Falk Dübbert macht Sachen

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Wie man Akkus rettet

27. November 2019


Da auf einen eigentlich als Blödelei gemeinten Tweet viele Fragen aufkamen, will ich kurz schreiben wie ich Akkus in, an, und für Geräte „rette“.

Ob ein Akku rettbar ist und von welcher Dauer die Maßnahme ist, hängt von der Technologie des Akkus ab.

  • Bleiakkus lagern sich in der Regel tot. Während man echte Nasszellen theoretisch ausspülen, filtern und wieder auffüllen kann, sind Bleigelakkus, die sich einmal unter 0,8V pro Zelle entladen haben, dauerhaft defekt. Es gibt keine sinnvolle Rettung, auch Impulsladeverfahren helfen nicht – Im Gegenteil: oft hat die Zelle mit der geringsten Kapazität nach Hochstromverfahren einen Kurzschluss. Tod durch Zyklenzahl habe ich nur bei den Blei-Kaugummis der Aiwa-Kassettenplayer gesehen.
  • Lithium-basierte Akkus lagern sich auch tot, aber die Selbstentladung ist so gering, dass die anderen Mechanismen, Eindringen von Sauerstoff, Kapazitätsverlust beim Laden / Entladen, Schädigung durch Temperatur etc. dominieren.
    Es ist einigermaßen gefährlich, einen LiPo- oder LiIo-Akku zu reanimieren und eigentlich nie erfolgreich. Bei tiefentladenen Akkus kann man es aber mal versuchen – die kurzfristige Überlebensrate liegt bei 50%.
  • NiMH-Akkus verlieren gerne durch schlechte Ladegeräte und unvollständige (Ent-) Ladezyklen an Kapazität. Der Effekt wird lazy-battery genannt und ist durch vollständige Zyklen fast vollständig umkehrbar. Die anderen Ausfallmechanismen (Verbrauch des Getters und der Elektroden) sind hingehen fast nie umkehrbar. Bei der Rettung unterscheiden sich RTU/LSD-Typen nicht von Hochstrom-Typen.
  • NiCd-Akkus sind die eigentlichen Zombies. Die normalen Ausfallmechanismen wirken bis hin zum Zellentod, aber ein lediglich scheintotgelagerter NiCd-Akku kann eigentlich immer wieder reanimiert werden.
  • Rettung von LiPo-Taschenzellen und LiIo-Rundzellen: Ist der Akku noch „dünn“? Wenn ja, an einem Strom-begrenzten Netzteil mit (Ladeschlussspannung – 0,2V) und (C/10), also der Kapazität in Ampere durch Stunden und durch 10 als Strom für 4 Stunden laden. Danach die Zellspannungen einzeln messen, sollten die noch beisammen sein, kann man ein normales Ladegerät nutzen. Der einzige Grund für einen weiteren Zyklus ist die Zuverlässigkeitsprüfung. Es sollte selbstverständlich sein, dass ein geretteter Akku nicht mehr geflogen werden kann.
  • Rettung von NiMH und NiCd Akkus: Zunächst lädt man mit geringem Strom, z.B. C/4 für etwa eine Stunde und misst dann nach einer halben Stunde Ruhe die Zellen durch. Abweichler nach unten lädt man noch mal einzeln nach – sonst droht eine Spannungsumkehr einzelner Zellen.
    Jetzt kommt die Stunde des Modellbau-Ladegeräts mit Zyklenautomatik. Der erste Durchlauf mit 1x Entladen und Laden erfolgt mit C/2 Laden und C/2 Entladen auf 1,0 V pro Zelle. Hierbei sollte man einen Blick auf die Spitzenspannung beim Ladevorgang werfen, sofern das Ladegerät das zulässt. Danach lädt man mit 100% und entlädt mit 67%. Fünf Zyklen sind eine vernünftige Größe. Der Akku sollte dabei zunächst sehr wenig Kapazität aufbauen. In der Regel wacht er erst nach dem dritten Zyklus auf und wird „besser“. Der Innenwiderstand nimmt ab, was man an der fallenden Spitzenspannung erkennen kann.
    Sind die ersten 5 Zyklen absolviert, kann man mit dem Ladestrom auf 150% und dem Entladestrom auf 100% hochgehen. Viele unterschätzen, wie viele Zyklen ein Akku braucht. Ich gehe mittlerweile von mindestens 30 Zyklen aus. Eine solche Behandlung lohnt sich also nur, wenn des Akku nicht ohne weiteres geknackt mit neuen Zellen bestückt werden kann. Bei Rundzellen lohnt es sich im Grunde nie.
Falk Dübbert

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Etwas Genuss mit Vintage-HiFi.

