Falk Dübbert

17 Stunden zuvor
von Falk Dübbert
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Wir ziehen keine voereiligen Schlüsse.

In Deutschland sind die Insekten auf dem Rückzug und zwar alle. Angesichts der Magnitude dieser Entwicklung wäre es schon erstaunlich, WENN es eine monokausale dafür gäbe. 

Die deutschen Landwirte fallen vom Jammer- in den Verschwörungsmodus und zeigen deutlich an, dass sie an ihrer Art zu wirtschaften nichts ändern wollen. Ein paar Allgemeinplätzchen:

  • Anders als meine Lieblingspartei es nun behaupten wird, ist VW und der Diesel zunächst mal unverdächtig. 
  • Der Klimawandel würde eher zu mehr Insekten führen bzw. die Artengrenzen nach Norden verschieben. 
  • Die Vergrößerung der Flächen pro landwirtschaftlichen Betrieb führt zu allen möglichen Problemen. Die meisten haben mit der Uniformität und der Monokulturisierung zu tun.  Die Aufgabe der Zuckerquote ist so gesehen ein Schritt in die falsche Richtung. 
  • Es ist in der Landwirtschaft viel zu viel Stickstoff im Rennen. Selbst wenn es brachliegende Streifen gibt, dominieren dort (zumindest in Norddeutschland) Brennnesseln, Disteln und Brombeeren
  • Aktuelle Insektizide haben (völlig beabsichtigt) Depot-Wirkungen. 
  • Die EU hat bislang keinen Standard zum Nachweis der Bio-Selektivität der Insektizide durchgesetzt.
  • Die Verstädterung führt zum Wegfall vieler Gärten und selbst auf den Dörfern sind die meisten Gärten seit etwa 20 Jahren zunehmend pflegeleicht. 

Genau wie die Häuslebauer, Stadtkämmerer, Autofahrer oder Bausparer kommt erscheint da ein Licht am Ende des Tunnels für die Landwirte nur ist es in allen drei Fällen der entgegenkommende Zug und der Tunnel hat keine Fluchtnischen. 

Ich finde eher schon erstaunlich, dass die Landwirtschaft mit 25% der bestäubenden Insekten noch funktioniert und sogar durchschnittlich 2% Ertragssteigerung pro Jahr erzielte, wobei im Gemüse- und Obstbau mehr Geld in z.B. Hummeln gesteckt werden muss - und wird. Aber ich fürchte, dass es sich mit den Insekten verhält wie mit der Herzleistung oder Karies - wenn die Symptome offensichtlich werden, ist es viel zu spät. Wir haben noch das Glück, dass bislang "nur" der Messwert der Insektenmasse auffällt.  Um bei der medizinischen Analogie zu bleiben: Es ist egal ob die Insektizide ursächlich sind oder nicht; sie sind in jedem Fall jetzt nicht förderlich und außer für die wirtschaftlichen Interessen der Landwirte auch nicht notwendig. 

Ich rede weder den Grünen, ATAC noch der AfD gerne das Wort,  aber ich denke, dass wir in vielen Dingen die Schraube zurückdrehen müssen. Eine harte Re-Regionalisierung muss her. Es kann nicht sein, dass unveredelte Produkte wie Milch aus Italien nach Bayern transportiert wird. Damit würde auch der neuerlichen Konzentrationswelle, die durch die Lebensmittelwelt rollt, Einhalt geboten werden. 

Ebenso wird man prüfen müssen, ob man einseitige Betriebe noch fördern will. Der wichtige Punkt ist aber, dass man, egal ob es Glyphosat oder die Nervengifte in Pestiziden, hier mit ganz anderen Maßstäben anrücken muss. Es ist ja nicht mehr so, dass der Maikäfer oder Heuschrecken ganze Ernten vernichten und die Versorgung gefährden. Vielmehr handeln die Bauern in einer selbstgestellten Konkurrenz-Falle. Wenn alle auf die Pestizide verzichten, werden die Produkte entsprechend teurer und Umsatz und Gewinn sind wieder die gleichen. Natürlich werden die Landwirte dann wieder mit so unangenehmen Themen wie Personalbedarf konfrontiert werden, was sie in der jüngsten Zeit weggesprüht hatten.

6 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Ein lauter Knall!

