Falk Dübbert general

11.03.18
von Falk Dübbert
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Flugtaxis und Realitäten

Wer an autonome Flugtaxis in naher Zukunft glaubt, ist um seinen Positivismus echt zu beneiden. Man könnte auch sagen, dass Politiker mal den Bezug zur Realität verloren haben.

In der Realität normaler Menschen jedoch werden selbst Spielzeug-Drohnen mit dem Gewicht eines Stücks Butter zu Tode reglementiert.

Die Info-Seite der Polizei (aus dem Problem-Bären-Land) zu Solowheels kann man nur als unverholene Drohung auffassen. 

Solange die CSU sich also als Fortschritts-Verhinderungs-Partei geriert, sollte vielleicht doch der Breitbandausbau im Fokus der Staatsministerin für Digitalisierung liegen. 

Danach können wir uns darüber unterhalten, ob ein Flugtaxi auf eine komplexe Infrastruktur mit Best-Effort-Datentransport angewiesen sein müssen darf. 

 

4.03.18
von Falk Dübbert
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Neue Notfalltasche

Sorry, wenn ich heute mal wieder alte Bilder recycle, aber heute habe ich echt noch den Blubber.

Ich bin aktuell dabei eine neue Semi-Rigid Notfalltasche (neues Auto = neue Tasche) zusammenzustellen und habe ein paar Änderung an der Stückliste:

alte Tasche neue Tasche

Guedel-Tuben-Satz

weiß bis lila

Guedel-Tuben-Satz

orange bis lila

Wendel-Tuben-SatzWendel-Tuben-Satz

Beatmungsbeutel
Söhngen P2 mit Reservoir und 
Masken 3 u. 5

Beatmungsbeutel
Ambu Mark IV mit Reservoir und 
Masken 3 u. 5

Absaugpumpe HUM
mit Behälter und Kathetern

Absaugpumpe Ambu
mit Behälter und Kathetern
Sauerstoffflasche 2L, StahlSauerstoffflasche 0,3L, Stahl
Stiffneck klein und großStiffneck klein und groß
Finger-PulsoximeterHandpulsoxy mit Fingersensor
EKG Nihon KohdenEKG Schiller
OhrthermometerOhrthermometer
BZ-MessgerätBZ-Messgerät
RR-MessgerätRR-Messgerät
Halogen Otoskop, schwarzLED-Otoskop, blau
Stetoskop, Littmann, schwarzStetoskop, Littmann, all-black
SAMsplint-SatzSAMsplint-Satz
Brandwunden-KitBrandwunden-Kit
VerbandssatzVerbandssatz
Klemmen, Pinzetten, etcKlemmen, Pinzetten, etc.
HygienesatzHygienesatz
OctenidinOctenidin

Ein paar werden fragen, wo der Defi geblieben ist. Zwar habe ich meinen Defi in den vergangenen fünf Jahren auch mehr als einmal eingesetzt (am häufigsten um ein EKG zu sehen, als das Taschen-EKG noch nicht da war), aber die Therapeutische Bandbreite ist doch sehr schmal. 

 

21.01.18
von Falk Dübbert
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Allen reden vom Wetter

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Ja; Friederike war der schwerste Sturm seit Kyrill. Aber liebe Bahn:

Bei schönem Wetter kann jeder fahren.

Die Frage, die ich mir stelle, ist ob die Einstellung des Bahnverkehrs also die Individualisierung des Risikos, die richtige Entscheidung war. Normalerweise kommt von links der Spruch "Privatisierung der Gewinne bedeutet Sozialisierung der Verluste."


