Falk Dübbert ...

Bitcoin tot oder Zombie?

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Wenn man die üblichen Tech-Hipster-Medien wie t3n, techcrunch, Basic Thinking oder Wired verfolgt, riecht Bitcoin und die gesamten Kryptowährungen schon stärker nach Verwesung als Windows7.

Nachdem Kursfeuerwerk Ende 2017 platzte die "Blase" und der Kurs stürzte "ins Bodenlose" (u.a. Spiegel), nach "massiven Kursverlusten" sind alle "Anleger verunsichert" (t3n) - keine Links, weil LSR. Das sind tolle Analysen. Allerdings haben sie mit der Realität wenig zu tun. 

Schaut man sich auf den Marktplätzen für Bitcoin die gehandelten Volumina an, kann ich, wenn ich die Super-Hausse mal ausblende, nicht erkennen, warum da ein Sterben vorliegen würde. Seit April werden die Oszillationen immer kleiner und nach jeder Exkursion nach oben kehrte der Bitcoin auf ein Niveau oberhalb von 5.000 EUR zurück. Die täglich gehandelten Volumina an einem Marktplatz liegen entsprechend der sich öffnenden Schere zwischen Hashleistung und Hash-Schwierigkeit zwischen zwei und 17 Millionen Euro am Tag.
Dass das zurückgehende Volumen technisch bedingt sein könnte, weil die Investitionsrate der Player zurückging und die neuen CPU- bzw. Asic-Generationen nur schleppend in die Miningpools finden, bekommen die meist mit einem untechnischen Hintergrund ausgestatteten Journalisten meistens entweder nicht mit oder nicht auf die Reihe. 

Zum Vergleich:

Wer vor drei Jahren für 10.000 EUR Bitcoin gekauft hat, steht heute mit einer viertel Million Euro dar. 

Wer 1999 für 20.000 Mark Telekom-Aktien gekauft hat, hatte 2002 immerhin ganze 2.000 EUR. 

Tatsächlich sind die Kursschwankungen jetzt erstaunlich gering. Als ich mit zwei Raspis und einem Mining-Stick mit dem Mining anfing, waren 40% vom Kurs am Tag durchaus üblich und man konnte seinen EUR-Ertrag mit recht simplen Bots fast verdoppeln. Am Ende dieser Phase habe ich gar nicht mehr geschürft sondern nur gehandelt. 

Die Kryptowährungsszene professionalisiert sich auf der einen Seite. Die fragwürdigen Player werden nach und nach vom Markt gedrängt oder gehackt. Auf der anderen Seite gibt es Seitwärtsbewegungen im Altcoin-Bereich um sich dem Regulierungswunsch durch Notenbanken und große Geldhäuser weiter entziehen zu können. Aber was man deutlich sieht, ist dass Bitcoin wieder in erster Linie ein Zahlungsmittel ist.  Die asiatischen Marktplätze zeigen viele kleine Umsätze, die nicht auf "Investoren" oder "strategische Anleger" deuten. 

 

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