Heute war es mal wieder so weit. Mir ist ein Auto in die Seite gefahren. Zunächst es ist weniger unangenehm in einem Auto als auf einem Fahrrad. 

Aber ich kann beides nicht wirklich empfehlen. 

Es war aber das erste Mal für mich, dass ich einfach meinen Wagen abgeben konnte, da es der Firmenwagen war. Ich bin sogar wieder mobil. Der Ersatzwagen ist sogar (deutlich) größer als meiner, jedoch werden Opel und ich keine Freunde. Immerhin hat dieser Wagen zwei Hebel, aber die Bedienung des Tempomaten ist seltsam. Ich hoffe mein Leon ist bald wieder fertig, denn zwischen "ich fahre manuell" und "der Wagen fährt" mag ich keine Halbherzigkeiten. 

 

22 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Vorhaben in 2018

Erst mal: Sorry! Der Post sollte noch gar nicht raus. Aber im Zuge des Vivaldi-Updates hat Scribefire sein Verhalten geändert. "Fortschritt speichern" bedeutet nun "Veröffentlichen". 

 bis 2017ab 2018 (unvollständig)
ITnach akuten Bedarfen
zusammengestellte Computer
  • neues IT-Sicherheitskonzept
  • neuer Home-Server und NAS
  • neues Testrack
Sport & Fitnessaus "Resten" zusammengestellt
  • neue Schuhe
  • neue Winterlaufklamotten
  • neues Triathlonrad
 Foto & Video
gesammelte Ausrüstung
  • neue Kamera
  • neue Objektive 
  • Speicherkarten
  • 3 Funkstrecken
  • Mikrofone
  • neue Scheinwerfer
  • Akkus! 
  • Transport-Kisten
Drohnen & Modellflugnoch am Anfang
  • Akkus
  • evtl. neue Photo-Drohne
  • ein kleines Flächenmodell
  • evtl. eine Horten mit Impellern
Elektronik, Messtechnik  & FunkAnaloge Geriatronik
  • neues Oszi
  • neues Netzteil
  • neues LSR-Meter
  • ein paar Dev-Boards / Arduino
  • zwei Carbonmasten 
  • /p-Aufbau
  • Microcont wieder in Schuss bringen
  • (was digitales)
PAAnaloge Geriatronik
  • neuer DJ-Tisch
  • 2 digitale Endstufen
  • neue Boxen
  • neue Kabel
  • Stative für Lichteffekte
  • Kiste mit Ersatzleuchtmitteln etc.
  • Transport-Kisten 
FahrräderWiederaufbau abgeschlossen
  • neuer Laufradsatz für das Fully
  • Transportkoffer
Wohnung noch nicht ganz eigenständig
  • neuer Kühlschrank
  • neuer Herd
  • neuer Küchenboden
  • etwas "SmartHone" 
  • Einige Möbel im Wohnzimmer 
Werkzeuggesammelte Werkzeuge
  • Vervollständigung Messtechnik
  • Umstellung auf 12V- und 18V-Akkusystem
  • Systematische Aufbewahrung
  • neue Handwerkzeuge 

IT

Die Umstellung des primären Notebooks auf Apple hat mir gezeigt, dass es "DAS" perfekte Betriebssystem nicht gibt. Bei Apple ist zuviel Fassadenfarbe im Spiel. Während das Betriebssystem und einige wenige Software für MAC OS noch sehr gut sind, wäre das meiste , was Mac-Usern als Software geboten wird, im PC-Bereich schlicht nicht konkurrenzfähig. Erstaunlicherweise betrifft das insbesondere Bild- und Videoverarbeitung, Web-Authoring-Tools und Editoren.

Zu Windows führt jedoch ab 2020 kein Weg zurück. Bis dahin muss ich also meine Bedürfnisse bestenfalls auf Webanwendungen oder Anwendungsvirtualisierung unter BSD umgestellt haben, denn Lennartware kommt erst recht nicht in Frage - da schon eher Windows 10 mit ShutUp.

Zusätzlich will ich ein paar moderne Konzepte und Technologien - genaugenommen kranken Shice - ausprobieren.  

Sport & Fitness

Sport soll mein Schutzwall dagegen sein, dass mir im Außendienst die Hotelzimmerdecke auf den Kopf fällt. (Diese Gefahr ist real!)