Die Bahn ließ acht ICEs in Fulda stranden und stellte den Bahnverkehr um 16.00 Uhr bundesweit ganz ein, obwohl der Sturm zu dem Zeitpunkt bereits in Südpolen (nicht am Südpol) war und man die Hauptstrecken (Hamburg – München, Berlin- Frankfurt) noch am selben Tag hätte freiräumen können. Stattdessen zog man sich zurück. Der Reichsfunk äh die öffentlich-rechtlichen Sender lobten in jeder Sendung, wie toll die Bahn das im Griff gehabt hätte, was ich aus der anderen Perspektive nur als zynisch bezeichnen kann. Die Auskünfte vor Ort waren falsch oder unzuverlässig und die Anzeigen widersprachen sich selbst. Wer sagt “informieren Sie sich vor Antritt der Fahrt” und dort bis 14.00 Uhr unter “aktuelle Informationen” noch was von “bis zu 40 Minuten Fahrtverlängerung” behauptet, obwohl die Einstellung des Verkehrs bereits im Gange war, der hat seine Glaubwürdigkeit nachhaltig beschädigt. Allein der Begriff “Hotelzug” ist ein PR-Stunt, denn “ICE, der nirgendwo anders mehr Platz gefunden hat” wäre wesentlich passender gewesen.




Ich habe im ICE eine Notgemeinschaft mit unglaublich netten Leuten gebildet und wir haben uns auf das soziale Netz verlassen, was immer funktionieren wird: Familie.


Das bedeutet, dass aus der umweltfreundlichen Zugfahrt von 762km in einer Nacht fast die doppelte Autostrecke wurde.


Ich habe auf der Rückfahrt nicht einen einzigen umgestürzten Baum, aber 14 Schwertransporte gesehen.


Als Student hatte ich die Zeit, bei wichtigen Klausuren zwei S-Bahnen pro Umstieg als Reserve einzuplanen, aber im Alltag waren es zwei Tage in der Woche, an denen ich zwischen Uni und zu Hause entweder die erste Vorlesung verpasste oder zwei Busse später nach Hause kam. Wohlgemerkt, dieser Wert fiel bei 40km Fahrstrecke an und das erste Jahr, in dem die S3 bis Buxtehude fuhr, war eher schlimmer. Auch hier war meist der Gleiskörper das Problem, Weichenstörung hier, Signalstörung da und bei den Herbst- und Winterstürmen eigentlich immer Sturmschaden, obwohl S-Bahnen eine Stromschiene und erst hinter Harburg eine Oberleitung haben.


Diesen Luxus habe ich nicht mehr. Ich habe Verpflichtungen einzuhalten. Kein Kunde lässt sich mehr als einmal mit der Bahn-Ausrede abspeisen.


Man könnte ja meinen, dass man seit der Fahrt 1835 der aus England importierten Adler-Lok gelernt haben könnte, dass schnellwachsende Fichten, Pappeln und Birken oder kronenlastige flachwurzelnde Bäume an und in der Nähe von Bahndämmen nichts verloren haben. Die Zeiten, in denen man sich mit der Handsäge schnell noch Brennstoff holen muss, sind ja vorbei und auch damals war Holz in der Feuerbüchse für den Wärmetauscher eher ein Problem, aber der Vorstand für Infrastruktur hat bislang keine Expertise in Bauwesen oder Logistik nachgewiesen und leidet seiner eigenen Aussage nach auch unter einer Seh- (wörtlich "Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen.") und Hörstörung (wörtlich „Ich kann den Scheiß nicht mehr hören“).

Auch bei der Fehlerkultur und der persönlichen Integrität könnte man sich anhand des Lebenslaufs durchaus eine andere Besetzung an dieser Stelle wünschen und man fragt sich schon, welche Qualifikation man vom Parteibuch abbgesehen für einen Vorstandsposten beim DB-Konzern mitbringen muss.


Schließlich waren seit Oktober und damit seit der letzten Kapitulation ein paar Tage vergangen und Fa. Stihl hat ja jüngst mit 100 Millionen die Produktionskapazitäten vergrößert. Passiert ist aber: “ “.

Die Bahnseite mit dem Maulwurf zeigt diesen Winter keine zugenommene Fällaktivität an, dabei ist Fällen im Winter eigentlich leichter, weil die Bäume weniger Laub tragen.


Aus einer ökologischen Trendwende wird solange nichts, wie man glaubt, in der Bahn einen “global Player” mit 579 Beteiligungen und Töchtern zu haben.

Die Bahn ist auf den meisten Strecken ein Universaldienstleister und muss zuverlässig funktionieren.

Das ist das einzige Kriterium.

Sie muss dabei keinen Gewinn erwirtschaften.