17. November 2019

Ich hatte für die Verkabelung der Surround-Boxen im Wohnzimmer die Kabel von der Stereo-Anlage „geopfert“.
Die Anlage im Schlafzimmer hat ein paar Besonderheiten.
Zwar ist der CD-Player (Kenwood DP-1100SG) das, was von vielen Foristen und etlichen Händlern gerne als High-End verklärt wird, aber der Verstärker (Kenwood KA-747) ist ebenso ein 80er Jahre Kind und Verstärker hatten damals Kabelklemmen oder DIN-Stecker.
Von heutzutage üblichen Verstärkerleistungen bei Home-HiFi mit 100W pro Kanal und mehr war man noch meilenweit entfernt. Man spielte damals noch auf maximale Linearität und trieb irrsinnig viel Aufwand bei der Bauteile-Selektion. Heute klopft man alles per DSP und Software gerade und sieht entsprechend viel Leistungsreserven vor.
Welcher Weg der bessere ist, sollen spätere Generationen entscheiden.

Auch wenn alle Komponenten meiner Anlage aus 1985 bis 1989 stammen und damals bis auf bei der Infinity Kappa zwischen 30Hz und 40Hz Kurzschlüsse verpönt waren, haben meine Boxen (Heco Superior 740)- nominal 4 Ohm Impedanz – bereits bei knapp über Zimmerlautstärke größeren Stromhunger, als der Verstärker ohne Nachhelfen durch die Klemmen zu liefern vermag. Daher habe ich 4-adrige Kabel genommen und beide Klemmenpaare am Verstärker belegt.

An den Boxen gehen beide Kabel auf ein Steckerpaar.

(Dem Sicherheitsbeauftragten in mir dreht es natürlich die Zehennägel hoch, wenn man die gelb-grüne Litze mitbenutzt, aber erstens sind wir auf Sekundärseite, zweitens sind Farben erst mal nur Farben. )

Der Verstärker wird immer wieder als 2× 98W DIN bei 4 Ohm angegeben. Zum einen rutschen dabei die Harmonischen auf 0,09%. Zum anderen halte ich eine Strich-Leistung von 2× 73W für deutlich realistischer, wenn ich so piep mal Daumen von der Spannung in der Endstufe schätzen darf. Klanglich unterscheiden sich einzelnen Ausgänge ein ganz kleines bisschen an der Schwelle zur Einbildung. Wenn ich von Stellung „Speaker A“ auf „Speaker B“ weiterdrehe, habe ich für ein paar Sekunden den Eindruck eines etwas willigeren Oberbass. Von „Speaker B“ auf „A+B“ kann ich keinen Unterschied feststellen. Allerdings würde ich diesen Test nochmal gründlicher werktags in Abwesenheit der Nachbarn mit zum Beispiel der Overture 1812 vornehmen.

Gehörte CDs:
Johnny Cash – Solitary man.
Röyksopp – The Understanding
Otis Taylor – Recapturing the Banjo
Richard Strauss – Solti Zarathustra

Falk Dübbert

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Queue abbauen.

23. Oktober 2019

Diese Woche habe ich begonnen, die Möbelrochade im Arbeitszimmer vorzubereiten. Dabei standen auch ein paar Geräte im Weg, die nur einfache Reparaturen benötigten. Der Teppichwascher zum Beispiel braucht bzw. jetzt „brauchte“ eine neue Turbine. Ich habe die Kamera mal mitlaufen lassen. Das Bizarre ist, dass ich aktuell gar keinen Teppich in der Wohnung habe.

Allerdings sind in allen drei Aufenthaltsräumen welche geplant. Im Arbeitszimmer soll in der Arbeitszone ein aktiv-Hocker beim Sitzen und eine hohe Gummimatte jeweils für Bewegung sorgen und die Knie entlasten. Im Sitzbereich soll ein Teppich das Lesen im Sessel erleichtern.

Das Arbeitszimmer ist der wichtigstes Punkt der Wohnung. Insgesamt hat mein Plan sechs Phasen
  1. Eigentlicher Umzug
  2. Geplante Möbel
  3. Erste Sortierphase von Kartons in große (44L) und sortenreine Plastikboxen, Reduktion durch Entsorgung
  4. Zweite Sortierphase von großen im mittlere Plastikboxen und angepasste Kisten und Koffer, Reduktion durch Verkauf und Verschenken
  5. Dritte Sortierphase in Schränke und Regale mit Lagersignatur, Reduktion durch Verkauf
  6. Beginn einer umlauforientierten Lagerhaltung mit Assets und Stock-Items, Aufwertung und Konzentration

Eigentlich sollte jede Phase 12 Wochen dauern. Aber jeder hat einen Plan, bis man ihm ins Gesicht schlägt (Mike Tyson.) oder gewählter „Kein Operationsplan reicht mit einiger Sicherheit über das erste Zusammentreffen mit der feindlichen Hauptmacht hinaus.“ (Moltke bzw. von Clausewitz).
Aktuell stecke ich zwischen der Aufstellung geplanter Möbel und der Konsolidierung. Das Problem ist, dass „Aufstellung geplanter Möbel“ bedeutet, die vagen Vorhaben in konkrete Pläne mit Zeichnungen und Maßen umzuwandeln.

