Falk Dübbert ...

Halbfinale

| Keine Kommentare

Momentan plane ich gerade wieder meine Werkzeug- und Technikkäufe um

Auf der Liste steht seit längerem ein großer Akku-Bohrhammer, der meinen jetzigen PBH12 ablösen soll. Das Problem: ich bin eigentlich zufrieden mit dem PBH. Er macht, was er soll: Löcher. Wäre da nicht das nach Verwesung riechende NiCd-Akkusystem, würde ich über einen Neukauf keine Sekunde nachdenken. 

Da bei mir bald (so im Bereich Dezember... Januar...) u.a. ein Umzug ansteht und ich diesen effizient gestalten möchte ziehe ich die Werkzeuge für Montage- und Anpass-Arbeiten vor. Durch die drei jetzigen Baustellen, habe ich einen guten Überblick, was ich selbst machen kann und will und wofür ich Handwerker brauche. 

Um es vorweg zu schreiben: In einer (Miet)-Wohnung reichen zu 99% Montage- und Holzwerkzeuge mit 12V. Evtl. würde ich noch einen kleinen Akku-Bohrhammer dazu legen, aber schon bereits bei der Stichsäge kann die Wahl kaum klein genug ausfallen. 

Und egal, welche Baustelle es ist: Mehr als ein Akkusystem pro Geräteklasse gibt nur Ärger. Bei Werkzeugneukäufen nehme ich, solange nichts dagegenspricht, immer ein Akkugerät. Es jedoch gibt Geräte, bei denen ein Akkugerät nicht viel Sinn macht. Entweder, weil sie richtig Arbeiten müssen oder weil sie so viel Dreck produzieren, dass der Schlucksauger dabei laufen *muss*. Typischerweise gehen diese beiden Bedingungen Hand in Hand. Als Netzgeräte sehe ich momentan:

  • den 230er Winkelschleifer
  • die Kreissäge
  • die Oberfräse
  • den SDS-Max-Bohrhammer

Das sind auch genau die Werkzeuge, bei denen ich immer irgendwie mit Absaugung arbeiten wollen würde. 

Ich halte die Idee der sauberen Baustelle mittlerweile für eines der wichtigsten Konzepte beim Heimwerken. Man heimwerkt ja um eines der drei Ziele 

  • günstiger als mit Handwerkern zu sein
  • besser als mit Handwerkern zu sein
  • sich vom Alltag abzusetzen

zu erreichen.  Handwerker pflegen zwar mittlerweile einen gewissen Service-Gedanken, aber in der Tendenz hat man als Heimwerker die Möglichkeit durch etwas mehr Zeiteinsatz beim Arbeiten den nach dem Arbeiten zu minimieren. 

Also neue Reihenfolge bei den Werkzeugen:

  • von 1 auf 1: ein großer Akku-Bohrhammer mit Absaugung
    Ich muss in den kommenden 8 Monaten vier bis fünf Küchen, Wohnzimmer und Schwerlastregalsysteme aufhängen.
    Den GBH 18v-26 durfte ich über die letzten zwölf Wochen ausleihen und es ist ein Tier!
    Dazu kommt, dass die Bohrstaubabsaugung, die normalerweise ein Garant für Tüdel-Alarm ist, endlich mal Sinn macht, auch wenn der Filter genau wie beim GAS12V in KS-Wänden nicht unbedingt ein Reichweitensieger ist. 
    Mit dem Dreiklang 12V-Schlagbohrmaschine (als Schrauber gekauft, deckt sie wirklich 80% der Fälle ab) + 18V Bohrhammer + SDS-Max Bohrhammer kann ich in Stein und Beton bis 40mm bohren. 
  • von 0 auf 2: Handwerkzeuge
    (Schraubendreher, Handsägen, Hämmer in besserer als "Meister"-Qualität)
  • von 4 auf 3: ein Satz Einhandzwingen
  • von 5 auf 4: eine Winkelbohrmaschine
  • von 3 auf 5: ein wirklich guter Kreuzlinienlaser mit Teleskopstange und eine digitale Wasserwaage
    Ich habe einen kleinen Kreuzlinienlaser für "immer dabei" und einen riesigen Rotationslaser für Arbeiten draußen. Allerdings bin ich mit dem Taschenlaser auf eine zweite Hand angewiesen, weil er außer seinen Füßen keine Möglichkeit zur Befestigung hat. Und der Roti liegt im anderen Extrem, weil er auf einem Vermessungsstativ mit 5/8"-Herzschraube festgeschraubt werden will. 
    Ein Kreuzlinienlaser spart bei Montagearbeiten fast ein paar Hände ein, weil er einen geraden Bezug projizieren kann. Wenn man z.B. die Oberschränke einer Küche aufhängen will kann man die Hängelinie mit einer Wasserwaage "stückeln". Die meisten verlassen sich auf die Ebenheit des Fußbodens und messen mit einem Zollstock von unten. Mit dem Linienlaser geht das schneller und präziser. Die Abweichung der besseren Exemplare liegt um 0,3mm/m und damit eher unter dem, was durch den Versatz der Löcher beim Einbohren dazu kommt. 
  • von 8 auf 6: ein Fräsersatz für die Oberfräse
    Meine Haupt-Oberfräse ist nur eine POF 600 ACE und ich nutze sie eigentlich auch nur als Kantenfräse und hin und wieder für kreisrunde Ausschnitte. Aber eine neue Oberfräse macht einfach keinen Sinn. 
  • von 2 auf 7: von eine Kreissäge mit L-Boxx und Führungsschiene
    Stichsägen sind schnell am Ende, wenn es darum geht im Holz zu "tauchen" und bei langen geraden Schnitten hat man immer eine Seite mit Ausriss, der bei einer Stichsäge prinzipbedingt größer ist. Eigentlich sehe ich die Stichsäge immer noch eher als reines Montagewerkzeug, das beim Zuschnitt von Arbeitsplatten nahezu ungeeignet ist. 
  • von 6 auf 8: ein Elektrohobel 
    Habt ihr mal versucht, von einem Brett 2mm abzusägen? In meinem Freundeskreis kenne ich einige, die so etwas mit der Stichsäge versuchten und die fitteren nahmen eine Raspel. In Spanplatte - und seien wir ehrlich: von Regalböden abgesehen abgesehen kommt Naturholz in meiner Peer group kaum vor - ist ein manueller Hobel kein Spaß. 
  • von 0 auf 9: ein guter Akkuscheinwerfer auf Stativ
    Ich habe zwei kleine China "10W" Akkuscheinwerfer, allerdings ist weder die LED-Qualität noch die Akku-Lebensdauer in der Nähe von dem, was ich mir vorstelle. 
  • von 0 auf 10: ein Lochsägensatz und noch ein paar Diamantbohrkronen

Bei der sonstigen Technik liegt ein zweites bzw. zwei neue Funkmikros auf Platz 1. Dann kommt eine Weile nichts und dann etwas PlaceOfCare-Diagnostik  und sonstige Medizintechnik für die zweite Notfalltasche, ein paar Speicherkarten für die Spiegelreflexen und drahtlose Studioblitze, da ich im Winter mehr Indoor machen werde. Bei den Videokameras hat sich am Plan einiges geändert. Im Grunde bin ich mit der jetzigen Ausstattung bis auf die Mikrofonsituation mehr als zufrieden und die Kombination iphone und Gimbal zeigte mehr Potenzial als erwartet.

Den Messgerätezoo für etwaige Basteleien zu modernisieren habe ich mir aus dem Kopf geschlagen. Mein Oszi ist eine taube Nuss, aber mit etwas Ernst konnte ich damit bislang alle Probleme lösen. In der Regel will man ja nur schauen, ob zum Beispiel der Motor regelt oder warum der Verstärker schwingt. Das sind dann eher laute und zum Glück auch fast immer die stärksten Signale. Mein Hand-Multimeter hat bis auf den Durchgangspieper mit der Diesel-Gedenk-Sekunde auch keine Schwächen. Für alles über dessen Genauigkeit hinaus habe ich die beiden Keithleys. Mein Signalgenerator kann genug und wenn ich ehrlich bin, entwickle ich vermutlich in absehbarer Zeit nicht mehr so viel Elektronik. 

Das Ziel, durch eine aktive Erfassung meines Inventars Herr der Lage zu werden, ist deutlich näher gerückt. 90% der Dinge sind schon mal in Plastikkisten verpackt. Jetzt geht es darum, durch Hin- und Herschichten und dabei Aussieben den Bestand einzudampfen. Beim Umzug möchte ich idealerweise nur das "gute Zeug" und eigentlich nichtmal die Möbel mitnehmen, sondern quasi nur den Inhalt umziehen und bis auf wenige Ausnahmen den alten Bestand entsorgen. 

Keine Kommentare

    Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.