In der Tendenz sollte man auch überlegen, ob das Gleisnetz nicht in eine öffentlich-rechtliche Gesellschaft überführt werden sollte oder man das Modell der Stromnetze übernehmen sollte. Denn, dass die jetzige Betreiberin das Bahnnetz nicht betreiben kann und bei fast allen Großprojekten (Pünktlichkeit, Budgeteinhaltung) versagt hat, ist nun offenbar. Sie hat nicht mal das eigene Pünktlichkeitsziel erreicht, bei dem ausgefallene Züge nicht als unpünktlich zählen. Wer mal versucht hat, ab Altona den ersten ICE des Tages nach München zu nehmen, weiß wie lachhaft diese Ziel-Definition ist.

Selbst bei den stattfindenden Verbindungen ist die Bahn mit 80% zufrieden. Was ich mit einem Mitarbeiter machen würde, der dauerhaft einen Tag pro Woche unpünktlich ist, kann man sich sicher denken.

27.12.17
von Falk Dübbert
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Feinplan 2018

Januar:

  • 1 weiterer Litecoin-Mining-Pods für 19"
  • Beide Webserver aktualisieren. 
    Das wird ... "spannend". Denn der große Webserver ist in etwa so aufgesetzt, wie ich Webserver in den Nuller-Jahren aufgesetzt habe. Das ist nichts schlechtes, aber heutzutage fährt auch keiner mehr freiwillig einen Diesel-PKW, deswegen bekommt zunächst der Virtuelle Webserver ein Upgrade und der physische: 
    • Deduplication für das Cloud-gedöhns
    • Automatisierung!!!11elf! 
    • blutende Ecke Netz- und Wolkentechnik
    • Es wird eine Test-Instanz (VM) geben, die exakt gleich konfiguriert ist. Da kommt dann viel Git-Magie zum Einsatz 
    • Nein. Bislang sehe ich kein Docker bei einem Server mit einer einstelligen Zahl an Services.  
    • Modernes forever incremental Backup für die Daten. 
    • Am Ende soll der große alles abfackeln, was ein NGINX (das ist der arbeitende Teil darin) abfackeln kann und der andere dient primär dazu, die Anwendungen, die der große nicht aufnehmen kann, zu stemmen. 
  • Suzuki - kleine Umbauten

Februar:

  • Trainingsanfang Triathlon 2018 (technisch gesehen beginnt das Training im Januar)
  • Änderungen an der Küche (Boden, Herd, ein paar Schränke)
  • Überholung altes Triathlonrad
  • Reparatur der Hausgeräte (Teppichwascher, Bohnermaschine, ...)
  • Bäume fällen...

März

  • PA Stufe 1
    • Lichtstative
    • DMX-Merger (endlich wieder basteln!)
    • neue Kabel
    • L-Rack für das Licht
    • Topteile und (kleine) Subwoofer
    • Transportracks und Kisten für alles
  • Solar-Anlage am CarPort (lädt: Auto)

April

  • Solar-Anlage am Haus (Übung macht den Mais da!)
  • Werkzeug in L-Boxxen

Mai

  • Auf- und Zusammenbau neues Triathlonrad

Juni

  • keine Zeit - Triathlon wird HART

Juli

  • Triathlon

Weiter plane ich nich.

 

 

1.12.17
von Falk Dübbert
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Bitcoin ist das neue Darknet

Parallel zu den Meldungen über das Kursfeuerwerk des Bitcoins, kommen immer mehr Meldungen, dass Bitcoin gefährlich sei und man Bitcoin verbieten müsse. 

Das mit der Gefahr des Verlusts ist bei jedem Finanzgeschäft so. Man könnte ja mal an dieser Stelle das Mikro an die geprellten Maschmeier-Kunden reichen. Allerdings kann man mit Bitcoin in wenigen Jahren auch mal 20000% plus machen. Bei der aktuellen Zinslage, bei der Lebensversicherungen Probleme haben ihre Garantie-Renditen zusammenzubekommen, ist es kein Wunder, dass Anleger auch mal in komplett unregulierten Märkten zocken gehen. 
Der Hauptpunkt ist jedoch ein anderer. BitCoin braucht keine Zentralbank sondern nur Mining-Pools, zur Not täte es auch ein eigener Miner. Von Verbindung zur Blockchain abgesehen, kann man alles selbst abbilden und das zur Not auch komplett anonym. BitCoin ist vom System her die Antwort auf die Bestrebungen, Bargeld einzuschränken oder gar abzuschaffen. Das Interessante ist, dass Bitcoin gerade dort stark ist, wo man es weniger vermuten würde.

