Falk Dübbert macht Sachen

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Braucht man nicht: Storageausfall am Montag

8. Januar 2020

Am Montag erreichten mich diverse Bitmails meiner Seafile-User, dass der Server super langsam sei und statt der gewohnten 20 MB/s bis 40 MB/s nur noch im kb-Bereich liefern würde.

Der Seafile Server besteht aus drei Petasan – Nodes die eine ISCSI-logical unit an einen vierten Server übergeben, der darin ein crypto-Laufwerk unterhält.

Die logs zeigten, dass die Seafile-Instanz ein paar Commits nicht übertragen konnte. So etwa 11 Millionen…
Ich konnte live verfolgen wie MariaDB/MySQL und NGINX abstürzten.

Ein paar Minuten später konnte ich erkennen, dass in einem der Storage-Nodes eine Platte hops und das ganze Cluster nur noch als Flötenschlumpf zu gebrauchen war. Es wurde besser, als ich den Node komplett aus dem Rennen nahm. Jetzt konnte ich den Schaden betrachten.

MySQLD wollte nicht wieder hochkommen. Entsprechend sind auch alle von MySQL abhängigen Serverdienste im Limbus.
Nachdem ich die Logs von MySQLd gefunden und lesbar gemacht habe, war klar, dass der Dienst eine Crash-Recovery versuchte, diese aber an einer defekten tc.log scheiterte.
Ich beschloss erst, mysql lokal neu zu installieren und die Datenbank aus der Urne zu holen, aber dann wurde mir klar, dass das Backup ein paar Stunden her ist und das SAN-Cluster zwar wieder antwortete, aber Block-Device-IO aktuell nicht wirklich unter fix fiel. Also benannte ich die TC.log um und MySQL startete wieder.
Damit mir keine Inkosistenten Tabellen auf die Füße fallen, habe ich mit
meinuser@mcp:/var/lib/seafile/haiwen/seafile-server-latest# mysqlcheck -u root —password=Test123!BlaBla —auto-repair -ao —all-databases
die Datenbanken überprüft. Die logs laufen jetzt auf die lokalen Patten.

Heute Morgen wurde die defekte Platte getauscht und das Petasan hatte sich sehr schnell erholt. Der Seafile Garbage-Collector läuft nun seit 14 Stunden und ich hoffe, dass ich die Dienste im Laufe des Abends wieder anheizen kann.

Falk Dübbert

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MacOS 10.15 "Catalina" Apples nächster Bold Move?

9. Oktober 2019

Mit dem üblichen „Kommt Bald Freut euch schon mal“ wurde MacOS Catalina ausgerollt. Da Apple gerade mal 79 unterschiedliche Kombinationen von CPU, GPU und Chipsatz unterstützen muss dachte ich, dass ich mal early adopter spiele und habe mich fein ausmanövriert:

  • Von drei NAS-Systemen ist nur noch eins erreichbar.
  • zwei Hardware-nahe Anwendungen sind nicht mehr lauffähig.
  • Die CPU ist jetzt bereits bei normalen Aufgaben ERHEBLICH stärker belastet. Zum Teil hört man die Lüfter bereits im mit Visual Studio Code oder Bracket.

Bei den ersten zwei Punkten gehe ich nicht davon aus, dass Apple sich auf ein Eingeständnis einlassen wird. In Catalina ist der SMB-Stack von Samba in den Kernel gewandert und ich gehe nicht davon aus, dass eine SMB1-Unterstützung überhaupt vorgesehen ist.

Apple sieht sich als wohlmeinender Despot und verhält sich auch genau so. Die Abschaffung von 32Bit, SMB1 ist zusammen mit der Abschaffung von richtigem USB zu betrachten. Apple engt seinen Adressatenkreis weiter ein und richtet gezielt sich an stark konsumistische, geradezu hedonistisch eingestellte Personen und zwar ausschließlich.

Apples Produkte waren schon immer zugeknöpft und Open Source hat Apple auch nur benutzt, wenn es der Erzählung, positiver als andere zu sein, genutzt hat. Jetzt, wo selbst die Hersteller von Militär-Equipment, sich einen offenen und positiven Anstrich mit Agilität, Kulturwandel, Inklusion und Nachhaltigkeit geben, kann man in Cupertino hier kein Alleinstellungsmerkmal mehr generieren und operiert mit mehr „Courage“. Ich sehe den Wechsel des SMB-Stacks eher als Schritt, die ungeliebte GPL loszuwerden und gleichzeitig Vendor-Lock-Inn-Effekte zu verstärken.

Tatsächlich erwähnt der Support bei Apple die icloud als Alternative zum eigenen NAS, wenn man sich mit dem SMB1-Problem an ihn wendet und ich hatte einen weiteren Louis-Rossmann-Augenblick. Nur reicht die Performance der iCloud vorne und hinten nicht. Selbst mit „deutschen“ Internetzugängen ist ganz klar die iCloud selbst der Flaschenhals. Von der sehr fragwürdigen Kollisionsbehandlung, die eher an Informatikunterricht in neunten Klassen erinnert, will ich gar nicht erst anfangen.

Was ich Apple stark ankreide, ist dass man es – ich unterstelle mit Absicht – unterlassen hat, den harten Wegfall von SMB1 und der Verisign-Zertifikate klar in den Releasenotes zu kommunizieren und eine klare Fehlermeldung bereitzustellen, denn Passwort-Fenster schütteln erfüllt diesen Anspruch nicht.
Allerdings gibt die andere Seite in Redmond auch nur ein „Hoppla. Da hat etwas nicht funktioniert.“ aus, weil man ja jetzt so toll positiv ist.
Bei dem IOmega-NAS hatte ich versucht, den fehlenden SMB-Zugriff durch einen FTP over TLS zu ersetzen, was dann am Root-Zertifikat von Verisign mit einem Revoked-Fehler endete. Ergo habe ich nun knappe 420GB Daten zusätzlich in meiner Cloud, die ich bislang auf die NAS-Boxen spiegelte.

Als Option bleibt mir:
  • Das NAS auf iSCSI umzustellen und einen Mini-Rechner als Fileserver einzufügen.
  • Ein neues NAS mit SMB3 zu kaufen.
  • Einen Microserver zum NAS umzubauen.
  • Auch mit den Video-Rohdaten und den Backups dauerhaft in die Cloud zu gehen.

Dazu kommen die Probleme, dass ich Apple jetzt noch weniger traue. Im Zweifel stellt Apple sich und seine eigene Agenda und nicht den Kunden in die Mitte. Das ist beim Design der Produkte so. Das ist bei der Apple-Definition von „Nachhaltigkeit“ so, die man mit „man kann es gut recyclen, wenn es kaputt ist“ sehr gut zusammenfassen kann. Für jemanden wie mich, der von HP Servern (vor der grüne-Kasten-Ära), Panasonic Toughbooks, Dolch NotePacs und IBM / Lenovo W-Serie kommt, denen das Service-Manual entweder beiliegt oder man es einfach finden und herunterladen kann (konnte… HPE! i am talking to you!), ist Apple eh ein Kulturschock, aber das kann auch daran liegen, dass ich seit 7 Jahren in der zweiten Lebenshälfte angekommen bin und mein Geisteszustand mit „grumpy old white man“ sehr gut zusammengefasst ist.

Falk Dübbert

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