Ich habe mir eine Reihe auf einander aufbauender Teilziele gesetzt und werde dieses Jahr mehr Daten gewinnen und mein Training präziser steuern, da ich die Daten selbst "hoste" und auswerte. Die erste zu beantwortende Frage wird sein, warum ich immer wenn ich Trainingsbeginn in den Kalender eintrage, erkältungsbedingt drei Wochen Pause machen muss. 

Auf der Kaufliste stehen Schuhe, Lauf- und Fahrradkleidung, 1 Fahrrad, Messtechnik und E-Bücher.

Viel schwerwiegender und schwieriger wird der Eingriff in meine Ernährung. 

Foto & Video

Das wird erstmals ein scharfer Schnitt. Die neuen Kameras lösen diesmal die vorhergehenden wirklich ab (die bisherigen Gehäuse werden verschenkt oder verkauft) und sollen die Bereiche Fotografie und narratives Filmen abdecken. Bei den Camcordern findet im Gegensatz dazu nur eine "milde" Erweiterung statt. 

Drohnen und Modellflug

Drohnen sind ein sehr Außendienst-kompatibles Hobby. Sie passen in eine Plastikdose oder einen Rucksack und verlangen absolute Konzentration, was den Beruf und private Probleme für eine halbe Stunde (vier Akkus) aus dem Kopf drängt. 

Funk & Elektronik

Hier ist eine Modernisierung fällig. Ich meine - ich habe so etwas wie digitale Übertragungsverfahren mal studiert und auch über besondere Codierungsverfahren in der Langstreckenkommunikation ein paar Texte verfasst. Also sollte ich vielleicht nicht einen weiteren Sargnagel im Amateurfunksarg darstellen und mich an SSB und FM festhalten oder alttestamentarisch streng an Nur-CW-ist-richtiger-Funk glauben. Nach der Reorganisation auf dem Dachboden wird dort Platz für eine Werkbank sein, die hauptsächlich für Elektronik und kleine Reparaturen dienen soll.

PA

Meine PA entstand durch Sammeln und Reparieren von Schrott. Hier muss, wie beim Werkzeug, Struktur und Effizienz hergestellt werden. 

Wohnen und Wohnung

In der Wohnung passiert nicht viel. Ich tausche ein paar Möbel und Fußböden aus. Ansonsten kommt etwas neue Videoüberwachung. 

42 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Zirkelschluss

Bei dem aktuellen "offenen Brief" * ** zur Zukunft des Öffentlich-Rechtlichen Runkfunks erinnere ich mich an eine Situation, als Dieter Bohlen bei irgendeiner selbstinszenierten Preisverleihung der Musikindustrie seine Dankesrede hielt und darin der Satz fiel, dass er schon immer nur gute Musik machen wolle. Ein Spaßvogel im Publikum rief laut "Dann fang endlich damit an!" und hatte die Lacher für sich.  

Bei allen Thesen fehlt es an Deduktion. Es strotzt dafür aber Wunschdenken und dem Fakt-durch-Meinung-Muster. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk bot in den vergangenen 67 Jahren keine "journalistisch-redaktionelle Selbstbeobachtung der Gesellschaft im öffentlichen Interesse". Dazu war der Meinungskorridor stets zu eng. Der Vorwurf ist natürlich billig, aber ich fand zum Beispiel in der Geschichte der ARD einen einzigen Vorsitzenden ohne Parteibuch (einige waren anscheinend für die Wikipedia nicht relevant genug), während in der realen Welt die Verhältnisse genau andersrum sind. Da haben etwa 98% kein Parteibuch.

Insgesamt trieft das Pamphlet ab der ersten Silbe von einer Überhöhung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. An der Stelle, an der die Verfasser mit den Zwangsgebühren im Rücken über die privaten Medien "von denen es durchaus auch zahlreiche qualitativ hochwertige Angebote gibt" mit Ihrer Jovialität nur notdürftig ihre Geringschätzung gegenüber denen überdecken, die mit ihren Medienprodukten entweder um die Zeit oder das Geld ihrer Konsumenten kämpfen müssen, fällt mir eher was ein, dass man getrost als nicht sendefähig bezeichnen könnte. 