In Südostasien ist Bitcoin zur Haupt-Metawährung geworden und die Kursschwankungen eher ein Problem als ein Segen. Er ist ausreichend sicher, dass ein Großhändler seine Ware bei der Fabrik mit Bitcoin bezahlen kann. Er ist klein genug, um in steganographischen Nachrichten versteckt zu werden und so an den chinesischen Behörden vorbei durch die "goldene Firewall" hindurch geschickt werden zu können. Das sind großteils legale und ungefährliche Geschäfte. BitCoin erfüllt die Funktion der Templer im Frühmittelalter - eine verschwiegene Transfermethode mit universeller Einlösbarkeit. 

Natürlich können alle Mitspieler des alten Systems nicht schweigend zusehen, wie sich ein Fiskalsystem außer jeglicher Kontrolle aus dem Nichts erzeugt und dabei so wenig angreifbar ist, weil eine Fork jederzeit möglich ist und diese Abspaltungen auch noch funktionieren und der gleichen Erfolgskurve unterliegen wie einst BitCoin. Also wird Angst geschürt. 

Banken rechnen mit über 8% Kapitalrendite pro Jahr und dieser Wert ist fast nie eingebrochen. Zum Vergleich: ein Landwirt rechnet mit unter 3% und ein Handwerker mit um die 4%. Diese Pfründe sind natürlich absolut in Gefahr, wenn die Banken nicht mehr benötigt werden. Und es erinnert mich an die Tappeure (Kinoklavierspieler und Geräuschemacher), die in den 30ern versuchten, den Tonfilm zu verhindern.  

BitCoin oder Kryptowährungen allgemein sind ein bedeutender Baustein in der neuen Wirtschaftsordnung, in der Innovation und Unternehmertum mehr zählen als Kapital. (Nein Tesla ist kein gutes Beispiel, aber SpaceX schon.) Es wird auf die richtige Idee zur richtigen Zeit ankommen. Kapital wird immer weniger entscheidend.

Herstellungsprozesse anrollen lassen ist kein Ding von Monaten oder Jahren mehr, wenn 3D-Drucker die ersten Produkte schon ausspucken können, bevor der Werkzeugmacher überhaupt über Formenbau nachgedacht hat. Ich muss keine Fabrik mehr bauen sondern kann irgendwo Zeit auf 3D-Druckern mieten. Ich brauche kein Rechenzentrum mehr, sondern miete eine Cloud. Im zweiten Schritt ziehe ich dann eine klassische Produktion hoch und gehe mit der IT on-premise, wo ich meine Kosten jeweils um 20% absenken kann. Aber ich kann mit kleinem Budget anfangen, wirklich neue physische Dinge zu bauen und Kickstarter zeigt, dass zum Teil Banken keine wesentliche Rolle spielen müssen. 

Beim Goldrausch in den USA verdienten vor allem Holz- und Werzeugindustrie und Handelsketten, die ihre Läden in den Goldsucherstädten aufmachten und eine Lieferkette aufrecht erhalten konnten. Diese Umarmung wird es auch bei dem Industrie-4.0 Wandel geben. Eine Zeit lang werden es die großen Logistik-Häuser sein, die von 4.0 profitieren. 

Unberechenbare neue Player sind das, was Politik, Industrie und Banken gleichermaßen fürchten. Es ist keine Ent-Industrialisierung, sondern eine Zerstörung der Konzentration. Wenn der BitCoin kaputt ist, weil chinesische Großmineure die Blockchain gefüllt haben, auf einem Berg BitCoins sitzen und die Transaktion zu einer quälend langsamen Operation gemacht haben, kann die Karawane weiterziehen zu LiteCoin, Monero oder BitCoinCash. Wobei: eine Bitcoin-Transaktion braucht etwa drei Stunden. Wer das Wort Bankarbeitstag googeln musste, hat da vielleicht andere Vorstellungen von langsam, aber das soll das große Problem mit BitCoin sein. 

