Falk Dübbert ...

Ende einer Kundenbeziehung: blau.de

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Ich bin überzeugter Prepaid-Kunde. Ich habe freie Wahl bei den Geräten und bekomme auch auf jeden Fall ein Gerät ohne Branding.

2003 war ich Mietsklave oder Arbeitnehmer in der Arbeitnehmerüberlassung. Also knapp 1000,- netto bei 40 Stunden Arbeit pro mit 3 Stunden Arbeitsweg. Damals bin ich von Vodafone zu blau gewechselt, weil ich eben auch mal Monate hatte in denen ich den Kleister aus der Tapete kochen musste um eine Suppe zu haben.

Ich war bis vorletztes Jahr auch extrem bis “eigentlich” zufrieden. Zunächst war da die schrittweise Reduktion des Datenvolumens von 10GB auf 5GB auf 2GB, 1GB und am Ende auf 600MB für 20,-. Diese Einschränkung betraf mich jetzt nicht wirklich, da ich im zweiten Sim-Slot meines Telefons die Firmenkarte mit dem Mach-was-Du-willst-Tarif hatte, aber die letzten zwei Monate waren für mich als Blau-Kunden doch extrem enttäuschend. Das Volumen ist schon in der SRSLY?-Kategorie und seit August bekommt blau.de die Nachbuchung am Ende des Highspeed-Volumens nicht mehr hin. Die Annahme-SMS kommt noch. Die SMS mit der Buchungsbestätigung bleibt aus, so dass man am Monatsende mit Edge auskommen muss.

  • Auf LTE könnte ich eigentlich verzichten, wenn man mit blau.de nicht seit der O2/E-Plus/Telefonica-Übernahme-Zusammenlegung ständig im Edge-Land landen würde. Und Edge ist bei Blau.de nicht mal Edge, sondern fast nix. Weder Twitter, noch die unter Windows 10 nicht deaktivierbare dusselige Kuh Cortana bekommen irgendetwas hin. Selbst SSH bekommt extreme Probleme und rennt in TimeOuts.
  • Im Log meines Handys sind 91 totale Empfangsaussetzer in den letzten 14 Tagen (die während der ICE-Fahrten habe ich schon rausgerechnet). Zellenwechsel auf der Autobahn klappt immer häufiger nicht. Plop! Gespräch weg. Dabei fahre ich in der Regel noch in GSM-kompatiblen Geschwindigkeitsbereichen, also unter 250km/h. Als Blau.de Kunde erlebt man also die C-Netz Probleme der 90er noch mal, wobei das C-Netz als analoges Netz besser klang als eine volle Zelle im O2-Netz, die dann wie ein Half-Rate-Blecheimer scheppert.
  • Ich habe mich per Support-“Chat”, Hotline und Fax an blau gewandt und jeweils auch Links zu Logs etc. zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis: außer bei der Deutsch-Als-Zweitsprache-Hotline-Agentin hätte ich meine Texte auch in einem Write-Only-Memory speichern können:
    Versprochener Rückruf blieb aus.
  • Versprochene Aktivierung des Highspeed-Volumens blieb aus.
  • Antwort auf Support-Anfrage via Web blieb aus.
  • Antwort auf Anfrage per Fax blieb aus.

Viele werden nun schreien: “You get what you paid for”, aber zumindest das Gespräch mit der Hotline war nun nicht kostenlos, aber umsonst im Sinne von vergebens. Social-Media Support gibt es nicht. Insgesamt kann man das als implosion einer Marke sehen. Ich verstehe nicht, wie Telefonica auf die Idee kommt, die Kunden würden das Desaster nicht auf die Kernmarken transferieren. Wenn ein Teil des Konzerns öffentlich derart versagt, taugt der Rest auch nichts.

 

Langer Text, kurzer Sinn: Ich werde in den kommenden Tagen einen Vodafone-Store aufsuchen und meine Nummer mitnehmen.

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