Die geforderte Erweiterung des Online-Auftrags schlägt der Sache im Grunde den Boden aus. Um die Sache kurz zu umreissen: Der 12. RÄStV lässt programmbegleitende Online-Auftritte zu. Tendenziell behindern aber Öffentlich-Rechtliche Online-Medien die Entwicklung von anderen - wirklich unabhängigen - Angeboten, weil sie den Markt verzerren. Das ist der Grund für die Beschränkung und diese ist sinnvoll. Ein Blick auf die Zahlen zeigt bereits, dass die Freiheiten des 12. RÄStV eigentlich schon viel zu weit gehen. 

Im Grunde entwickelt sich der Öffentlich Rechtliche Rundfunk aber zu etwas, das bei der Festlegung der Struktur und beim Runkfunkurteil mit der "dienenden Freiheit" gar nicht denkbar war. Mit zunehmender Entgrenzung steigt aber der Legitimationsbedarf und der wurde angesichts der zunehmend offen verfolgten (pro-transatlantischen, anti-russischen, pro EU-) Agenda der öffentlich-rechtlichen Sender oder dem Versagen um die Ereignisse in 2015 immer weniger erfüllt. 

Somit sehe ich eher eine Besinnung auf einen Rundfunk-Begriff, der die rechtliche Seite der Realität wieder näher bringt, angezeigt. Die Entwicklungs- und Bestandsgarantie des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kann auch innnerhalb der Bahnen des Rundfunks im Sinne der per Funkwelle durch einen Draht oder durch die Luft übertragenen Sendung ohne abgeschlossenen Empfängerkreis stattfinden (Das war mal die Rundfunk-Definition die dem Amateurfunkgesetz und der AfuV zu Grunde lagen. Internet fällt nicht darunter, da jedes Paket einen Empfänger hat.). Dass aus dem Rundfunk-"Auftrag" aus dem Urteil mit der dienenden Freiheit jemals ein Telemedien-Auftrag geworden wäre, kann ich nicht erkennen und dieser Grad der Entgrenzung bedarf auf jeden Fall einer Neuverhandlung, vor allem einer Grenz-Setzung. 

Ich hätte mal einen Alternativvorschlag: 

These 0: 

Das Internet ist von sich aus durch seine grenzenlose und frei Struktur unabhängig und vielfältig. Es braucht den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht um dieses zu leisten. 

These 1:

Der öffentliche Rumfunk braucht abgeschlossene Definitionen für die Begriffe Rundfunk, Grundversorgung und Auftrag.
Das heißt, dass das, was nicht in den Definitionen enthalten ist, kein Rundfunk ist, und der Rundfunk nicht ewig weiterwuchern kann.

These 2: 

Der Grundversorgungsauftrag könnte auch, wie die Müllentsorgung oder Universaldienstleistung für Post und Telekommunikation, öffentlich ausgeschrieben werden. 

These 3: 

Entwicklungsgarantie kann auch bedeuten, dass ein einziger Sender, der acht Stunden am Tag sendet, ausreicht und man die jetzt dreistelligen Fernseh-, Radio und Social-Media-Kanäle in dieser Richtung entwickelt. Das kann zum Beispiel angezeigt sein, wenn man zu 85% der Gruppe unter 29 Jahren den Kontakt verloren hat. In den 50er Jahren gab es außer Papier und Rundfunk keine zu Hause konsumierbaren Medien, die Sugestivkraft entfalteten und der Meinungsbildung zutrugen. Somit kann ich nicht erkennen, warum das, wenn das Internet und im Speziellen soziale Medien mehr Zeit binden als damals die Zeitungen, heute nicht ausreichen sollte. 

These 4: 

Eine Finanzierung durch einen steuerfinanzierten Fonds unter Kontrolle der KEF wäre ebenfalls staatsfern. Und die Menge der Steuerpflichtigen geht nicht mehr restlos in der der Beitragspflichtigen unter. 

These 5:

Die KEF sollte weniger den Status einer Eigentümerversammlung als den einer harten Kontrolle haben. Hier sollten die die ÖR-Medien im Sinne eines Monopolanbieters einen Günstigkeitsnachweis bringen müssen mit der Möglichkeit für die Beitragszahler bei nachgewiesener Untreue oder Verschwendung diese Summen zurückzufordern. 