Der Knackpunkt ist der: erst Kryptowährungen machen echte Globalisierung möglich und sie sind nicht auf Rahmenbedingungen angewiesen. Wer ein Beispiel sucht, wie eine technische Disruption einen Boom aus dem Nichts erzeugt, kann nach Indien gehen. Dort schossen die Filmproduktionen in die Höhe, als man nicht mehr auf die Kopierwerke angewiesen war. Sicher wird man angesichts der üblichen Bollywood-Qualität etwas ratlos bleiben, aber in Indien gibt es nicht vier oder fünf große Studio-Konzerne wie in den USA sondern eher 100. Da es sich im Wesentlichen direct-to-web oder direct-to-disc -Produktionen handelt, gibt es kaum Gatekeeper. 

Hier im Westen sind wir gewohnt  überall Gatekeeper zu haben. Bevor ich eine Produktidee umsetzen kann, brauche ich Geld von einer Bank, die wird einen Businessplan von mir verlangen, der über mein Produkt hinaus geht. Dann brauche ich eine Fabrik, eine Genehmigung, Mitarbeitersuche, Berufsgenossenschaft, Krankenkasse, Ausbildungspflichten, ... das ist großteils nichts schlechtes, aber dennoch ist die Realisierung von allen diesen Stellen abhängig obwohl die meisten mit meinem Produkt gar nichts tun haben. 
In der Zukunft kickstarte ich mein Produkt und bekomme hoffentlich genug Geld, um eine Nullserie fertigen zu lassen. Meine Lohnfertiger in einem fernen Land bezahle ich mit BitCoin, außer Internet und der Möglichkeit einen 20-Fuß-Container zu empfangen, brauche ich genau gar nichts. 

Ich muss mich eventuell mit dem Zoll herumschlagen und das Finanzamt wird ein paar Fragen haben, wo das Geld herkommt und hingegangen ist, aber in der Tendenz kann ich mich mit BitCoin bewegen wie mit Bargeld - sogar freier. Eine kleine Textdatei reicht um gewaltige Guthaben um die Erde zu transferieren. Der Bargeld-Suchhund am Flughafen riecht nix.

19.11.17
von Falk Dübbert
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Ich kann "Digitalisierung", "Automatisierung" und "Agil" nicht mehr hören!

Achtung: Alter-Weißer-Mann-Rant voraus!

Seit etwa vier Jahren sind zwei Buzz-Words wieder oben auf jeder Liste der wichtigen Veränderungen der kommenden Jahre: "Agil", "Digitalisierung" und "Automatisierung"

Sie sind das neue "2.0", "flache Hierarchie", "Dialogmarketing", "Interaktion" und "Beteiligung" oder "Cyber".

Wenn ich Texte lese, dass die Digitalisierung -beliebige Zahlen von 20% bis 80% - der Arbeitsplätze kosten oder verändern wird, schaue ich auf den Hintergrund der Autoren und entdecke ausschließlich Businesskasperle-Theater. In der Regel haben die Wiederkäuer dieser Meldungen keinen oder nur wenig Hintergrund in der IT / Technik oder im operativen Management, sondern sind aus der Schule direkt über Unternehmensberatungen in der Medienwelt gelandet.
Wenn ich "Agil" höre, schalte ich in meinem Kopf Fahrstuhlmusik ein und streiche den Hersteller aus meiner Lieferantenliste

Ich habe noch kein agil entwickeltes Produkt gesehen, das keine Banana-Ware war.

