Falk Dübbert Gadgets

10. Februar 2019, 19:24
von Falk Dübbert
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Das Kabel stirbt (aus).

Am Freitag bin ich in Stuttgart zu meinem Auto gelaufen und mir kam ein Handwerker entgegen. An einem Arm hing die Parat-Tasche und ein Einzelteil und am anderen ein Staubsauger, ein Akku-Staubsauger um genau zu sein. Ich könnte mich jetzt länger wundern, warum er einen für seine Branche untypischen DeWalt, wählte, aber ich stellte eher mit einer Priese Zufriedenheit fest, dass meine Vorhersage, dass Kabel-gebundene Geräte bis auf wenige Ausnahmen dem Tode geweiht sind, mehr und mehr zutrifft. Die Hersteller drücken natürlich mit Bundling-Preisen ihre Systemgeräte in den Markt. Gerade Deutschland ist mit seinem Hang zum Over-Engineering ein Markt für High-End Geräte und noch funktioniert hier die Trennung zwischen Heimwerker- und Profi-Segment, während in England und Frankreich Ryobi und WorkX beide Märkte mit einer Produktschiene bespielen können.

Die „Battery-Powered first“-Entwicklung ist in USA schon deutlich weiter, weil dort z.B. mehr Gewerke parallel auf der Baustelle arbeiten (ein Haus steht dort in drei Wochen – Ja! Es ist aus Holz und Gips) und durch das höhere Chaos, der Strom zum Teil erst zu einer späten Bauphase zur Verfügung steht.

In Europa, wo wir noch Angst vor Wölfen haben, wird etwas länger gemauert. Dennoch beschleunigt der Verzicht auf Kabel bei handgehaltenen Werkzeugmaschinen die Baustelle. Dass es jetzt schon Staubsauger erwischt, deren Netzgeräte-Pendant immer noch mit Leistungen im Kilowatt-Bereich unterwegs sind, sagt einiges über das geänderte Anforderungsprofil von Handwerkern aus. Letztlich dürften auch hier Vernetzungen und Datenerfassungen von Tätigkeiten engmaschiger werden. Aber zunächst wird der Prozess von umsatzfremden Tätigkeiten befreit. Der Akkusauger braucht keine Steckdose um die Krümelei vom Tausch einer Umwälzpumpe aufzusammeln. Das sind mit dem Entfall des Kabels und der damit verbundenen Tätigkeiten bestimmt fünf Minuten Ersparnis, die bedeuten können, dass man einen zusätzlichen Kunden anfahren kann.

In der Tendenz glaube ich nicht an eine Zukunft für Geräte mit Kabel, die nicht über eine außerordentliche Leistungsdichte oder Anwendungsdauer verfügen müssen. Bei einer Bohrmaschine würde ich die Grenze beim Kronenbohren oder großen Bohrhämmern ansetzen. Band- und Exzenterschleifer oder Oberfräsen haben sicher auch noch lange Schonzeit, aber bei Hand-Kreissägen wird die Wahl schon eng, wenn man nicht gerade stundenlang Betonbinder ablängt. Die Präzision ist mittlerweile vergleichbar. Ein reiner Monteur wird sicher die Akkuversion als erstes in der Hand haben und ich sähe bei den Leistungen der Akkusäge kaum ausreichend Abstand zwischen der Akkusäge mit fast 60mm Tauchtiefe und einer kleinen Tischkreissäge. Als Heimwerker auf der Suche nach der einen Säge würde ich noch das Netzgerät wählen, aber das galt vor zehn Jahren auch mal für Stichsägen.

Der Nachteil ist der Vendor-Lock-Inn-Effekt. Ein Handwerker wird seine Tätigkeiten auflisten und neben seiner Neigung ein passendes Akkusystem wählen. Ein zweiter oder anderer Hersteller wird da viel bergauf kämpfen müssen um da einen Fuß in die Tür zu bekommen. So wie es früher HP-owned Companys gab, die vom Server über die Notebooks bis hin zu den Mäusen alles von HP kauften, gibt es im Handwerk viele Markentreue und bislang sieht man nur sehr zaghafte Versuche diese Effekte aufzulösen. Eigentlich sind die großen Marken ganz zufrieden. Allerdings sehen – selbst im europäischen Ausland- immer Handwerker ihre Maschinen als Verschleißteile an. Der gefühlte Qualitätsrückgang mit der Produktionsverlagerung an das Perlflussufer tat einiges dazu bei. Die von Opa geerbte Bohrmaschine wird man heute nicht mehr so oft erleben (aber selbst wenn: wer, außer der von zu Hause ausgezogenen jungen Dame, die gar nichts anderes hat, will sich noch ein Schrägzahn-Schlagwerk antun?). Die Hersteller sind auch durchaus dazu übergegangen, Ersatzteile-Verfügbarkeiten zu verkürzen.

Ich bin gespannt, was noch aus dem Bereich vernetzte Werkzeuge kommt, aber da ist meine Vorhersage eher so, dass noch eine Schlüsseltechnologie dazwischen fehlt, wie es das Smartphone für den PDA war.