* hier sehe ich schon das erste Problem: Als Brief hätte dieses Thesenpapier allenfalls Absender aber keine Adressaten

** Das zweite: Obwohl jede Menge Was-mit-Internet und Was-mit-Medien bei den Unterzeichnern sind, nutzen sie eine umlautkodierende URL, was zumindest bei meinen Browsern zu Probleme mit dem Phishing-Schutz führt, daher der Link zu einem Transkript

44 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Sie leiden leise.

Der Kölner Stadt Anzeiger titelt "Deutsche schulden den Krankenkassen mehr als sieben Milliarden Euro" erstmals sollen die Außenstände der zwangsweise "freiwillig Versicherten" über 6,3 Milliarden Euro ausmachen. Weitere 700 Millionen kommen durch Unternehmerschulden hinzu.

Hintergrund ist Ullas Würgegriff und ein Bild vom Selbstständigen, das eben nur so von der durch die SPD gegen diese Gruppe gehegten Verachtung trieft. Bei der Verabschiedung des Gesetzes zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlich Krankenversicherung, das uns mit "Jeder kann nun in die Krankenversicherung zurückkehren!" angepriesen wurde, wurden ein paar Kardinalfehler eingebaut.

Das erste war die Einführung bzw. unterlassene Abschaffung eines Mindestbeitrags zur Freiwilligen Krankenversicherung, obwohl das statistische Bundesamt bereits das Medianeinkommen der Selbstständigen unter dem Mindesteinkommen verortete. Ergo mussten aus der studentischen Krankenversicherung herausgefallene Studenten, Fahrradkuriere, "Kontakter", Raumpfleger, Fußpfleger, Hausmeister etc. seit 2007 etwa 340,- € in die "freiwillige" Krankenversicherung einzahlen und das jeden Monat.

Wenn man das nicht schaffte, wurden die Rückstände mit 5% pro Monat verzinst - und auch alle neuen Beiträge, denn die Pflicht etwas zu kaufen, das man sich nicht mal ansatzweise leisten kann, bestand ja weiter. Und obwohl es sich um eine Versicherungsleistung mit monatlicher Abrechnung handelt, gibt es genügend Menschen, denen seit Jahren volle Beiträge abgepresst werden, die aber bei einer Erkältung nicht zum Arzt gehen können.

Die Außenstände der Krankenkassen explodierten und es hagelte Insolvenzen und Geschäftsaufgaben,  aber es galt weiterhin "Wenn Phillip Holzmann pleite geht, kommt der Bundeskanzler. Wenn Peter Normalselbstständiger pleite geht, kommt der Gerichtsvollzieher.".

Erst als drei Verfahren gegen den Wucherzinssatz mit hoher Aussicht auf Erfolg die ersten Instanzen hinter sich ließen, griff der nun CDU-Gesundheitsminister ein und erließ das "Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung", das alle noch offenen Schulden auf 1% pro Monat verzinst. Die Verfahren zielten nun ins leere. Hätte ein Verfahren ein endgültiges Urteil erreicht, wäre der von der ZPO abweichende Schuldzinssatz insgesamt nichtig gewesen, auch wenn es kein Case-Law in Deutschland gibt.

Übrigens dumm gelaufen, wenn man vorher ein Haus zur Altersvorsorge hatte und das von den Hauptzollämtern "verwertet" wurde.

Zum Vergleich: Ein Steuerschuldner, der aktiv Steuerpflichtige Einkommen unterschlagen hat, zahlt 5% über dem Basiszins auf die Steuerschuld - pro Jahr. Das eine sind größtenteils Armutstatbestände, das andere passiert prinzipbedingt eher an der anderen Seite der Einkommensschere. Man erkennt deutlich, wen die CDU/SPD-Regierung "lieber" mag.

Bei dem Schuldenanmestiegesetz, gingen die Kommentatoren davon aus, dass sich zeigen müsse, ob es ausreicht. Als Indikatoren wurden genannt, dass die Außenstände und vor allem die Zahl der "freiwillig" Versicherten mit "ruhendem Leistungsanspruch" nicht weiter ansteigen darf.

Mit der am 7.9.2017 herausgegebenen Pressemeldung des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen ist nun klar, dass beide Kriterien nicht erfüllt wurden.

