räume wirklich gestalten. Das Leben ist einfach zu kurz für weiße oder eitergelbe Wände.

Küchenbereich
Kochen, Essen, Mikropausen vom Homeoffice, Kaffee, „Telefonieren“
Wandfarbe neutral. Lichtfarbe warmweiß bis kaltweiß (3200K – 4000K).
Kommunikation (Telefon, Facetime, Tox, Skype) möglich.
Mit der größeren Küche soll da auch mehr in Richtung „modernes Kochen“ und slow Cooking passieren. Vor allem will ich weniger verarbeitetes Essen oder mehr weniger verarbeitetes Essen essen. Dazu kommt „richtiger Kaffee“. Ich will einfach einen höheren Anspruch an meine kulinarische Kultur stellen als nur satt und dabei nicht krank zu werden, aber die Küche soll auch „vernetzt“ sein, so plane ich einen Tablet-Arm zu montieren, damit ich beim Kochen nicht ganz offline bin.
Insgesamt nicht nur in der Küche kommt bei mir mit dem Umzug der Switch zu mehr „touchy“-Geräten, die zum einen mit mir mitwandern, aber dann semi-fest montiert sind, damit das Hantieren damit nicht wie bei einem Raucher zur gefühlten Notwendigkeit wird.
Ich finde dazu die Idee von vernetzten Lautsprechern ganz nett, aber ich glaube da fehlt noch eine Art Schlüsseltechnologie, wie es die Smartphones für die PDAs waren. Akustisch können als Einzelgänger weder apples homepod noch Sonos‘ One mit „richtigen“ Lautsprechern mithalten. Bei Amazons Echo und Google Home ist der Creep-Faktor zu hoch und der Nutzen zu gering. In der Tendenz würde es ein doppelter Homepod werden, wenn er als Freisprecheinrichtung nur besser wäre als eine 20 Jahre alte Polyspan-Spinne, Siri was könnte und mehr als ein Apple-Konto im Hintergrund verknüpft sein könnte. So ergibt sich aktuell kein Mehrwert und es bleibt auch angesichts des Anschaffungswiderstands von 300,- pro Stück bei konventioneller Technik. Die befragten Smartspeaker-Nutzer im Freundeskreis nutzen die Lautsprecher auch nur als Airplay-Lautsprecher, während die Assistenten-Funktionen großteils aus bleiben, weil diese zu oft fehlzündeten oder nichts verstanden.

  • 2.1 Bluetooth-Apt-X-Endstufe mit 4x Wandboxen (und später einem kleinen Subwoofer; mehr Lautsprecher bedeuten weniger Pegel)
  • Intelligentes Licht (LED-Panel) an der Decke, LEDleiste unter den Schränken
  • Tablet-Arm von König (faltet sich ggf. fast unsichtbar weg)
  • Slow Cooking – Geräte (Sous Vide, Dampfgarer)
  • Küchenmaschine, diesmal griffbereit
  • Zwei Kaffeemühlen (Espresso und Kaffee) und eine wirklich gute Siebträger-Kaffeemaschine mit Wasserfilter.
  • Heißwasserbereiter (genau… mit Wasserfilter)
  • Weinkühlschrank
  • Wassersprudler

Wohnzimmer-Bereich
Filme genießen, Freunde empfangen, Spielen.
Farbe Telegrau (RAL7045), Akzentfarbe Grün oder Gelb.
Lichtfarbe warmweiß (3200K). Kommunikation (Facetime, Tox, Skype) möglich.
Bislang habe ich mein Wohnzimmer auch als Raum mit Aufbewahrungs-Funktion missbraucht und einfach vollgestellt. Das soll nicht mehr passieren. Ich nehme die Dinge mit ins neue Wohnzimmer, die gut funktionierten. Der Rest entfällt oder findet in anderen Räumen statt.
Als Farbe für den Sitzbereich habe ich für den ersten Durchlauf Telegrau gewählt, das neutral und dämpfend wirkt und mit den schwarzbraunen und sehr geometrischen Möbeln an der Wand gut harmoniert. Ich setze helle bunte Akzente mit Lichtleisten, Bildern und sonstiger Deko.
Es wird bis auf ein paar Akzent-Regale keine offenen Möbel geben und alle sichtbaren Oberflächen möchte ich soweit wie möglich in schwarzem Hartglas ausführen.

