Falk Dübbert ...

Wer kann noch schweißen?

| Keine Kommentare

Ich war gestern in drei Baumärkten und mittelmäßig enttäuscht abzegogen. Zum einen scheint sich bei den Baumärkten eine Entwicklung auszubreiten, die ich schon vor 15 Jahren in Frankreich entdecken konnte. Zum anderen bemerkt man, dass trotz dem Ende von Bahr und Praktiker die Baumärkte immer noch im Verdrängungsmodus sind. Und ja: meinen Lieblingsbaumarkt Hornbach schließe ich da mit ein.

Ich wollte eine NW5 auf G1/4 Innengewinde Kupplung, einen passenden Nippel, eine Schlauchkupplung und 2m Hochdruck- Silikon- oder Gummischlauch kaufen. Außerdem brauchte ich ein paar Schrauben.

Schrauben ist bei Hornbach zunehmend ein lustiges Thema, denn Hornbach “weigert” sich mittlerweile geradezu durchgängig, Kreuzschlitzschrauben zu verkaufen und jedes mal wenn ich durch den Schraubengang gehe, sagt einer der Mitarbeiter das Kreuzschlitz-ist-tot-Märchen auf. Erstens stimmt das mit dem Tod des Philips-Kopfs nicht. Zweitens gibt es gerade im Reparaturbereich oder Innenausbau gute Argumente für Schlitz oder Kreuzschlitz. Spätestens beim Schnellbauschrauber oder Bithalter mit Tiefenanschlag endet die “Zukunft”.  Drittens, dadurch, dass jedes mal einer nach Kreuzschlitz fragt, gibt es wohl doch noch Nachfrage. (Hallo Hornbach! Sobald ich “Schrauben” auf meiner Liste habe fahre ich zuerst zu Bauhaus, die haben noch Kreuzschlitz.)

 

Die Baumärkte haben zunehmend ein deckungsgleiches Sortiment:

Bei den Elektowerkzeugen eine preiswerte Hausmarke, eine bessere oder einen nennen wir es mal fragwürdigen “Hersteller” wie Ryobi und zwei oder drei Schienen Heimwerkergeräte von Markenherstellern. Wobei Bosch jeweils 50% der Regallänge ausmacht und mindestens einen Regalkopf hat.

Hornbach leistet sich mit Hitachi “oben” noch einen Anbieter, der auch gewerblichen Ansprüchen genügen könnte.

Bei Zangen und Handwerkzeugen wieder das gleiche Bild: viel China und jeweils nur eine “Marke”. Die Regale sehen zum fremdbestückt aus. Bei Hartwerkzeugen sieht es dann ganz übel aus und im Gartenbereich wird es noch schlimmer.

 

Dafür merkt man den Tine-Wittler-Bereich. Füllmassen, Deko-Artikel und Farben machen immer mehr Fläche aus.

 

Ich habe nichts gegen diese Entwicklung, da weder ich noch die Einkäufer der Baumärkte sie verändern könnten. Sie ist die logische Konsequenz aus der Einkommensschere, die immer weiter aufgeht und uns Deutsche zu einem Volk von Mietern macht, die in kleinen Wohnungen in Städten wohnen und sich mit der (erlernten) Inkompetenz abgefunden haben.

 

Früher konnte man als Heimwerker ab 14 … 16 schweißen. Weil der Krümmer von der MoFa abfiel und man mit Papas alten Schweißtrafo das Teil wieder festbraten musste. Heute kann keiner mehr schweißen und auf die Idee, vor der Garagenzeile mit einem Winkelschleifer am Auto… führt nur dazu, dass jemand die Polizei ruft. Wenn die Garage überhaupt Strom hat.

Keine Kommentare

    Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.