Die Krakenkassen gerieren sich in dieser Angelegenheit gerne als "schuldloses Opfer" oder "Befehlsempfänger", aber hierzu ein paar Punkte aus dem echten Leben:

  • Die Leitlinien zur Erhebung der Beiträge und damit zur Vergleichsbereitschaft haben sich die Krankenkassen selbst gegeben und dieser Teil unterlag keiner Genehmigungspflicht durch das Gesundheitsministerium. Man muss sich das einfach mal vorstellen, da gibt sich ein Verein eine Satzung zu Lasten dritter...
  • Die Beitragsbescheide und Kontoauszüge bei Selbstständigen sind fast alle fehlerhaft und oft auch verjährt, wenn man versucht, außerhalb eines Gerichtsverfahrens auf dem normal erscheinenden Weg dagegen vorzugehen, zaubert zumindest eine Krankenkasse neue und teilkorrekte und zurückdatierte  Bescheide aus dem nichts.
    Glitschiger als ein Fass voller Aale ist eine Untertreibung. Teilweise muss man wöchentlich kontrollieren gegen welche Version man gerade vorgehen möchte.
  • Bislang erhält man bei Krankenkassen in der Regel nur dann einen Vergleich, wenn man einen Anwalt findet, der mal tüchtig bellt, sie stellt und dabei Ihrer Lieblingsinstrumente beraubt.
    Die BRaGO führt aber aufgrund der Forderungshöhen zu einem gewissen Beauftragungswiderstand und Prozesskostenhilfe ist bei Verwaltungs- und Sozialverfahren auch nicht einfach. Vor allem, wenn man in die abhängige Beschäftigung zurückgewechselt und auf dem Papier gar nicht bedürftig, aber weil die Hauptzollämter munter bei aktuellen und ehemaligen Arbeitgebern oder Banken pfänden, pleite ist, wird das ein schwieriges Unterfangen. Prozessfinanzierer, wie man sie im angelsächsischen Rechtssystem findet, sind in Deutschland selten und sie finanzieren meist nur die Verfahren, bei denen jeder Anwalt einen Elfmeter ohne Torwart sieht und die Rechnung auch später stellen würde.
  • Auch, wenn das SGB X auf die Anrechnungsvorschriften und die Gestaltungsmöglichkeiten für Teilzahlungen durch den Schuldner in der ZPO verweist, muss man die Krankenkassen meist per Gericht dazu zwingen, diese auch anzuwenden. Durch die hohen Säumniszuschläge ergaunern sich die Krankenkassen so recht hohe Summen.

Das Problem ist, dass die betroffene Gruppe "kleine Leute" meist leise leidet. Allein die Geschäftsgründung war bei ihnen meist kein Akt der Freiwilligkeit, sondern der Versuch, sich nicht in die Fänge der Armutsindustrie der Nuller Jahre zu begeben, in denen Fortbildungs- und Umschulungs-Firmen und die ARGEn regelrechte Kartelle bildeten. Andere sind das, was aus SPD-Sicht als Scheinselbstständige gebrandmarkt wird.

Die Insolvenz wird dann meist als privat-Insolvenz durchgeführt und auch hier zeichneten Krankenkassen sich dadurch aus, dass sie sich zunächst mal über das weggefallene Recht zur Aussonderung beschwerten. Wenn ich die veröffentlichten Zahlen mit Gesamt-Forderungshöhe und Durchschnittshöhe der Forderungen richtig deute, sind vier Millionen Menschen von einem Fehlgesetz betroffen, das eine Ministerin, die sonst nur durch ihre Mitgliedschaft im Kommunistischen Bund Westdeutschland und eine im nur notdürftig als Dienstreise getarnten Urlaub geklaute S-Klasse auffiel, zusammen mit einem späteren Mitglied des Aufsichtsrats der Rhön-Kliniken AG einbrachte: Four legs good, two legs better.

Von den zu viel eingenommenen Geldern werden dann wahlweise, Büroneubauten in AAA+-Lage, leerstehende Bildungszentren in der Nordheide oder Homöopathie bezahlt.
Andere bilden "Rücklagen" in Milliardenhöhe, obwohl diese spätestens nach einem Jahr verbraucht werden müssten. Es wird einfach Zeit, dass Krankenkassen, Ärzte und Pharmaindustrie endlich wirksam kontrolliert und die Gesetze in diesem Bereich auf Wirksamkeit untersucht werden. Die Zeit der Selbst-Kontrolle im Gesundheitswesen muss vorbei sein. 