Als Beispiel für das Planungsproblem kann ich den Stahlschrank anführen. Den wollte ich zuerst im Keller aufstellen. Aber das hieße, dass der Keller neben dem Sensor der Alarmanlage auch eine Kamera braucht, womit ich das WLAN bis dorthin „prügeln“ müsste. Außerdem wären es dann zwei Stahlschränke, einer in der Wohnung und einer unten, damit ich, falls ich mal schnell etwas aus dem Schrank brauche, nicht im Schlafanzug durch das von der Straße einsehbare Treppenhaus turnen muss.
Nächste Variante war Stahlschrank im Arbeitszimmer. Das Arbeitszimmer ist bewusst von der Gestaltung ausgenommen und sieht aus wie meine Räume in der alten Wohnung aussahen, aber System-Regale und Stahlschränke ergänzen sich selten vorteilhaft und der Konsolidierungsgrad wird auf mittlere Sicht nicht reichen um auf soviel Regalfläche verzichten zu können.
Jetzt kommt der Stahlschrank in weiß neben den Kleiderschrank. Die Fläche ist nun vergeben. Ursprünglich sollte das ein Stell- oder Hängeplatz für Sportausrüstung werden.

Das könnte man als allgemeine Entscheidungsschwäche auslegen und läge vermutlich auch ziemlich gut damit, aber die Feststellung allein hilft nur wenig weiter.

Ein paar Leitlinien habe ich mir aufgegeben:
  • im Wohnzimmer und Schlafzimmer liegt am Ende nichts auf dem Boden und nichts auf den Schränken. Alle waagrechten Flächen sind frei.
  • im Wohnzimmer und Schlafzimmer sollen am Ende nur geschlossene Möbel sein (Ausnahme: BluRay-Regal und Kaffee-Tisch)
  • Regale und Schränke sind jeweils maximal zwei Themen „gewidmet“ – bei den großen Regalen können es auch vier sein.
  • Jeder Raum hat maximal zwei Möbelstile und dominante Farben. (Wohnzimmer Möbel Skandinavisch, Techno-Möbel der 80er, Schwarz und Weiß, Stoffe/Leder: warmtöne, Akzentfarben: dunkles Holz, Edelstahl und Grün; Schlafzimmer: Skandinavisch und 30er Jahre; Weiß und helle Eiche, Stoffe: grau und beige, Akzente: Schwarz; Arbeitszimmer nicht gestaltet.)


Das Problem ist halt der Glob, der sich angesammelt hat und nun erst mal abgebaut werden muss. Das kann einen schon etwas erschlagen.
Der Turnus ist aktuell „Fortschritt machen“ = „Kartons auflösen“ + „Sachen entsorgen“. Aufgelöste Kartons bedeuten Platz für Regale im Keller. Aber die Kartons lösen sich nicht ins nichts auf und es bleibt immer erst mal was liegen. Der limitierende Faktor sind meine Arbeitszeiten von 8 bis 18 Uhr und die Öffnungszeiten des Wertstoffhofs. Ich habe aber in der letzten Woche fast den ganzen Rückstand aufgeholt und bin an einem guten Punkt.

Rest-Q4:
Arbeitszimmer: Schreibtisch, Regale, restliches Konferenzsystem (November)
IT: Testlab mit VSphere (November und Dezember)
Medientechnik: Capture- und Render-PC (Dezember)
Veranstaltungstechnik: Reparatur Movinghead, Kisten für Movingheads und Scanner, Neue Regale im Lager, Netzteil für Mischpult. (Dezember)

Falk Dübbert

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Nicht so gut.

10. Juli 2019

Es war Triathlon und diesmal hatte ich neben meinem mittlerweile unathletischen Körper Planungsfehler und Materialversagen.

Das Wasser war mit 16,9°C (laut meiner Uhr) einfach VIEL ZU KALT. Ich hatte echt Probleme.

Beim Radfahren ist mir der Umwerfer ab und die Kette durchgerissen.

Es gibt zwei Erklärungen:
Die erste ist, dass der über 14 Jahre messerscharf geschliffene Umwerfer sich in der Kette verkantet und diese aufgehebelt hat.
Die zweite ist ein normaler Kettenriss und dass das abstehende Glied den Umwerfer entleibt hat.

Das Abreissen Teil 1 passierte beim Anstieg der zweiten Runde. Ich konnte sehen, dass der Umwerfer halb fehlte und dass eine Außenlasche abstand.
Ich fuhr die zweite Runde mit ganz kleinen Gängen hinten und großem Kettenblatt um die Kraft auf die Kette gering zu halten. Bei der Abfahrt der dritten Runde riss die Kette ganz. Ich konnte sie mit einem Nietendrücker (DANKE an die Passanten!) wieder auflegen, aber das hielt „nur“ bis 800m vor dem Wallfahrttunnel. Ab da fuhr ich Tretroller.

Falk Dübbert

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