  • Schiebegardinen (giftgrün und orange im Wechsel)
  • Rollos
  • Intelligentes Licht (IoT-vernetzte Dimmer und LED-Spots an der Decke, Akzentbeleuchtung)
  • Bildschirm, 3D-Fähig, wandmontiert
  • 7.1 Heimkino-Anlage + unsichtbare Schall-Absorber („Akustikbilder“ und Stoff-Panels)
  • Netzwerk-, Bluray-Player und Spiele-Konsole
  • mein altes Sofa (ich bin da so drauf wie der Mentalist) und ein couchy Leder-Sessel
  • flachgewebter Teppich
  • Rennradhalter (Ja! Das jeweilige Rad wird hier nur aufbewahrt)

Arbeitszimmer
Arbeiten und Produzieren
Farbe weiß. Lichtfarbe kaltweiß bis Tageslicht (4000K bis 5600K).
Dieser Raum wird etwas lieblos und unwohnlich mit Dingen vollgestellt. Erst, wenn sich das endgültige Arbeitskonzept herausgeschält hat, baue ich ggf. etwas ab und sorge für einen Stil. Allerdings bin ich aktuell in einem Großraumbüro tätig, das an Lieblosigkeit kaum zu überbieten ist und … ich FÜHLE MICH WOHL! Jedes gestaltete Puppenstubenbüro mit den ganzen modernen Rotz wie nacktes Mauerwerk oder Sichtbeton (Hallo Architekt? Schalllaufzeit schonmal gehört? [geh doch in der Tiefgarage arbeiten, wenn Du das toll findest] Verzicht auf Türen, Nonterritorialität und CleanDeskPolicy, bei dem aber die Vorgänge nicht angepasst sind und man bereits für sein Tagwerk jede Menge Zeugs braucht bringt mich auf Dauer an meine Grenze. Mein Büro soll also zielgerichtet sein, genug Bildschirmfläche und Schnittstellen für meinen Schizophrenen-Job (Kunde, Arbeitgeber und persönliche Entwicklung) bieten. Die Nutzung in der „Freizeit“ wird sich also auf zielgerichtete Tätigkeiten (Bügeln…) beschränken und der Raum sonst auch nicht weiter genutzt oder individualisiert.

  • intelligentes Licht mit zwei LED-Panels
  • höhenverstellbarer Schreibtisch mit Kabelmanagement, Qi-Ladepads, Ladeports, USB-3-Dockingstation, zwei Bildschirmen an Halterung und Telefon (dient als Basis für die Mobiltelefone), Konftel 60w und Headsets
  • Produktionsarbeitsplatz mit Schallabsorbern, USB-C-Dockingstation, Nahfeldlautsprechern und 4K-ultrabreit-Display
  • zwei 40“ LED Bildschirme (Energieverbrauchsklasse A++ – die werden lange laufen) für Newsticker, Twitterfeed, etc. und Skype mit schwenkbarer Konferenzkamera.
  • Whiteboard mit Kalender
  • 19“ Rack mit Glastür (Platz für den Server, einen Präsentationsrechner und das NAS, abschließbar und vorne und hinten mit Sicherheitsschrauben zu)
  • Stahlfach für Notebooks und Unterlagen.
  • Bizhub + Scanner + Filmscanner + A3-Drucker (new Home of the IVAR)
  • 3D-Drucker + Schneideplotter

