Falk Dübbert ...

Windows 10 ist … charlie foxtrott!

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Achtung! Dies ist ein RANT! Wer auf Rants allergisch reagiert, kann einfach gehen.

Je mehr man sich mit Windows 10 beschäftigt desto mehr stinkt das ganze nach Clusterfuck. Ich erkläre jetzt aus zwei Aspekten, warum *MIR* Windows 10 nicht auf die Platte kommt.

Anwendersicht

“Das Letzte Windows” und “Lebenslang gültig” vs. Lifecycle

Die Windows 10 Version ist eben nicht lebenslang gültig. Man erhält mit der jetzt ausgegebenen Version Support (Sicherheitspatches) bis 2025. Der Mainstream-Support endet bereits 2020. Fünf Jahre plus sind für ein Gratis-Update  schon mal ganz gut, aber andererseits was anderes als lebenslang. Mir stößt auch die Formulierung “Lebensdauer, des Geräts auf dem es aktiviert wurde.” super sauer auf und Microsoft gibt sich redlich mühe, die Konsequenzen dieser Formulierung möglichst vage zu halten. Offizielle Statements zur Übertragbarkeit von Lizenzen sind so gut wie nicht zu bekommen.

Sicher ist, dass Microsoft nicht mehr in die Falle der abgeschabten OEM-COAs tappen und die Lizenzen am Liebsten gerätegebunden wissen möchte.

Ich gehe mittlerweile davon aus, dass Microsoft es den Kunden, die ihre Lizenz aus dem Full-Package-Product übertragen wollen solange maximal schwer macht, sowie bei Windows8 OEM, bis der vzbv oder eine andere Organisation der Gängelung per Richter einen Riegel vorschiebt.

Store-App und sonstige Ver-Apple-lung

Unter Windows8.1 und windows Phone 8.1 nervt der Store schon maximal rum. Unter Windows 10 gibt es gleich doppelt so viel Bloat auf der Platte. Powershell ist da zwar eine Rettung, aber Microsoft macht nicht den Eindruck, als hätten sie die vom User zugedachte Rolle begriffen oder akzeptiert. Dazu muss man schon mit dem Hammer auf NEIN schlagen, wenn man kein Microsoft-Konto mit dem Rechner verbinden möchte und sobald man eine App (Skype, Onedrive) mit dem Microsoft-Konto verbindet ist die System-weit von jeder Modern-UI-App erfrag- und verwendbar. Ich sehe auch keine Möglichkeit in Skype ein anderes Konto als im Rest zu hinterlegen. Windows10 übernimmt also die schlechten Manieren von Apple, Facebook und Google.

Zwangsupdates

Unter Windows10 pro kann man die Updates nur zwischen “langsam” und “schnell” umschalten. Die Möglichkeit ein Update selektiv auszublenden existiert nicht mehr. Da Microsoft mit seiner Update-Qualität 2015 einen neuen Tiefpunkt ausgelotet hat, ist das für mich als “mündiger Anwender” ein Dealkiller.

Profi- und Administrator-Sicht

Als Admin im Mittelstand kaufe ich nur noch Notebooks mit OEM-Windows. Der Rest arbeitet mit ThinClients auf Terminalservern. Windows 10 ist für uns ein Fremdkörper. Zum einen hat Microsoft 2015 zweimal mit einem Sicherheitsupdate die IT-Landschaft bei uns komplett stillgelegt. Zum anderen benötigen Windows 10-Geräte im Grunde einen komplett eigenen Satz an, nennen wir es mal GPOs.

Das Problem ist, dass man um Windows 10 sinnvoll verwalten zu können, nicht mehr am SCCP vorbeikommt. Die schnell auf den Markt geworfene Gratis-Version für 15 Rechner ist in etwa gar nicht brauchbar. In Windows10 muss man zum Teil Whitelists pflegen, was einem die Show vermasselt, wenn man zum Beispiel eine ERP mit Morphing-Code (Gupta Gupta Tätärä!) oder sonstige Haussoftware ohne Installer hat. Im Grunde müsste ich, um auf den Funktionslevel einer laufenden Windows 2008 R2 / Windows 7 – Umgebung zu kommen sechs Mannwochen einplanen und selbst dann müssen wir uns in unseren Prozessen mehr als bislang nach Microsoft richten.

Und nun?

Bei kleinen Unternehmen ist das Beharrungsvermögen immer etwas größer, aber tendenziell kann ich aus Admin- und Systemarchitektensicht sagen:

  • Baut Single-Service-VMs (nein kein Docker!)
  • nutzt offene Standards und offene Frameworks und schreibt eure Haussoftware als Webanwendung um.
  • nutzt vom Netz nur LDAP und DNS
  • meidet .net!

Danach kann man am Ende die Rechner gegen einen Android-Stick tauschen und Microsoft kann einem egal.

Ich privat werde bis Ende 2017 mit viel Ruhe ein paar Transitionen gehen.

  Jetzt Ziel
Betriebsystem
Server-(VMs)
Windows 2008 R2 OpenBSD, Linux (w/o systemd)
Betriebssystem
Workstations und Notebooks
Windows 7 FreeBSD / Windows 7 (Dual-Boot)
Office-Paket Office 2007 Office 2007
es sei denn LibreOffice macht einen großen Sprung im UI
Virtualisierungs-plattform ESXi Xen + XenServer
Kommunikations-Server Exchange Kolab
Telefon, mobil Nokia Lumia Fairphone2, wenn das OS wirklich Google-frei ist.
Sonst Samsung B2700

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