28. Dezember 2018, 02:43
von Falk Dübbert
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weiter 3x9, 3x10, 2x10 oder doch 1x11? (Update)

Neben ein paar Anpassungen habe ich vor, mein MTB zu modernisieren. Aktuell ist es noch mit einer 3×9-Schaltung bestückt und für 3×9 wird so langsam der Nachschub an wirklich guten Teilen knapp. Die Idee war, mir das Rad zu bauen, das ich mir im Studium nicht leisten konnte und 2005 bis 2009 war 3×9 noch das gute Zeug. Der Wettbewerb fand tatsächlich noch um Haltbarkeit und Präzision statt. Selbst Carbon-Schaltwerke wurden mit Keramiklagern ausgestattet, die mehr Schaltbewegungen aushielten als eine Stichsäge Hübe.

Der erste Modernisierungsschritt und der einzige, der wirklich fest steht, ist der Tausch der Laufräder bzw. der Bau eines neuen Laufradsatzes. Der alte hat viel leiden müssen. Auch hier ist das Problem mein nennen wir es exklusiver Geschmack: 20mm Achsen sind seltener Downhill-Shit, der meinem Gewicht mit einer 1 vorne geschuldet war, 26-Zoll werden auch zunehmend selten und ziehen nur noch alte Männer mit Speichenschlüsseln an, weiße Felgen sind nur selten schön und weiße Speichen sind … Kurz: es bleibt nur der Selbstbau.
Die Naben und die Speichen kommen von DT-Swiss die Felgen vermutlich von Sunringlé. Dazu gibt es neue leichtere Reifen, während ich auf die alten Felgen Matschreifen oder im Winter Spikes aufziehen werde.

Bei der Schaltung fällt 1×11 eigentlich raus, weil mit der kurzen Kettenstrebe eines 26er MTB der Schräglauf mit 11 Grad einfach zu groß wird. Es gibt aber 26er-Fahrer, die absolut zufrieden damit sind und auch schon AlpenCross auf der Via Claudia Alta damit gefahren sind. Ich bin also noch absolut ratlos.
Das Rad soll ab April für den Woodpecker-Trail und ähnliche Aktionen im Harz und dem Ith reichen. Da ich von All-Mountain also nur rauffahren und runterbrettern machen werde, dürfte das 44er oder 42er Kettenblatt mangels langer Straßenpassagen nahezu arbeitslos werden. Die Rolle des bequemen Tourers hat das E-Bike übernommen und zwar mit Perfektion.
Ein bisschen ähnelt mein Problem dem der deutschen Luftwaffe, die bislang fast alle Aufgaben mit dem hoffnungslos veralteten MRCA Tornado erledigt hat und nun durch den Jäger 90 die Einsatzdoktrin für den Jagdbomber wieder auf die technische Auslegung des Systems zurechtstutzen muss. Mein Focus Thunder AM hat ein AM im Namen. Für ein Enduro ist es hinten zu lang (was mir Hoffnung für 1×11 gibt). Für einen Tourer hat es mit 140mm und 130mm viel zu viel Federweg. Für CC ist es dazu noch viel zu flach von den Winkeln. Also passt ALL MOUNTAIN schon sehr gut. Die Einsätze rund um den Trail-Workshop zeigten die hohen rotierenden und damit ungefederten Massen als Problem. Meine Laufräder wiegen 2,7kg; wohlgemerkt pro Stück. Dafür kann man bereits 29“ Räder bauen und ist noch nicht mal auf schmale Reifen oder dünne Felgen angewiesen. Ergo modernisiere ich die Laufräder einmal durch, allerdings werde ich mal wieder nur den halben Weg gehen und weiter mit Schläuchen fahren, wenn auch mit ultraleichten.
Sicher wäre Sparen und kommendes Jahr ein 29“-Enduro zu kaufen auch ein Weg, aber um ehrlich zu sein, plane ich eh mehrere Bikes im Bundesgebiet zu verteilen. Die Rechnung ist bislang: ein guter Bike-Koffer sind 1/7 Bike. Wenn ich nicht wöchentlich ein Bike zerlegen und verpacken möchte, bräuchte ich drei bis vier Koffer.

7. Dezember 2018, 20:43
von Falk Dübbert
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Neues aus dem Testlab: Storage

Gelber Storage.
Ich habe meinen Frei-Tag genutzt um einerseits etwas Sport zu treiben und andererseits mein Testlab voran zu treiben. "Richtiger" Storage ist leider außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten. Dennoch wollte ich Block-Storage haben und jetzt nicht für das Lab einen Linux-Server mit einem NFS-Share aufsetzen. Nachdem ich eine Tüte von Open- und Closed-Source-Storages durch hatte fiel meine Wahl auf "ESOS(ESOS - Enterprise Storage OS)": https://www.esos-project.com als Grundlage.

Die Hardware besteht aus einem Dell R310 mit 16GB RAM und einem Xyratex-FC-Diskshelf, das normalerweise zu einer F-Class 3Par gehören würde.

Showstopper waren eigentlich nur festzustellen, solange ich auf einen Emulex- statt auf einen QLogic-FC-HBA gesetzt habe um die Verbindung zwischen Server und Diskbox herzustellen.
Insgesamt macht ESOS einen wirklich ausgereiften und robusten Eindruck. In meinen Augen ist das ein zu Unrecht unbekanntes Projekt. Die Konfiguration über eine Textkonsole ohne jegliche Assistenten mag etwas spröde sein, aber sie ist in jedem Fall responsiver als eine Weboberfläche, die auf ein in Ungnade gefallenes Framework wie Silverlight oder Flash setzt.