Falk Dübbert ...

Ikea Fullen oder: Ein Möbelstück, wie ich es “eigentlich” vermeiden wollte.

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Don Alphonso schrieb vor einiger Zeit einen Artikel, den ich gerade nicht wiederfinde, über Erfolg im Leben und wie er sich stilistisch in der Wohnungseinrichtung ausdrückt.

Eigentlich keilte er mal wieder gegen das Re:Publica-Inventar aus, was zumindest bis vor etwa einem Jahr noch ganz amüsant war.

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Ich habe mir diesen Monat vorgenommen, ganz viel altes abzuschneiden. Loslassen von Dingen ist immer schwer, wenn man mal richtig Mangel erlebt hat. Also wenn man einen Job in 28km Entfernung bei 1000,- Einkommen hat und einem dann das Fahrrad als einziges Fahrzeug geklaut wird.

Zum Loslassen kommt, dass ich gerade jetzt zweimal durch die Wohnung fege und zunächst das ganze Chaos, das sich in der Zeit mit eher 100 Arbeitsstunden in der Woche angesammelt hat, vor mir her in eine Ecke schiebe.

Letzter Schritt ist, dass ich mir jeden Raum anschaue und sein Problem erfasse. Bei meinem Schlauch-artigen Badezimmer sind es ganz klar die fehlenden Ablagen.

Ich habe noch keine Idee, ob ein Waschbeckenunterschrank sinnvoll ist. Alle meine Erinnerungen an solche Schränke sind seltsam. Meist passten die Zuleitungen oder der Durchlauferhitzer nicht in die Aussparung und jemand hat dann die obere Platte weiter angesägt. Kantenumleimer hielt damals nicht, also ließ man ihn gleich weg. Entsprechend gammelte die Teile alle.

Wenn ich in Dimensionen von Nachhaltigkeit, Stil und Ökologie denke, ist dieser Schrank ein Sündenfall. Ökonomisch muss er nur ein Fünftel der Nutzungsdauer eines normalen Schranks bieten, um nicht im Minus zu sein.

Ikea hat Waschbeckenunterschränke von 70,- bis 90,- und Fullen für etwa 15,- €. FÜNFZEHN EURO. Allein die vier Topfscharniere kosten zwölf Euro. Die Möbelbauplatte ist dünn und ab Werk krumm. Die Füße wirken wie Abschnitte von Kabelhüllrohr. Die Rückwand ist selbst für Presspappe dünn und der Schrank nicht wirklich stabil.

IKEA traut seinen Kunden nicht zu einen Nagel in weiche Spanplatte zu schlagen ohne sich auf den Finger zu hauen und legt eine Nagelhalterung bei. Malms Schatten schlägt sich in einer Wandsicherung für ein kniehohes Kästchen nieder. Die Platten sind wirklich schlecht, jede Schraube macht 8mm Risse um sich obwohl alle Löcher vorgebohrt sind.

 

Sollte mir das Leben mit Schrank gefallen, werde ich irgendwann sechs Bretter kaufen und das Teil nachbauen. Dann habe ich insgesamt 30 Euro ausgegeben.

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