Beispiel VMware: Mit dem Übergang von VSphere 5.5 auf 6.0 kam der Web-Client aus dem Reich der toten Projekte zurück.
Er ist immer noch schlecht. Die ersten Versionen waren einfach gänzlich unbrauchbar. Entweder waren sie so langsam, dass die einfachsten administrativen Aufgaben ewig brauchen oder geradeweg unzuverlässig. Der C#-Client war schnell, kompakt und zuverlässig. Aber VMware tötete ihn und kündigte eine Flash-freie Version des Web-Clients an.
Nur: die Flashfreie-Version ist auch nach fast 3 Jahren keine echte Realität. Sie ist einfach nicht brauchbar. OVF-Deployments führen mehrheitlich zu defekten Maschinen, wenn man überhaupt einen Upload hinbekommt. Die Anzeige kritischer Zustände ist im HTML5-Client noch veralteter als im Flash-Client und dessen Anzeigen werden erst dann aktualisiert, wenn das Ticket mit den User-Beschwerden schon bis zum Operator eskaliert ist.
Nach jedem Browser-Update zerlegt sich das "Client Integration Plugin" der Flash-Version und die HTML5 Version verschluckt die Hälfte der Oberflächen.
Mittlerweile haben die Browserhersteller allesamt die NPAPI-Integration und damit für den Flash-VSphere-Client notwendige Java- und Flash-Integration über Bord gehen lassen. Man kann sich mit einem portablen Firefox 50 behelfen, aber in der Tendenz, kann es nicht angehen mit unsicheren oder kleinen Browsern wie waterfox arbeiten zu müssen, weil VMware nicht auf die User hört und sich nach der vTax wieder an der Bevormundung der Kunden probiert. Es sagt viel aus, wenn die Admins selbst bei komplexen Strukturen die grafische Oberfläche komplett links liegen lassen und gleich zur Kommandozeile übergehen. 

Beispiel Microsoft: Muss man das nach Windows 8 eigentlich noch weiter ausführen? Bei mir kotzen sich CIOs in semi-öffentlichen Foren über Microsoft aus. CIOs aus Branchen, die sonst für ihre absolute Zurückhaltung und Verschwiegenheit bekannt sind.  Windows 7, Office 2010 und Server 2008 R2 waren die letzten guten Produkte ohne Cloud-Nudging oder heimlich per Update getöteter Funktionalität. (Ja - Die Widgets in Windows 7 wurden per Update getötet.). Mit Server 2016 hat der Admin nun sechs Oberflächen zur Konfiguration seiner Umgebung auf jeder Maschine. Einiges ist nur per SCCM oder Powershell erreichbar. Anderes wurde einfach abgestellt. Es sagt viel aus, wenn die Admins selbst bei komplexen Strukturen die grafische Oberfläche komplett links liegen lassen und gleich zur Kommandozeile übergehen.  Dazu kommt im Falle Microsoft eine grandios schlechter gewordene Code-Qualität. Ich will hier nicht den Barnacules machen, aber wenn man sich anschaut wie viele toxische Updates seit 2015 gekommen sind und wie viele davor, kann ich vor einer zeitnahen Installation von Updates nur warnen. 

Agile Methoden funktionieren neuen Projekten, in Startups oder im "gewissenlosen" Management in Projekten die nach der Deadline niemanden interessieren, so lange man keine technischen Schulden angesammelt hat. Agile Projekte, die ich aus der Innenperspektive kenne, fielen entweder auf den Wasserfall zurück oder das Personal zog einfach weiter zum nächsten Projekt weiter und hinterließ eine Ruine. In der Theorie besteht ein agiles Projekt aus Transparenz, Rückblick und Anpassung. In der Praxis hat man es mit Projektleitern oder SCRUM-Mastern ohne technischen Hintergrund zu tun, die keinerlei Gefühl für technische Schulden haben, oder in der Vergangenheit gut damit gefahren sind über die Meldungen solcher Schulden hinwegzugehen und Fortschritte zu erzwingen.
Einige Firmen flüchten sich in die "bimodale IT", allerdings führt das dazu, dass alles neue und das Budget in dem einen Bereich landet und man in dem anderen mit den Ruinen oder technischen Schulden klarkommen muss. Diese Situation wird dann gerne fehlinterpretiert. In der nächsten Stufe werden die technischen Schulden ausgelagert und allerhand Cloud-Services genutzt, damit man mit der Rumpfmannschaft seine IT noch stemmen kann.
Das ergibt eine Zeit mit tollen Fortschritten im Luftleeren Raum und man kann Inklusion und Diversität feiern  um das Kasperle-Theater glücklich zu machen - schließlich ist das ein Agiles Projekt, die Ziele zu den Due Dates werden eh immer wieder geshiftet werden, am Ende bekommt man gerade mal das Minimum Viable Product hin.