Schlafzimmer
Schlafen und Ausruhen, Entspannen, keine (dauerhaft anwesenden) interaktiven Geräte.
Farbe pastellorange, Akzentfarbe Schwarz, Weiß oder Grau. Lichtfarbe warmweiß bis kaltweiß (3200K bis 4000K)
Hier soll es etwas mehr Zen zugehen. Der Raum soll unter anderem eine Möglichkeit zum Digital-Detox bieten. Mit Orange und den warmen Möbeln versprüht der Raum enorm viel Kraft und man muss aufpassen, sich nicht zu überfordern, deswegen wird die Dekoration eher Insichkehrung und Meditation symbolisieren. Neben meinem Daisho, das bislang wie ein StuG beim männlichen Schweizer ein Dasein im Kleiderschrank fristet, denke ich an Kalligraphien mit Sinnsprüchen oder einen Schrank-Butsudan, der allerdings entsprechend meiner Einstiegsspende auch kleiner ausfallen darf. Grundsätzlich soll sich die Größe der Objekte am vor ihnen liegenden Abstand zur Wand orientieren. Wenn ich im Flur 13×18 als kleines und 24×30 als großes Format aufhänge, lande ich im Schlafzimmer bei 50×70 als kleines Format. Ich bin aber nicht so der Familienfoto-Mensch und kann somit mehr auf dicke Hose machen.

  • Breites Bett mit Kopfteil und Tempur-System-Lattenrost und Kaltschaum-Matratze
  • Mein alter Kleiderschrank mit Beleuchtung
  • ein Sessel mit Fußhocker
  • High-End-Stereoanlage auf Glas-Rack an der Wand (Echtes High-End, nicht Poser-High-End). Das ist das Eye-Candy für mich.
  • Schiebegardinen (weiß, transluzent) + Vorhang (grau)
  • Hochfloriger Teppich, grau

Keller
Lagern und Basteln, Fahrrad aufladen
Keine Farbe. Lichtfarbe 4000k (Pendelleuchte über der Werkbank)

  • Gorm-Regal mit Sportausrüstung, Akku-Werkzeugen, Lagerplatz für Schlucksauger und Sporträder
  • Werkbank mit Hängeschrank und Konsole mit Lötstationen und Messgeräten.
  • Montageplätze für Bohrständer, Schleifmaschine, Zentrierständer und Schraubstock.
  • WiFi-Repeater und WLAN-Telephon

Abstellraum
Keine Farbe
Der Abstellraum nimmt die Dinge auf, die sonst zu erklärungsbedürftig oder unschön sind, wie Staubsauger, Teppichwascher, Bohnermaschine, Bügelutensilien, Kleinteile und Wäschekörbe, aber auch den großen Stahlschrank und den Tiefkühlschrank. Die Alarmzentrale und der Router finden hier ebenfalls ihr Heim.

10. Februar 2019, 19:24
von Falk Dübbert
Keine Kommentare

Das Kabel stirbt (aus).

Am Freitag bin ich in Stuttgart zu meinem Auto gelaufen und mir kam ein Handwerker entgegen. An einem Arm hing die Parat-Tasche und ein Einzelteil und am anderen ein Staubsauger, ein Akku-Staubsauger um genau zu sein. Ich könnte mich jetzt länger wundern, warum er einen für seine Branche untypischen DeWalt, wählte, aber ich stellte eher mit einer Priese Zufriedenheit fest, dass meine Vorhersage, dass Kabel-gebundene Geräte bis auf wenige Ausnahmen dem Tode geweiht sind, mehr und mehr zutrifft. Die Hersteller drücken natürlich mit Bundling-Preisen ihre Systemgeräte in den Markt. Gerade Deutschland ist mit seinem Hang zum Over-Engineering ein Markt für High-End Geräte und noch funktioniert hier die Trennung zwischen Heimwerker- und Profi-Segment, während in England und Frankreich Ryobi und WorkX beide Märkte mit einer Produktschiene bespielen können.

