Falk Dübbert ...

Zeit-Budget 2019

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Ich dampfe, wie ich schon öfter erwähnte, meinen Besitzstand ein. Das Ziel ist nicht, am Ende zwei leere Pop-Zen-artige de facto leere Wohnungen zu haben, sondern die gewünschten Funktionen mit so wenig Aufwand wie möglich besetzen zu können. In meiner Mini-Mid-Life-Crisis Mitte diesen Jahres, habe ich noch daran gedacht, „Hobbys“, die bei mir immer wieder Gastspiele geben um kurz darauf wieder für ein halbes Jahr in der Versenkung zu verschwinden, richtig aufzugeben. 

Persönliche Krisen haben den Reiz, sehr klare Konzepte abzuwerfen, weil man in seiner Verzweiflung bereit ist, alles in Frage zu stellen. Als Beispiel kann ich meinen Kaffee-Kult erwähnen. Ich kann meine Kaffeezubereitung regelrecht Regel-gerecht zelebrieren mit Mahlen, Tampern, Ansetzen, First-Shot und Bildern im Milchschaum, falls Rorschach-Figuren zählen.
Ich kenne auch etliche Leute, die in einer Sinn-Wiederfindungs-Phase ihre Kapsel-, Pad und Vollautomaten abstießen, für 6 Wochen mit italienischen Barista-Maschinen experimentierten und am Ende bei einer Kapselmaschine landeten, die kleiner ist als das Gerät im Ursprungszustand. Kaffeegenuss spielt bei den Leuten dann keine Rolle mehr und sie trinken Nachmittags „Wasser“, so, wie man aus der Stadt mit der gescheiterten oder unglücklichen Liebe auszieht, um die Exposition zu minimieren. 
So etwas möchte ich nicht. Ich behalte meinen Vollautomaten. 

Trotzdem ist Zeit bei mir ein, wenn nicht der kritische Punkt.

Eine Woche hat 7×24 = 168 Stunden.

Ich schlafe etwa 7 Stunden und gönne meinem Körper etwa eine Stunde Aufmerksamkeit am Tag, worin die tägliche Wartung eingeschlossen ist. Ok. Aktuell liege ich bei unter 5 Stunden – allerdings arbeite ich daran, wieder in gesunde Fahrwasser zu kommen. Also bleiben 112 Stunden, von denen 14 Stunden für Pausen und Essen wegfallen, 45 Stunden nimmt die Arbeit ein, im kommenden Jahr kommen 18 Stunden für Wegezeiten pro Woche hinzu. Es bleiben 35 Stunden Frei-Zeit pro Woche. In 2019 rechne ich mit Brutto 2,5 Stunden Sport am Tag, was die Freizeit schon wieder halbiert und mein Lese- und Film-Backlog wird immer länger. 

Burn-Outs sind bei mir ein geringeres Risiko als Bore-Outs. Ein „Hobby“ muss vor allem im Gehirn stattfinden. 

Als gesetzt gelten:

  • Fahrradbasteln an Mountainbikes und Triathlonrädern
    Für die MTBs kommen je neue Laufradsätze und beim Fully die Umstellung auf 1×11.
    Das Triathlonrad bekommt ein schwarzes Geschwister aus Carbon. (Der Vater ist der gleiche.)
  • Amateurfunk
    Eigentlich ein totgeglaubter Zombie, weil er für mich ein „toxisches“ Hobby ist, bei dem ich einsam in der stillen Stube versauere, aber in der Tendenz ist der Zwang zur inneren Ruhe und Konzentration beim Morsen für mich sehr wichtig und richtig. Der Amateurfunk tritt an die Stelle des Pistolen-Schießens und Schwertkampfs, die sonst diesen Zwang zur absoluten Konzentration ausübten.
    Die Gefahr, wenn man mit zuviel Gedanken im Kopf in den Dojo oder den Schießstand tritt, ist nicht, dass man sich oder andere verletzt, sondern die, dass man zu schlechte Leistungen zeigt, was man wieder zu kompensieren versucht und was dann wieder zu schlechtem Stil und noch schlechterer Technik führt.
  • Fotografie und Videos drehen. 
    Mal sehen. Ideen sind da. 
  • Podcasting
    Hier bin ich schon deutlich weiter. Da sind es nicht nur Ideen. 

Das Training, also Sport, hat sein eigenes Budget und gilt als sakrosankt. Bei den Hobbys kann es durchaus Ereignisse geben, für die ich das Zeitbudget nulle.

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