Nur: eine Organisation kann die Infrastruktur-Apokalypse so allerhöchstens verschieben, aber nicht aufhalten.

Sie rückt nur näher an die Enden der IT oder -schlimmer- in die Produktion. Wer sich ansehen will, wie eine agile-Software-Zentrierung richtig schief gehen kann, kann jederzeit nach Wolfsburg fahren, wo ein Autohersteller ein fremdes Simulink-Modell lizensiert hat und so versuchte, seine technischen Schulden mit der daraus resultierenden Software zu lösen. Am Ende war traffen Überheblichkeit der Business-Kasperles und karrieregeile Programmierer aufeinander. 

Ich will nicht den fefe machen, aber ich ahne schlimmes. Wenn die alten Hasen alle gegangen sind, entnervt aufgaben oder der innerlichen Kündigung nahe mit einem Auge auf den frühest möglichen Austrittstermin eher schicksalsergeben als begeistert in ihre Agile-Cloud-Projekte gehen, weil der Fisch von Kopf bis ins mittlere Management keine Meritokratie ist, dann wird es noch viel lauter krachen. Mit den Safe-Space-Cry-Babies, die aktuell in die Firmen gespült werden, ist nicht zu rechnen, wenn es darum geht eine Maschine schnell wieder hoch zubekommen oder Tür zuzuschlagen durch die der Wurm kommen kann. Ich sehe immer öfter Diversity-Hires und -Promotions fraglicher Qualität, Verwässerung der Skillsets und viele Cargo-Cults.

Letzlich verhält es sich ähnlich mit "Digitalisierung" und "Automatisierung". Man ersetzt Filialen durch Weboberflächen oder Automatisierung, Mitarbeiter durch Apps und tauscht teures Personal gegen prekär beschäftiges und am Ende wundert man sich, dass die Kunden immer weniger Markentreue zeigen. Die schöne neue Welt bringt nichts, wenn das eigentliche Produkt weiterhin mangelhaft bleibt. Und immer wieder ergibt sich das gleiche Bild: öffentlich verkündete Cloud Projekte zeigen nahezu sicher an, dass die Firma auf dem Infrastruktur-Auge ein Problem hat. Diese Firmen haben auch meist ein Problem mit dem Personal - die teuren alten Hasen wurden von Hipstern verdrängt, denen Java bereits zu formal ist. Dann gehen halt solche Sachen, die man nur richtig machen und nicht in eine Cloud auslagern kann, in die Hose

Die Digitalisierung findet seit den 60ern statt und die Automatisierung läuft seit James Watt eine Dampfmaschine zu einer Drehbewegung überredet hat. Da ist keine Disruption. Das ist ein normaler, permanent laufender Vorgang, der mal schneller oder viel langsamer läuft. Aber in der Tendenz fegt da kein neues Internet durch die Welt. Als innerhalb von vier Jahren alle deutschen Autohersteller erst auf moderne Schweiß- und dann Montageroboter umstellten. DAS war eher eine Disruption als das Definitionsschwache und seit vier Jahren an mangelnder Evidenz krankende Disruptionsgespenst. 

17.10.17
von Falk Dübbert
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Ein lauter Knall!

Heute war es mal wieder so weit. Mir ist ein Auto in die Seite gefahren. Zunächst es ist weniger unangenehm in einem Auto als auf einem Fahrrad. 

Aber ich kann beides nicht wirklich empfehlen. 

Es war aber das erste Mal für mich, dass ich einfach meinen Wagen abgeben konnte, da es der Firmenwagen war. Ich bin sogar wieder mobil. Der Ersatzwagen ist sogar (deutlich) größer als meiner, jedoch werden Opel und ich keine Freunde. Immerhin hat dieser Wagen zwei Hebel, aber die Bedienung des Tempomaten ist seltsam. Ich hoffe mein Leon ist bald wieder fertig, denn zwischen "ich fahre manuell" und "der Wagen fährt" mag ich keine Halbherzigkeiten.