Falk Dübbert ...

Filmreview: LOGAN

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Auch wenn er "seitlich" der X-Men spielt, zähle ich den Abschiedsfilm aus dem Marvel-Universum von Patrick Stewart und Hugh Jackman mal dazu. 

Ich will aber nicht über den Wikipedia-Artikel hinaus über die Handlung schreiben, sondern einfach meinen Eindruck schildern. 

Meiner Ansicht ist Logan der bestgefilmte Streifen des ganzen X-Men-Universums. Kameramann John Mathieson hat zwar auch X-Men: First Class "verbrochen", aber man kennt ihn eher als Haus-Kameramann der Scott-Familie oder als Kameramann von Gladiator und 47 Ronin und in Logan sieht man viel sehr modernes Kino. Mangold und Mathieson finden eine brutal ehrliche Bildsprache. Die Entwicklung die Mangold von Cop-Land zu Logan hingelegt hat ist beeindruckend. Obwohl viel CGI im Einsatz war um den Film nicht nach CGI aussehen zu lassen, wirkt die größtenteils subjektive Kameraführung stets authentisch. Wo in Cop-Land noch ein weicher Hollywood-Video-Look herrscht, knallt Logan mit harten Kontrasten und epischen Farbraumumfängen und einer Schärfe am Rande der Überschärfung. 

Jackman und Stewart wirken verwittert, alt und verbittert. Mehr Authentizität geht wirklich nicht. Wer je seine Großeltern oder Eltern gepflegt hat, wird die grandiose Leistung der entsprechenden Szenen zu schätzen wissen.  Die schonungslose Kameraführung, Set-Design und sonstige Bildsprache gepaart mit einem außerordentlich präzisen Schnitt setzen Logan von den Marvel-Universe-Filmen deutlich ab. 

Auch ist mit Boyd Holbrook endlich mal ein glaubwürdig böser Bösewicht-Darsteller dabei. Die bisherigen X-Men-Bösewichte wirkten ja eher so Scherenschnittartig wie die Xeroxkopie eines Comic-Bösewichts. 

Leider verliert sich der Film im letzten Drittel ein wenig in schlechte Marvel Angewohnheiten und kippt in die Probleme, die ich immer mit Marvel-Filmen habe. So verliert im Show-Down der Film seinen zuvor präzise eingehaltenen Rhythmus, schnelle Schnitte und Explosions-Effekte, Achsendreher bei Crane Shots nehmen hingegen zu und gegen Ende wird die Bildsprache einfach nur kitschig, wo man sich als Filmfan ein nüchternes Ende gewünscht hätte. 

Fazit: Wer einen weiteren X-Men Film sehen will, wird herbe enttäuscht sein. Wer Todeszug nach Yuma mochte wird diesen Film auch mögen.

 

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