Die „Battery-Powered first“-Entwicklung ist in USA schon deutlich weiter, weil dort z.B. mehr Gewerke parallel auf der Baustelle arbeiten (ein Haus steht dort in drei Wochen – Ja! Es ist aus Holz und Gips) und durch das höhere Chaos, der Strom zum Teil erst zu einer späten Bauphase zur Verfügung steht.

In Europa, wo wir noch Angst vor Wölfen haben, wird etwas länger gemauert. Dennoch beschleunigt der Verzicht auf Kabel bei handgehaltenen Werkzeugmaschinen die Baustelle. Dass es jetzt schon Staubsauger erwischt, deren Netzgeräte-Pendant immer noch mit Leistungen im Kilowatt-Bereich unterwegs sind, sagt einiges über das geänderte Anforderungsprofil von Handwerkern aus. Letztlich dürften auch hier Vernetzungen und Datenerfassungen von Tätigkeiten engmaschiger werden. Aber zunächst wird der Prozess von umsatzfremden Tätigkeiten befreit. Der Akkusauger braucht keine Steckdose um die Krümelei vom Tausch einer Umwälzpumpe aufzusammeln. Das sind mit dem Entfall des Kabels und der damit verbundenen Tätigkeiten bestimmt fünf Minuten Ersparnis, die bedeuten können, dass man einen zusätzlichen Kunden anfahren kann.

In der Tendenz glaube ich nicht an eine Zukunft für Geräte mit Kabel, die nicht über eine außerordentliche Leistungsdichte oder Anwendungsdauer verfügen müssen. Bei einer Bohrmaschine würde ich die Grenze beim Kronenbohren oder großen Bohrhämmern ansetzen. Band- und Exzenterschleifer oder Oberfräsen haben sicher auch noch lange Schonzeit, aber bei Hand-Kreissägen wird die Wahl schon eng, wenn man nicht gerade stundenlang Betonbinder ablängt. Die Präzision ist mittlerweile vergleichbar. Ein reiner Monteur wird sicher die Akkuversion als erstes in der Hand haben und ich sähe bei den Leistungen der Akkusäge kaum ausreichend Abstand zwischen der Akkusäge mit fast 60mm Tauchtiefe und einer kleinen Tischkreissäge. Als Heimwerker auf der Suche nach der einen Säge würde ich noch das Netzgerät wählen, aber das galt vor zehn Jahren auch mal für Stichsägen.

Der Nachteil ist der Vendor-Lock-Inn-Effekt. Ein Handwerker wird seine Tätigkeiten auflisten und neben seiner Neigung ein passendes Akkusystem wählen. Ein zweiter oder anderer Hersteller wird da viel bergauf kämpfen müssen um da einen Fuß in die Tür zu bekommen. So wie es früher HP-owned Companys gab, die vom Server über die Notebooks bis hin zu den Mäusen alles von HP kauften, gibt es im Handwerk viele Markentreue und bislang sieht man nur sehr zaghafte Versuche diese Effekte aufzulösen. Eigentlich sind die großen Marken ganz zufrieden. Allerdings sehen – selbst im europäischen Ausland- immer Handwerker ihre Maschinen als Verschleißteile an. Der gefühlte Qualitätsrückgang mit der Produktionsverlagerung an das Perlflussufer tat einiges dazu bei. Die von Opa geerbte Bohrmaschine wird man heute nicht mehr so oft erleben (aber selbst wenn: wer, außer der von zu Hause ausgezogenen jungen Dame, die gar nichts anderes hat, will sich noch ein Schrägzahn-Schlagwerk antun?). Die Hersteller sind auch durchaus dazu übergegangen, Ersatzteile-Verfügbarkeiten zu verkürzen.

Ich bin gespannt, was noch aus dem Bereich vernetzte Werkzeuge kommt, aber da ist meine Vorhersage eher so, dass noch eine Schlüsseltechnologie dazwischen fehlt, wie es das Smartphone für den PDA war.