49 Tage zuvor
von Falk Dübbert
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Einfach weniger fahren und mehr vertrauen.

Aktuell kommen "von links" jede Menge Meinungsartikel, die unter anderem fordern, dass man "Diesel-Gichtlingen" auf keinen Fall die Stimme geben dürfe. Selbst im Bericht zum Kanzler-Duell der SZ, wird der Satz der Kanzlerin, dass der Diesel zwecks Erreichen der Klimaziele gebraucht werde, als "auffallend widersprüchlich" bezeichnet. 

Die Kanzlerin hat Chemie studiert und auf einem mathematischen Niveau promoviert, das man mit dem geballten Sachverstand in Stöchiometrie und Energiebilanzrechung, den man durch ein Studium der neueren deutschen Literatur, allgemeinen Rhetorik, Komparatistik und Skandinavistik erlangt, natürlich nicht vergleichen kann. 

Aber um die Sache zu kürzen: rein auf CO2 bezogen, hat die Kanzlerin recht und Herr Lindner auch, selbst wenn die AfD eine ähnlich Argumentation vorträgt und alle die dieser Linie zustimmen eigentlich niemals Recht haben dürfen und schon sowieso gar nicht wählbar sind. 

Das Elektroauto hat nur einen kleinen Meta-Vorteil, nämlich die Umweltbelastung aus den Hot-Spots der Städte heraus zu verlagern. Für die Grünen, die sich ja hauptsächlich von Stimmen besserverdienender Städter ernähren, ist es also folgerichtig, mehr Elektroautos zu fordern. Aber in der CO2- und Wasser-Gesamtbilanz, deren Klimafolgen meist zuerst Landwirte, Flussanwohner oder Afrikaner und Ozeanier treffen, sehen die Elektroautos gegen einen Diesel sehr alt aus. Es ist ja nicht nur der "Schweden-Report", der die Elektroautos zum Problem werden lässt sondern die weiter zunehmende bewegte Masse. Mehr Masse bedeutet mehr Feinstaub durch Gummiabrieb, Bremskörperverbrauch, Straßenverschleiß und Vibration. Somit verlagert sich durch die E-Autos nur der Stickoxid und CO2-Ausstoß aus der Stadt. Der Feinstaub bleibt weiter anwesend. 

Der Ansatz mit E-Mobilität etwas bewegen zu wollen setzt zu spät und zu technisch an. Es ist immer wieder interessant, dass zunehmend eher MINT-ferne Argumentatoren technische Lösungen für ein verschlepptes gesellschaftliches Problem fordern. Die Digitalisierung könnte nämlich dazu führen, dass weite Teile der Mitarbeiter sich den Arbeitsweg sparen können. Statt einen Tag Homeoffice könnten es vier Tage sein. Bei 40% Büroangestellten würde das 24% weniger Berufsverkehr in den Städten und 80% weniger benötigten Büroraum bedeuten.

Statt also einfach den Rechtsanspruch auf HomeOffice, der de facto nichts außer Überwindung kostet, in den Bundesanzeiger zu schreiben, wird eine technische Lösung für ein Problem gesucht, das eigentlich eher ein Vertrauens- und damit ein gesellschaftliches Problem ist. Es ist das Mistrauen der Arbeitgeber, das sich in den Köpfen der Politiker und Journalisten als Normal festgebrannt hat, das hier wie im Gesundheitswesen hohe Kosten verursacht. 

Durch die Möglichkeit der Arbeitgeber eine ärztliche Krankmeldung am ersten Tag zu verlangen, wird der häufige Arztbesuch normalisiert. In Skandinavien sind Eigenatteste üblich. Der Missbrauch dürfte kaum höher als Fehlatteste durch in der Regel stadtweit bekannte Doc Hollidays sein. Zumindest ist der Krankenstand nicht signifikant höher als der deutsche. 

Bauen wir (als "die Gesellschaft") dieses Mistrauen ab, lösen oder erleichtern wir gleich mehrere Probleme:

  • Die Städte werden leerer und damit günstiger.
  • Die Städte haben weniger Hub in ihrem Verkehrsprofil.
  • Die Schadstoffbelastung insgesamt nimmt ab. 
  • Die Gesundheitskosten sinken. 

Andererseits gibt es viele, die an diesem Problem gut verdienen und die sind gut vernetzt.